"Amerikanische Verhältnisse"
Ärztepräsident wirft Ländern Täuschung im Wahlkampf vor
Deshalb müsse weiter Druck ausgeübt werden, meint Hoppe. Der Marburger Bund hatte am Donnerstag eine deutliche Verschärfung der seit fünf Wochen andauernden Streiks angekündigt.
Hoppe warnte vor wenigen Tagen auch vor "amerikanischen Verhältnissen" bei der medizinischen Versorgung armer Menschen. Die Zahl der Patienten ohne Krankenversicherungsschutz sei in Deutschland zuletzt auf deutlich über 200.000 gestiegen. "Das ist ein Trend, den wir nicht einfach so hinnehmen dürfen." Jeder Bürger sollte privat oder gesetzlich krankenversichert sein.
Hoppe: Arme Menschen sterben sieben Jahre früher
"Armut macht krank", so Hoppe. "Wir wissen, dass arme Menschen gegenüber Wohlhabenden eine durchschnittlich bis zu sieben Jahre geringere Lebenserwartung haben." Hoppe sprach sich dafür aus, arme Menschen komplett von sämtlichen Zuzahlungen einschließlich Praxisgebühr zu befreien: "Es hat doch überhaupt keinen Sinn, von Wohnungslosen und mittellosen Heimbewohnern Zuzahlungen zu verlangen."
Wichtiger Faktor für die krank machende Wirkung von Armut sei die Arbeitslosigkeit. Sie führe nicht nur zu Frustration, sondern auch zu körperlichen Beschwerden. Daneben spielten aber auch Faktoren wie der Zugang zu Bildung oder die Wohnsituation eine Rolle. Besonders betroffen von krank machender Armut seien auch Migranten ohne Aufenthaltsgenehmigung, Alleinerziehende, kinderreiche Familien und psychisch Kranke.
Deshalb sei es wichtig, dass ausreichend Mittel für das Gesundheitssystem zur Verfügung stünden. "Wer nur auf die Beitragssatzstabilität schielt, verliert schnell die Nöte der Kranken aus den Augen", so Hoppe.
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Am 21. Apr. 2006 unter:
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« "EU-Kommission bestätigt Gefahren der Gentechnik"
"In Deutschland leiden 2,1 Millionen Tiere in den Laboratorien" »

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