Menschliches - Von Blendern und sich blenden Lassen
Psychologie: Der Mensch als Blender
Blender ersetzen Können und Ergebnisse durch Ausstrahlung und die Inszenierung von Erfolg. Damit kommen sie erstaunlich weit, so postuliert managerseminare in diesem Monat [1] unter dem Titel: „Wer trickst heute nicht?“
Endlich wird laut ausgesprochen, was wir doch insgeheim schon längst mutmaßten. Menschen blenden und lassen sich blenden. So viele Besten, Tollsten, Größten mit unwahrscheinlichen Heldentaten sind unterwegs, dass man darüber nur staunen kann. Und so viele Kunden, Personaler, Klienten, Konsumenten, Patienten lassen sich blenden, glauben Papier, nehmen Geschriebenes für bare Münze, lassen sich verzaubern von Märchengeschichten, Dauerlächeln und sich blenden von gekonnten Inszenierungen.
Unsere Elite
Wer wird Millionär | Nix da, Experte!
Sie bestechen mit Bildung, Zitaten, Jovialität und dem, was am Ende des Tages herauskommen wird, wann auch immer dieses Ende sein mag: Die Experten.
Experten gelten als das Allheilmittel im sozialen Chaos. Sicher ist es besser sein kaputtes Auto zu einem Kfz-Mechaniker zu bringen, denn zu einem Bäcker, dies mag zumindest statistisch beweisbar sein, und doch gehen sich Experten selbst immer wieder auf den Leim. Sei es Peer Steinbrück oder Dirk Müller, Hans-Olaf Henkel oder Oskar Lafontaine. Alle binden sich selbst einen Bären auf und wir alle kuscheln mit dem Bären.
Eines der liebsten Werkzeuge eines Experten, um sich zu etablieren, ist die Prognose. Jeder hat seine eigenen Prognosen, wie es mit Europa auf oder ab gehen wird, wenn dieses oder jenes getan wird, oder eben nicht. Man sieht an diesem Satz schon: Mit den Prognosen ist es so eine Sache.
Anders als der Kfz-Experte, der selbst etwas tut und immer die Folgen seines Tuns beobachten kann, tappen die Politik- oder Ökonomieexperten im Dunklen. Dort lassen sie ihr kleines Licht leuchten in der Hoffnung, andere mögen sich darin bewundernd sonnen.
Nicht jeder braucht Deutsch
Migration: Migranten und der deutsche Rhein
Zunächst scheinen sie nicht viel gemeinsam zu haben, die Migranten und der deutsche Rhein. Immerhin aber haben beide ihre Quelle im Ausland. Für manchen sogenannten Ausländer war der Beginn in Deutschland möglicherweise ein Reinfall. Und für den deutschesten aller Flüsse ist es noch immer der Rheinfall.
Viele Migranten werden wohl bis zum ihrem Tod in Deutschland bleiben. Der Rhein fließt weiter in die Niederlande, um dort in der Nordsee, auch Mordsee genannt, sein Ende zu finden. Mancher Migrant fand seine (M)Nordsee, die auch deutsche Strände und Ufer hat, in Deutschlands Arbeitsstätten, in denen er als Arbeiter seine Gesundheit ließ.
Vergleiche soll man nicht überstrapazieren. Schließlich sind auch nicht alle Deutschen Rheinländer so wie nicht alle Rheinländer deutschen Blutes sind. Und das deutsche Blut wird erstaunlicher Weise nicht in der deutschen sondern in der Nationalhymne des Auch-Rheinlandes Niederlande besungen.
Reinhard Riedel
Reinhard Riedel zum Grass Gedicht
Ein Kommentar zum Nahostkonflikt, den Grass in seinem Gedicht anspricht. Der Autor zielt leider erst am Schluss seines viel diskutierten Gedichts in die Richtung der Konfliktursache, und dazu reichlich verklausuliert. Nach seiner Aufforderung zum Gewaltverzicht zwischen den potentiellen Konfliktparteien Israel und Iran und der Kontrolle ihrer Atomanlagen, schreibt Grass:
Nur so ist allen, den Israelis und Palästinensern, mehr noch, allen Menschen, die in dieser vom Wahn okkupierten Region dicht bei dicht verfeindet leben und letztlich auch uns zu helfen.
Was sich hinter der Zeile „vom Wahn okkupierten Region“ verbirgt, könnte präziser ausgedrückt werden, und auch so, wer den Frieden verhindert:
Wer und wo ist Gauck?
Joachim Gauck: Wo steckt denn unser Bundespräsident?
Da hat doch kürzlich, wenn ich mich recht erinnere, die Bundesversammlung unter großem Aufgebot von politischen und anderen Größen einen neuen Bundespräsidenten gewählt.
Der Vorgänger, ein Schnäppchenjäger, der zu den Reichen und Schönen gehören wollte, war salamitaktierend über zu viele Geldfreund- und Urlaubsbekanntschaften gestolpert und muss jetzt mit seiner Frau darüber Bücher schreiben, um zu mehr Geld als nur dem knappen Ehrensold zu kommen.
So sollte in seinem zweiten Anlauf jetzt endlich ein Pastor aus der ehemaligen DDR, einer mit höherer, ja göttlicher Moral, dem Bundespräsidentenamt das notwendige Ansehen zurückbringen. Doch wo ist er denn jetzt? Der Super-Gauck?
Er wird doch nicht etwa Beziehungsprobleme in seiner wilden Ehe mit der First Lady haben?
Aber das überlassen wir dann doch lieber den Vermutungen der Regenbogen-Presse.
Alte an die Macht…
Letzte Rettung Senioren | Alte an die Macht
Mancher meiner in die Jahre gekommenen Altersgenossen glaubt nur deswegen in unerträglichen Zeiten zu leben, weil er sich und seine Hilf- und Tatenlosigkeit kaum ertragen kann.
Bekanntlich ist es einfacher, eigenes Missbefinden – wie etwa Einsamkeit -. von sich weg auf die Verhältnisse zu schieben. Zum Beispiel auf Computer- und Internetauswüchse, die fühlbare persönliche Kontakte und echte zwischenmenschliche Kommunikation verhindern.
Und diese E-Books – natürlich wieder mal Denglisch – die sich nicht einmal mehr wie Papier anfühlen. Doch die Papierbuch-Bestseller richten sich ausnahmlos nach Verkaufszahlen und kaum noch nach dem schriftstellerischen Können der Autoren.
Kein Wunder, dass es keine tiefgründige Literatur mehr gibt und der Nachwuchs allmählich verblödet. Niveauverlust allüberall.
Seichte Comedians verbreiten im Fernsehen geistlose Albernheiten. Für geistvolle Kabarettisten, die es zu Hüschs Zeiten noch allenthalben gab, interessieren sich allenfalls noch ergraute Theater-Besucher.
<<Wunderliche Welten>>
Wetter: Die Kunst der Gelassenheit
Hoffentlich haben Sie die letzte Woche genossen, denn hierbei hat es sich um den Sommer 2012 gehandelt.
Ich jedenfalls streckte meine Nase bis an die Grenze zum Sonnenstich unserem Zentralgestirn entgegen. Obwohl mein Gatte mir permanent mit dem Aufziehen der Sommerreifen in den Ohren gelegen hat, habe ich doch lieber gemütlich auf meiner Sonnenliege auf der Terrasse gelegen und dem Vögeln beim Nestbau zugeschaut.
<<Wunderliche Welten>>
Bademode 2012
Mein Entschluss in Bezug auf die Bademode 2012 steht fest, denn ich werde einen Bauchring tragen. Es wird langsam hohe Zeit, dass üppige Frauen, was sage ich, normal gebaute Frauen wieder gefragt sind. In Israel sind Magermodells bereits verboten und, wenn das Foto einer Frau massiv aufgehübscht wurde, muss diese Aktion auf dem Plakat angegeben werden. Früher war man mit Kleidergröße 38 bereits ein Hungerhaken, aber, ich habe mir sagen lassen, dass nur noch Größe 28 auf den Catwalk kommt. Wobei sich mir die Frage aufdrängt, ob man Frauen, die in eine derartige Konfektionsgröße hinein passen, überhaupt noch sieht. Theoretisch müssten diese Knochengerüste nachträglich per Bildbearbeitung mit ein wenig Muskel- und Fettmasse versehen werden, denn sonst weiß man nicht, ob auf den Fotos für Mode oder für Krebsvorsorge geworben werden soll.
Obwohl
Rettet Oster
Der Osterhase sagt seine Tour du Eier in 2012 ab ...
Nach der Erhöhung der oesterlich geprägten Oelverknappungspreise und nach einem neuen Entfachen der Vogelgrippe, stellt der Osterhase in diesem Jahr die Auslieferung in die Gaerten der Nation ein. Trotz mehrfachem Bittstellen an das Kartell und das Gesundheitsministerium sieht sich Meister Lampe ausser Standes, die diesjährige Verteilung ohne eine Gefahr fuer das eigene Leben und die leere Knippe in kauf zu nehmen, zu bewerkstelligen.
Wunderliche Welten
Sommerzeit: Zeit zum Umstellen
Seit gestern laufe ich wieder bis Oktober Amok, weil unsere uneinsichtige Bundesregierung mir einmal wieder eine Stunde Zeit entwendet hat, ohne vorher anzufragen. Das drängt mir einmal mehr die Frage auf, ob es nicht möglich ist, eine einmal getroffene Entscheidung rückgängig zu machen, wenn sie sich als falsch erwiesen hat. Oder wissen unsere herrlichen Politikvertreter etwas, das mir entgangen ist?
Zwischenruf von Rolf Froböse zur Sommerzeit
Sommerzeit - Haltet die Zeitdiebe – gebt mir die verlorene Stunde zurück!
In der Nacht von Samstag auf Sonntag haben sie erbarmungslos zugeschlagen. Gemeine Diebe haben uns eine Stunde unseres Lebens geraubt. Wie sehr mir diese Stunde fehlt, habe ich heute früh beim Aufstehen gemerkt!
Die Täter sind inzwischen identifiziert. Für den Frevel sind die Manager einer so genannten Zeitsparkasse verantwortlich – graue Herren mit fahler grauer Haut, grauen Hüten und grauen Sakkos. Angaben des Zeitexperten Meister Hora zufolge steckt hinter der Tat möglicherweise eine von langer Hand geplante Erweiterung des Rettungspaketes für Griechenland. Die eingesparte Stunde solle ausschließlich dem krisengebeutelten Land zugute kommen, um Zeit für die Bewältigung seiner Schuldenkrise zu gewinnen.
<<Wunderliche Welten>>
Joachim Gauck - der Retter in der Not
Siehe, er ist da, der Heilsbringer, der Retter! Dass ausgerechnet ein erzkonservativer Pastor diese Rolle inne hat, lässt tief in deutsche Abgründe blicken, denn alle scheinen sich nach einer Vaterfigur zu sehnen, die endlich sagt, wo es lang gehen soll. Ich habe mich selber dabei erwischt, dass ich bei seiner kurzen Rede nach seiner Wahl zum BP gebannt an seinen Lippen gehangen und gehofft habe, dass er jetzt gleich kommt, der erlösende Satz, der alles wieder zurecht rückt. Ganz Deutschland schien inne zu halten und zu lauschen.
<<Wunderliche Welten>>
Formel 1 - Zirkus um Sebastian Vettel
Die Sonntage werden wieder zerbrummt. Ach, was sage ich, zerröhrt, denn der Sonntag ist Formel 1 Tag. Was die Kiddies mit ihren I-Pots schaffen, nämlich sich die Ohren zu zerdröhnen, erledigen die Männer spielend, in dem sie stundenlang zuschauen, wie Boliden im Kreis herum fahren. Der Erfolg ist gleich dreifach, denn sie schädigen das Gehör der Ehefrauen und deren Nerven gleich mit.
Die Sonntage werden wieder zerbrummt. Ach, was sage ich, zerröhrt, denn der Sonntag ist Formel 1 Tag. Was die Kiddies mit ihren I-Pots schaffen, nämlich sich die Ohren zu zerdröhnen, erledigen die Männer spielend, in dem sie stundenlang zuschauen, wie Boliden im Kreis herum fahren. Der Erfolg ist gleich dreifach, denn sie schädigen das Gehör der Ehefrauen und deren Nerven gleich mit.
<<Wunderliche Welten>>
Benzinpreise nicht nur zu Ostern SPITZE
Die Benzinpreise können nicht hoch genug sein! Ostern werden die Benzinpreise wieder Spitzenwerte erzielen. Ha! Ich werde keine überteuerten Getränke mehr austeilen, wenn ich Gäste habe. Ich schenke einfach Super plus und Diesel in o,2 cl Schnapsgläschen aus. Meine Gäste werden sich hüten, dieses teure Nass zu trinken, was übrigens einen sehr wohltuenden Effekt auf die Verwüstung meiner Wohnung hat, denn äußerst betrunkene Gäste haben nun einmal einen Hang zum Vandalismus.
Meine Partys werden die beliebtesten von allen, denn man kann sich durch einen einfachen Besuch, die Spritrechnung der folgenden Woche sparen. Am Morgen gibt es keinen Kater, mit der verzweifelten Frage, was habe ich gestern eigentlich noch alles angestellt?
<<Wunderliche Welten>>
Benzinpreise - Ostern lieber zurück zum Pferd
Jetzt ist es soweit! Ich steige wieder auf das Pferd um, das zwar nur ein PS hat, aber dafür verirrt man sich nicht im Dschungel des neuen Strafpunktesystems in Flensburg. Ich muss mich nur noch erkundigen, welche Plakette ich für den Innenstadtbereich benötige, denn der Methanausstoß eines Pferdes mit Neigung zu Blähungen ist nicht unerheblich. Weiterhin muss ich in Erfahrung bringen, ob es, entsprechend den Tüten für Hundekot, etwas größere Behältnisse für Pferdeäpfel gibt. Ein Rennpferd müsste es sein, denn dieses würde eine ausreichende Geschwindigkeit zustande bringen, die für die Benutzung von Autobahnen erforderlich ist.
<<Wunderliche Welten>>
Biathlon-WM
Gästen wird eben gerne der Vortritt gelassen! Streng nach dem Motto, dass der Prophet im eigenen Lande nichts gilt, haben die deutschen Biathleten die WM in Ruhpolding ungewohnter Weise in den Sand, bzw. in den Schnee gesetzt. Im Prinzip kann man nur davon ausgehen, dass sie sich als gute Gastgeber erweisen wollten, denn als solche lässt man den Gästen gerne den Vortritt.
Ich kann dieser Sportart nichts abgewinnen, da wird Ski gelaufen, im Liegen und im Stehen geschossen und wieder Ski gelaufen.
22 Fehlschüsse sollen sich die deutschen Damen erlaubt haben, wie ich zufällig aus dem, ständig im Hintergrund laufenden, Fernseher (Männer!) erfahren habe, und das nur, weil die Windfahnen nicht geweht haben! Nun wird eifrig ermittelt, wer dem letzten Waschgang der Fahnen zu viel Stärke zugefügt hat. Wurde der Auftrag, die Banner zum Strahlen zu bringen, gar einer russischen oder norwegischen Leiharbeitsfirma erteilt?
Man weiß es nicht.
Rolf Froböse zur militärischen Würdigung des Ex-Bundespräsidenten
Christian Wulff, Harry Belafonte und der Große Zapfenstreich am 8. März
Am 8. März kehrt Christian Wulff noch einmal ins Schloss Bellevue zurück. Dort wird er mit dem höchsten militärischen Zeremoniell, dem Großen Zapfenstreich der Bundeswehr, offiziell verabschiedet. Zu diesem Anlass darf er sich einen passenden Song wünschen. Es stellt sich ernsthaft die Frage, welches Stück am besten passen würde. Hierzu zwei Beispiele: Karl-Theodor zu Guttenberg wurde mit „Smoke on the water“ (Deep Purple) verabschiedet und Alt-Bundeskanzler Gerhard Schröder mit „I did it my way" von Frank Sinatra. Am 1. März hörte ich in den Nachrichten, dass Harry Belafonte seinen 85. Geburtstag feierte. In Deutschland wurde der Sänger in den 1950er Jahren mit dem karibischen Calypso-Titel „Banana Boat Song“ berühmt:
Das Wort zum Sonntag
Kapitalsucht | Droge Geld verdienen
Glaubt man kapitalistischen Ideologen, ist die Diktatur des Proletariats längstens unrühmliche Geschichte und nur die des Kapitals hat noch uneingeschränkt Zukunft. Nun habe ich weder vor, eine wirtschafts- oder finanzwissenschaftliche Abhandlung zu schreiben, noch werde ich historische Beweise anführen oder absolut haltbare politische oder gar politikwissenschaftliche Thesen aufstellen.
Machthabers Ohnmacht
Über Ohnmacht, Gesellschaft und Politik
Manchmal scheinen sich alle Varianten menschlichen Verhaltens nahezu ausschließlich zwischen Macht und Ohnmacht abzuspielen.
Dabei gilt Macht über Andere zwar nicht unbedingt als moralisch einwandfrei, aber Macht über sich selbst nahezu immer als tugendhaft und erstrebenswert.
Ohnmacht, hingegen, gleicht jenem todesähnlichen Zustand, der das Leben beinahe vollkommen einschränkt und bis auf die fehlende Bewusstlosigkeit alle Symptome mit der körperlichen Ohnmacht teilt.
Am Presse-Pranger
Christian Wulff - Wenn Machtmenschen menscheln
Da rufen uns Bundespräsidenten-Parteifreunde auf, ihrem Christian Wulff schlichte menschliche Fehler einfach zu verzeihen. Schließlich habe er sich so ungeheuer anrührend zu entschuldigen gewusst. Was wolle dieses Volk der Kritikaster und Bedenkenträger denn noch mehr?
Ja, unser derzeit noch erster Mann im Staat, menschelt über die Maßen.
Schon allein dadurch müsste er sich doch zum absoluten Sympathie-Träger aufschwingen. So ein Mensch kann doch nicht einfach sein Amt verlassen.
Wäre doch irgendwie feige.
Wie sicherlich seine guten Bezahl-Freunde meinen, sollte sich der Bürger viel mehr über die sensationsgeilen Medien empören, die jede Kleinigkeit aus der hannoverschen Vergangenheit dieses ungewöhnlich gewinnenden Schwiegermutterschwarms an das gegenwärtige Licht der Öffentlichkeit zerren.
Recht haben sie.
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