diagnose

Medizin ohne Kommerz

Gesundheit in Entwicklungsländern

In Bolivien sind 23 Prozent aller Menschen von der Chagas-Krankheit betroffen; 13 Prozent aller Todesfälle im Land sind auf diese Infektion zurückzuführen. Dabei ist die Krankheit durchaus heilbar, sofern sie rechtzeitig erkannt wird. Und das ist das Problem. Oft zeigen sich jahrelang keine Symptome. Erst nach 10 bis 20 Jahren kommt die Krankheit zum Ausbruch – oft mit plötzlichem Herzversagen.

"Schwierige Diagnose und Therapie"

Forschung an seltenen Erkrankungen soll international vernetzt werden

Nach der in Europa gültigen Definition ist eine Erkrankung "selten", wenn weniger als einer von 2.000 Menschen unter einem spezifischen Krankheitsbild leidet. Die Störung der Blutbildung etwa ist eine solche Krankheit. Seltene Erkrankungen sind in ihrer Summe aber dennoch offenbar nicht wirklich selten: Allein in Deutschland soll es nach Angaben der Bundesregierung mehrere Millionen Betroffene gegen, die an den unterschiedlichesten Erkrankungen leiden. Sie könnten häufig nur schwer behandelt werden. Bereits die Diagnose sei vielfach schwierig. Auf Initiative von Eva Luise Köhler, der Gattin des Bundespräsidenten, und Bundesforschungsministerin Annette Schavan soll jetzt auf internationaler Ebene ein Netzwerk starten, das die Forschungsaktivitäten koordiniert und die Arbeit der nationalen Netzwerke ergänzt.

Rinderwahnsinn

Neuer BSE-Fall in Mecklenburg-Vorpommern

Mecklenburg-Vorpommern hat seinen zweiten BSE-Fall in diesem Jahr. Wie das Agrarministerium am Freitag in Schwerin mitteilte, wurde die Seuche bei einem fast acht Jahre alten Rind festgestellt.

Kult-Rockband

Karat-Sänger Herbert Dreilich verliert den Kampf gegen den Krebs

"Mich zwingt keiner auf die Knie", sang Herbert Dreilich erstmals vor 20 Jahren in einem Lied. Der Text war sein Lebensmotto, wie er selbst einmal bekannte, doch jetzt hat der Frontmann der ostdeutschen Kult-Rockband Karat einen Kampf verloren. Wenige Tage nach seinem 62. Geburtstag erlag er in der Nacht zu Sonntag in seinem Haus in der Nähe von Berlin einem Krebsleiden.

Tuberkulose gerät außer Kontrolle

Fehlende Tuberkulose-Behandlungen werden medizinische Zeitbombe

Millionen Menschen sterben in ärmeren Ländern weiter an der heilbaren Krankheit Tuberkulose (TB). Besonders betroffen ist der Kontinent Afrika. Dort wäre laut der Menschenrechtsorganisation Ärzte ohne Grenzen die Kombination von resistenten TB und Aids "eine medizinische Zeitbombe". Patienten, die regelmäßig von der Krankheit betroffen seien, könnten eine multi-resistente Form der TB entwickeln, so die Befürchtungen der Organisation. Besonders HIV-Infizierte seien für die Krankheit anfällig: Tuberkulose erkrankt sind etwa die Hälfte aller HIV-Positiven in ärmeren Ländern.

Krebsforschung

Injizierte Viren können Tumore sichtbar machen

Einem internationalen Forscherteam ist es gelungen, mit Hilfe injizierter gentechnisch veränderter Bakterien und Viren, Krebstumore in blaugrünem Licht leuchten zu lassen. Im Versuch an Mäusen konnten dabei sogar Metatasen mit einem Durchmesser von weniger als einen Millimeter sichtbar gemacht werden, berichten die Forscher im Wissenschaftsmagazin "Nature Biotechnology". Wenn sich das Verfahren in klinischen Tests bestätigen sollte, könnten in Zukunft bei Krebsverdacht zum Beispiel Spritzen mit ungefährlichen genetisch veränderten Darm-Bakterien verabreicht werden.

Zwei Tage ohne neue Erkrankung

Sars im Rückzug

Der SARS-Ausbruch hat laut Weltgesundheitsorganisation WHO den Höhepunkt überschritten. Dies gelte für alle betroffenen Länder einschließlich der von der Lungenkrankheit am schlimmsten heimgesuchten Nation China zu. Die Stellungnahme erfolgte nachdem in China zwei Tage in Folge über keinen neuen SARS-Fall berichtet wurde. In China sind laut Angaben der Behörden allerdings zwei weitere Patienten an der Lungenkrankheit gestorben, in Hongkong einer.

Antikörper nachgewiesen

Robert-Koch-Institut entwickelt SARS-Test

Das Robert Koch-Institut hat einen hat einen diagnostischen Test zum Nachweis von Antikörpern gegen das SARS-Virus entwickelt. Mit dem kommerziell Immunfluoreszenztest können laut Angaben des Instituts erstmals Antikörper gegen den SARS-Erreger bei infizierten Personen nachgewiesen werden. Dabei werden Blutproben auf das Vorhandensein und die Konzentration spezifischer Immunglobuline untersucht, heißt es in einer Aussendung.

20 Prozent sterben

Todesrate bei SARS höher als angenommen

Die erste detaillierte Studie über die Ausbreitung des SARS-Virus hat ergeben, dass die Todesrate unter den Kranken viel höher ist als bislang angenommen. In Hongkong stirbt fast jeder Fünfte ins Krankenhaus eingelieferte SARS-Patient an der Lungenkrankheit. Die neue Studie, die auf einem Sample von 1.425 Fällen basiert, legt eine Todesrate von 20 Prozent fest. Die WHO ging bislang von einer Todesrate von fünf Prozent aus.

Lungenerkrankung

SARS-Erreger nach WHO-Angaben endgültig identifiziert

Der Erreger der lebensbedrohlichen Lungenerkrankung SARS ist nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) endgültig identifiziert. Es handele sich dabei um eine beim Menschen bislang unbekannte Art aus der Gruppe der Coronaviren, teilte die WHO am Mittwoch in Genf mit. Letzte noch bestehende Unsicherheiten über die Art des Erregers seien zweifelsfrei ausgeräumt. Die weltweit auf diesem Gebiet kooperierenden Laboratorien könnten nun ihre Untersuchungen beispielsweise über die genetische Struktur des SARS-Virus weiter vorantreiben, hieß es.

"Nicht zum Klonen"

US-Bestattungsunternehmen sammeln DNA von Verstorbenen

US-Beerdigungsstätten haben begonnen, Geschäfte mit dem menschlichen Erbgut zu wittern, und bieten die Lagerung von DNA der verstorbenen Verwandtschaft an. Der Service soll laut eigenen Angaben dazu dienen, Krankheiten bei den Nachfahren zu verhindern; das Klonen von Menschen sei nicht geplant. So könne dank der DNA festgestellt werden, ob spätere Generationen für verschiedene Erkrankungen wie z.B. Krebs genetisch vorbelastet sind.