Das einzige deutsche Atommüllendlager

Morsleben

Das einzige deutsche Atommüllendlager in Morsleben Morsleben wurde zu DDR-Zeiten in einem früheren Kalibergwerk an der niedersächsischen Grenze eingerichtet. Die Einlagerung begann 1978. Im Einigungsvertrag wurde die Betriebsgenehmigung aus DDR-Zeiten bis zum 30. Juni 2000 befristet. Durch die Atomrechtsnovelle wurde sie um weitere fünf Jahre verlängert. Betreiber des Lagers ist die Deutsche Gesellschaft zum Bau und Betrieb von Endlagern für Abfallstoffe (DBE).

Umweltschützer machten wiederholt auf Sicherheitsrisiken im Endlager aufmerksam. Ein Nachweis der Langezeitsicherheit fehle. Im September 1998 wurde vom Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) ein Einlagerungsstopp verfügt. Im Mai vergangenen Jahres hob Bundesumweltminister Jürgen Trittin (Grüne) die Weisungen seiner Vorgängerin Angela Merkel (CDU) an das Land zum Weiterbetrieb des Endlagers auf. Sachsen-Anhalts Umweltminister Konrad Keller (SPD) rechnet mit einer endgültigen Schließung von Morsleben in etwa zehn Jahren.

Das Land bereitet ein Planfeststellungsverfahren zur Schließung der Deponie vor. Bis 1998 wurden nach Angaben der Betreiber in 500 Metern Tiefe insgesamt 36.752 Kubikmeter radioaktiver Abfall und 6.621 so genannte Strahlenquellen eingelagert. Die schwach radioaktiven Abfälle wurden in Fässern oder so genannte Betonabschirmbehälter verpackt und in Salzkammern gestapelt. Mittelradioaktive Abfälle wurden über ein Schleusensystem in tiefer gelegene Hohlräume gestürzt. Das frühere Bergwerk hat ein Hohlraumvolumen von zehn Millionen Kubikmetern.