Nordrhein-Westfalen (NRW)
Nordrhein-Westfalen ist das bevölkerungsreichste Bundesland in Deutschland. 18 Millionen Menschen leben auf rund 34.000 Quadratkilometern. NRW hat mehr Einwohner als die Niederlande, Belgien, Österreich oder die Schweiz. Nordrhein-Westfalen ist in fünf Regierungsbezirke unterteilt: Düsseldorf, Köln, Münster, Detmold und Arnsberg. Es gibt 31 Kreise mit 373 kreisangehörigen Kommunen und 23 kreisfreie Städte. 29 Städte haben mehr als 100.000 Einwohner. Die größte Stadt im Lande ist mit rund einer Million Einwohnern Köln. Knapp die Hälfte Nordrhein-Westfalens wird landwirtschaftlich genutzt, ein Viertel ist von Wald bedeckt. Kulturell ist das Land kein homogener Raum, da die Bewohner der drei Landesteile Westfalen, Rheinland und Lippe ihre kulturelle Identität meist über die unterschiedliche Kultur und Geschichte des jeweiligen Landesteils definieren.
Aktuell: Landtagswahl 2010
Die nächste Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen (NRW) findet am Sonntag, den 9. Mai 2010 statt. Lesen Sie mehr über die Landtagswahl NRW.
Wirtschaftsstärkstes Bundesland
Nordrhein-Westfalen ist in absoluten Zahlen das wirtschaftsstärkste Bundesland Deutschlands und eine der wirtschaftsstärksten Metropolregionen Europas. Wäre es ein eigenständiger Staat – es wäre eine der stärksten Exportnationen der Welt.
70 Prozent der Arbeitnehmer arbeiten im Mittelstand
37 der 100 größten deutschen Unternehmen haben ihren Sitz an Rhein und Ruhr. Nordrhein-Westfalen ist die Heimat der Global Player.
Nordrhein-Westfalen ist aber keineswegs nur ein Land der großen Konzerne, sondern insbesondere auch des Mittelstands. 99 Prozent der Unternehmen, mehr als 70 Prozent der Arbeitnehmer und mehr 80 Prozent der Auszubildenden gehören zum Mittelstand.
Die 10 größten Städte in NRW
- Köln: 995.420 Einwohner
- Dortmund: 584.412 Einwohner
- Düsseldorf: 584.217 Einwohner
- Essen: 579.759 Einwohner
- Duisburg: 494.048 Einwohner
- Bochum: 378.596 Einwohner
- Wuppertal: 353.308 Einwohner
- Bielefeld: 323.615 Einwohner
- Bonn: 317.949 Einwohner
- Münster: 273.875 Einwohner
Geschichte
Als die Briten am 23. August 1946 das Land Nordrhein-Westfalen aus der Taufe hoben, geschah das unter dem Codenamen „Operation marriage“. Aus dem nördlichen Teil der preußischen Rheinprovinz und der preußischen Provinz Westfalen wurde das Land Nordrhein-Westfalen gebildet. Am 21. Januar 1947 trat die Vereinigung des Landes Lippe mit Nordrhein-Westfalen in Kraft.
Nie wieder sollte das Ruhrgebiet mit seiner Schwerindustrie zur Waffenschmiede Deutschlands werden.
Um die politischen und wirtschaftlichen Hemmnisse der internationalen "Ruhrkontrolle" dennoch zu überwinden, wurde 1951 die Montanunion gegründet. Sie wurde das "Schwungrad" des wirtschaftlichen Aufstiegs. Im gleichen Jahr trat das Montan-Mitbestimmungsgesetz in Kraft: In Kohle- und Stahlunternehmen saßen seitdem Aktionäre und Arbeitsnehmer im Aufsichtsrat.
Das Wirtschaftswunder machte Wohlstand für viele möglich. Maßgeblichen Anteil daran hatten die rund 14 Millionen Gastarbeiter in Deutschland. Viele von ihnen blieben. "Man rief Arbeitskräfte, und es kamen Menschen", kommentierte der Schriftsteller Max Frisch den damit verbundenen notwendigen Wandel der Einstellung gegenüber den Zuwanderern.
Erste Risse im Wohlstandsputz zeigten sich in der Kohlekrise 1964. Mit einer sogenannten "konzertierten Aktion", einem 1968 in Kraft getretenen Kohlegesetz und der Gründung der Ruhrkohle AG, sollten die Probleme überwunden werden. Das gelang nur vorläufig. Denn die erste Kohlekrise war Beginn eines viele Jahrzehnte währenden und schmerzhaften Strukturwandels im Ruhrgebiet.
1987 traten die Stahlkocher zum ersten Mal seit 50 Jahren in den Streik. Vier Jahre später wurde dann das Aus für das Walzwerk in Rheinhausen verkündet – ein Symbol für die tief greifende Strukturkrise des Ruhrgebiets.
Seitdem versucht Nordrhein-Westfalen verstärkt moderne Industrien und Dienstleistungen aufzubauen.
Literatur / Quellen:
Landesportal Nordrhein-Westfalen (Website, 11.03.2010).
Wikipedia: Nordrhein-Westfalen (11.03.2010).
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