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CO2-Bilanz von Erdgas-Blockheizkraftwerken und Atomstrom offenbar vergleichbar

Studie

Atomstrom ist nach einer vom Bundesumweltministerium in Auftrag gegebenen Studie weniger klimafreundlich, als von den Befürwortern behauptet. Bei der Urangewinnung würden nach Berechnungen des Öko-Instituts erhebliche Mengen an Treibhausgasen frei, die weit über denen der erneuerbaren Energien wie Windkraft, Wasserkraft oder Biogas lägen, so Ministerium am 24. April. Aber auch ein Blockheizkraftwerk auf Erdgas-Basis könne "locker mit der CO2-Bilanz von Atomstrom mithalten", sagte Umweltminister Sigmar Gabriel (SPD).

Der Studie zufolge produziert ein deutsches Atomkraftwerk je nach Herkunftsort des Urans zwischen 31 und 61 Gramm CO2 pro Kilowattstunde Strom. Niedrigere Emissionen verursachen Windkraft (23 Gramm) und Wasserkraft (39 Gramm). Nur die Photovoltaik liege mit 89 Gramm CO2 pro Kilowattstunde derzeit noch leicht darüber.

Der vermeintliche Klimaschutzvorteil relativiere sich weiter, weil Haushalte neben Strom auch Wärme brauchten, die aus Abwärme bei der Stromproduktion stammen kann. Wer Atomstrom beziehe, müsse den Wärmebedarf anderweitig decken, etwa durch Öl- oder Gasheizungen.

Ein kleines Gas-Blockheizkraftwerk, das Strom und Wärme erzeugt, komme demnach auf 747 Gramm CO2 bei der Produktion von einer Kilowattstunde Strom und zwei Kilowattstunden Wärme. Für die Kombination Atom-Ölheizung errechnete das Öko-Institut 772 Gramm CO2 und für ein Biomasse-Blockheizkraftwerk 228 Gramm CO2.

IPPNW kritisiert die Klima-Propaganda der Atomindustrie

Anlässlich des Jahrestages der Atomkatastrophe in Tschernobyl am 26. April bezeichnete die atomkritische Ärzteorganisation IPPNW die "Klima-Propaganda" der Atomindustrie als "sachlich falsch und energiepolitisch gefährlich". Der Atomindustrie gehe es lediglich um ihre Marktmacht und um den eigenen Profit. "21 Jahre nach Tschernobyl sind noch immer wirtschaftliche Interessen maßgebend und nicht die Sicherheitsinteressen der Bevölkerung", kritisierte ein Sprecher der Organisation.

Nach Auffassung der IPPNW können Atomkraftwerke das Klima nicht retten. Weltweit trügen die 435 Atomkraftwerke zu weniger als 3 Prozent zur Energieversorgung bei. "Was ist mit den "restlichen" 97 Prozent?", fragt die IPPNW. Wenn auch nur 10 Prozent der fossilen Energie durch Atomkraft ersetzt werden sollte, müssten nach Darstellung der Atomkritiker zusätzlich rund 1000 neue Atomkraftwerke gebaut werden. Das aber sei schon wegen der unzureichenden industriellen Fertigungskapazitäten völlig unrealistisch. "Und noch bevor diese Anlagen errichtet wären, wäre das zu wirtschaftlichen Kosten abbaubare Uran vermutlich längst aufgebraucht."Hinzu komme, dass einer aktuellen Studie zufolge die Atomenergie schon heute bis zu einem Drittel so viel Kohlendioxid (CO2) emittiere wie Gaskraftwerke.

Weil im Uranbergbau aber wegen des rückläufigen Urangehalts im Erz immer mehr fossile Energie eingesetzt werden müsse, werde die Atomenergie voraussichtlich ab dem Jahr 2050 ebenso klimaschädlich sein wie fossile Gaskraftwerke. Die IPPNW hält "die CO2-Diskussion, wie sie von den Energiekonzernen geführt wird, ohnehin für absurd. Wenn es um Atomkraftwerke geht, verweist die Atomindustrie auf das Klima. Zugleich plant sie allein in Deutschland 45 neue fossile Großkraftwerke, die mit ihrer konventionellen Technik alles, nur nicht CO2-frei sind."

Man solle sich auch hier "nicht für dumm verkaufen lassen".Angesichts drohender Klimaerwärmung hält die IPPNW eine Energiewende für unumgänglich. Schon die Endlichkeit von Öl, Gas, Kohle und Uran und die damit verbundene Gefahr von Ressourcenkriegen lasse keine Wahl. Deren vollständiger Ersatz durch Erneuerbare Energien bis 2050 sei nach Aussagen vieler Studien aus den unterschiedlichsten Ländern möglich. Die Laufzeitverlängerung von Atomkraftwerken sowie der geplante Neubau von 45 fossilen Großkraftwerken in Deutschland "würden aber den weiteren dezentralen Ausbau erneuerbarer Energien auf Jahrzehnte blockieren".

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