Nach knapp 15 Jahren Aufklärung durch DNA-Test

Mädchen-Mord in Bayern

Knapp 15 Jahre nach dem Mord an einer 17-Jährigen in Niederbayern hat die Polizei den mutmaßlichen Täter gefasst. Durch einen groß angelegten DNA-Test im Landkreis Regen wurde ein 37-Jähriger der Tat überführt, wie der Leitende Oberstaatsanwalt Helmut Walch am Mittwoch in Deggendorf sagte. Der Mann ist geständig. In der vergangenen Woche hatte die Staatsanwaltschaft von mehr als 300 Männern Speichelproben nehmen lassen. Experten hatten zuvor die alten Spuren mit Hilfe neuer Methoden ausgewertet und dabei ein vollständiges DNA-Identifizierungsmuster des Täters erstellen können. Anschließend wurde das Muster mit den Speichelproben verglichen.

Der 37-Jährige hatte nach Angaben der Ermittler noch bei der Speichelabgabe gehofft, dass die DNA-Spur nicht von ihm stamme. Als die Polizei ihn jedoch mit dem Testergebnis konfrontierte, gestand er die Tat. Der damals 22-jährige Mann hatte nach derzeitigen Erkenntnissen Annette K. in den Morgenstunden des 8. November 1986 auf einem Parkplatz der Bundesstraße 85 bei Patersdorf mit einer Markierungsstange erschlagen. Er habe die 17-Jährige auf deren eigenen Wunsch nach einem Lokalbesuch in seinem Auto nach Hause fahren wollen, sagte der Staatsanwalt. Als sie auf dem Parkplatz seine Annäherungsversuche zurückwies, sei es zur "Eskalation" gekommen.

Die Staatsanwaltschaft hatte sich im Januar dazu entschlossen, den Mordfall "im großen Stil" wieder aufzurollen. Aus Resten, die unter den Fingernägeln der Toten gefunden worden waren, konnten die Experten mit neuen Methoden einen genetischen Fingerabdruck des Täters erstellen. Nachdem ein DNA-Test an rund 100 Männern im März ergebnislos blieb, forderte die Staatsanwaltschaft vor zwei Wochen 350 weitere Männer zur Abgabe von Speichel auf. Der 37-Jährige wurde geprüft, weil er vor knapp 15 Jahren in Frauenau lebte, wo wenige Tage nach der Tat der Filzhut von Annette K. in einem Fluss gefunden wurde. Gegen den mutmaßlichen Täter wurde am Dienstagabend Haftbefehl erlassen.