Türkische Wilderer schießen Schreiadler östlich von Ankara ab
Tierschutz | Hilfe für Adler
Deutsche Wildtier Stiftung fordert einen besseren Schutz der Greifvögel auf ihren Zugwegen
Für den Schreiadlerschutz ist jeder gewilderte Vogel ein schwerer Verlust. „Der kleine, besonders scheue Schreiadler gehört zu den am stärksten gefährdeten Vogelarten überhaupt. Längst hat er einen Stammplatz in den Roten Listen der Brutvögel und gilt als vom Aussterben bedroht“, sagt Margit Meergans. In Deutschland gibt es heute noch rund hundert Brutpaare. In Lettland, dem Kerngebiet der Schreiadlerpopulation, hilft die Deutsche Wildtier Stiftung Brutwälder als Mikroschutzgebiete auszuweisen. Insgesamt konnten so in den vergangenen vier Jahren rund 50 Brutwälder gesichert werden.
Deshalb ist auch im lettischen Teici die Betroffenheit groß. „Kann sich der Wilderer vorstellen, wie viel persönlicher Einsatz, Leidenschaft und Sorge in unserer Arbeit zum Schutz der Schreiadler stecken“, sagt Dr. Ugis Bermainis, Leiter der Forschungsabteilung der Naturschutzverwaltung Teici. Als der getötete Vogel vor zwei Jahren geschlüpft ist, gab es nur wenig Nahrung. „Es war ein heißer Sommer. Die Elternvögel fanden kaum Amphibien.“ Mühsam erbeuteten sie die notwendigen Frösche und Mäuse, um den Jungvogel aufzupäppeln. „Um das Küken mit seinen wenigen flaumigen Federn vor der senkenden Sonne zu schützen, bildeten die Altvögel im Wechsel mit ihren Flügeln eine Art Sonnenschirm“, erzählt Bergmanis. Aus dem zarten Küken wurde bald ein stolzer Adler, der sich dann auf seine erste Reise in sein rund 10.000 Kilometer weit entferntes Winterquartier nach Afrika aufmachte. Dort verbringen die Schreiadler die Wintermonate. „Nur rund zehn Prozent aller Jungvögel überleben das erste Jahr“, erläutert Meergans. „Umso dramatischer ist es, dass der Jungadler auf dem Flug zurück in die Brutgebiete Mitteleuropas gewildert wurde.“ Die Deutsche Wildtier Stiftung und ihre Kooperationspartner verfolgen mit großer Sorge, dass im Südosten der Türkei immer wieder Schreiadler gewildert werden. Der Abschuss der selten gewordenen Schreiadler ist auch nach türkischem Recht eine Straftat. „Die Türkei muss die Wilderei endlich stoppen“, forderte die Deutsche Wildtier Stiftung. Sie hat mit einem Schreiben an die türkische Regierung protestiert.
Zusatz-Info: Die Deutsche Wildtier Stiftung dankt der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) für die finanzielle Förderung des Projekts. Ohne das Engagement der Partner und Förderer des Schreiadler-Projektes der Deutschen Wildtier Stiftung wäre der Schutz der seltenen Vögel nicht möglich. Zu den deutschen Partnern im Projekt gehören: Weltarbeitsgruppe für Greifvögel und Eulen: Prof. Dr. Meyburg (Vorsitzender), Prof. Dr. Kai Graszynski; Landesumweltamt Brandenburg: Dr. Torsten Langgemach (Leiter der Staatlichen Vogelschutzwarte Brandenburg), Paul Sömmer (Leiter der Naturschutzstation), Dr. Scheller, Büro SALIX Umwelt- und Landschaftsplanung, Teterow Mecklenburg-Vorpommern.
Eva Goris - Pressesprecherin
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