Handeln statt Reden in Johannesburg gefordert

Terre des Hommes zum Umweltgipfel

Ein Umdenken in der Umwelt- und Entwicklungspolitik hat das entwicklungspolitische Kinderhilfswerk terre des hommes anlässlich des am Montag beginnenden "UN-Gipfels für Nachhaltige Entwicklung" in Johannesburg gefordert. Ziel des Gipfels ist es, verbindliche Vereinbarungen für eine nachhaltige Entwicklung zu treffen. Nach Auffassung von terre des hommes seien viele Länder der Dritten Welt jedoch nicht in der Lage, die dafür notwendigen Mittel aufzubringen. Ausserdem fehle es an Unterstützung durch die reichen Industrieländer. "Vor zehn Jahren wurden auf dem UN-Gipfel für Umwelt und Entwicklung in Rio de Janeiro konkrete Schritte und Ziele für Umwelt- und Klimaschutz beschlossen. Den Worten folgten bisher aber wenig Taten", so Peter Mucke, Geschäftsführender Vorstand von terre des hommes am Sonntag zu Beginn der Konferenz in Johannesburg.

Neunjähriger durch Rottweiler lebensgefährlich verletzt

Gefährliche Hunde

Ein neunjähriger Junge ist am Wochenende in Nordhessen von einem Rottweiler angegriffen und lebensgefährlich verletzt worden. Wie die Polizei in Homberg (Efze) am Montag mitteilte, ereignete sich der Vorfall am Samstag auf einem Hundeübungsplatz in Empfershausen zwischen Kassel und Melsungen. Der Junge hatte dort zusammen mit seiner Großmutter eine Schulungsveranstaltung des örtlichen Hundehaltervereins besucht.

Die Standorte der obersten Bundesgerichte im vereinten Deutschland

Wo sind unsere Bundesgerichte

Mit dem Umzug des Bundesverwaltungsgerichts von Berlin nach Leipzig ist die nach der Wende beschlossene Standortverlegung von obersten Bundesgerichten nunmehr abgeschlossen. Am Montag begann für die Mitarbeiter des Bundesverwaltungsgerichts (BVerwG) der Dienst im ehemaligen Reichsgericht in Leipzig.

Bundesverwaltungsgericht urteilt jetzt in Leipzig

Umzug von Bundesgerichten abgeschlossen

Das Bundesverwaltungsgericht fällt seine Entscheidungen seit Montag offiziell in Leipzig. Das Gericht sei nach dem Umzug aus Berlin nunmehr funktionsfähig, sagte eine Sprecherin des Gerichtes. Auch die Telefon- und Computeranlagen funktionierten. Die ersten Sitzungen sollen Mitte September stattfinden. Schon seit Jahren sei gezielt Personal in Leipzig angeworben worden, das den Umzug vor Ort reibungslos geregelt habe. Auch das Hochwasser habe keine logistischen Probleme bereitet.

Stromwirtschaft bläst weniger Kohlendioxid in die Luft

Klimagasbilanz

Die Bemühungen zur Reduzierung des CO2-Ausstoßes durch die deutsche Stromwirtschaft zeigen Wirkung. Seit 1990 senkten die Versorger die Emissionen je produzierte Kilowattstunde Strom von 0,67 Kilogramm um rund 13 Prozent auf 0,58 Kilogramm im vergangenen Jahr, meldete der Verband der Elektrizitätswirtschaft (VDEW) am Montag in Berlin. Die vergleichsweise niedrigsten Emissionen je Kilowattstunde wurden den Angaben zufolge in den Jahren 1999 und 2000 erreicht. Durch den verstärkten Einsatz heimischer Braunkohle im Jahre 2001 seien im Vergleich zum Vorjahr die CO2-Emissionen um rund drei Prozent gestiegen. Für die nächsten Jahre erwartet der VDEW wieder eine Reduzierung.

Schönefeld-Airport-Bau bald vertragsreif

Flughafen-Ausbau

Die langwierigen Verhandlungen um den Ausbau des Berliner Flughafens Schönefeld zum Hauptstadt-Airport stehen offenbar kurz vor einem erfolgreichen Abschluss. Es gebe eine "gute Aussicht" für die Annahme des nachgebesserten Angebots des Bieterkonsortiums um die Firmen Hochtief und IVG, heißt es nach einem Bericht des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" aus dem Berliner Senat. Sowohl beim Kaufpreis als auch bei der Begrenzung der Risiken für die öffentliche Hand seien entscheidende Verbesserungen erzielt worden.

Wirtschaftsforscher erwartet Konjunktur-Belebung durch Fluthilfe

Hochwasserfolgen

Der Präsident des Hamburgischen Welt-Wirtschafts-Archivs (HWWA), Thomas Straubhaar, verspricht sich von der angekündigten Milliardenhilfe für die vom Hochwasser betroffenen Regionen eine Belebung für die Konjunktur in Deutschland. Die zusätzliche Nachfrage werde der Wirtschaft "temporär neuen Schwung verleihen", sagte Straubhaar dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel". Die Finanzhilfen des Staates wirkten "wie ein Nachfrageprogramm, von dem auch westdeutsche Unternehmen und Handwerker profitieren werden".

Weimarer Theaterleute verzichten bis 2008 auf Gehaltserhöhungen

Deutsches Nationaltheater

Die Beschäftigten des Deutschen Nationaltheaters (DNT) Weimar werden voraussichtlich bis 2008 auf Gehaltserhöhungen verzichten. Im Gegenzug werde es bei gleichbleibenden Zuschüssen von Stadt und Land keine betriebsbedingten Kündigungen geben, sagte Generalintendant Stephan Märki am Freitag in Weimar. Erwirtschaftete Gewinne durch Gastspiele und einen strikten Sparkurs sollen als Prämien an die Mitarbeiter ausgezahlt werden. Die Staatskapelle wird als eigener Betriebsteil mit vorgegebenem festen Etat weiter bestehen.

Auf Monatssicht Rückgang der Verbraucherpreise in sechs Bundesländern

Inflationsrate stagniert im August

Die Verbraucherpreise sind im August in Deutschland offenbar nicht schneller gestiegen als im Vormonat. Wie das Statistische Bundesamt am Freitag in Wiesbaden mitteilte, legte der Preisindex für die Lebenshaltung aller privaten Haushalte nach vorliegenden Ergebnissen aus sechs Bundesländern im Jahresvergleich um 1,0 Prozent nach ebenfalls 1,0 Prozent im Juli zu. Im Vergleich zum Vormonat ergebe sich ein Rückgang um 0,2 Prozent. Die sechs Landesämter berichteten am Freitag einheitlich über sinkende Preise insbesondere für Lebensmittel und Urlaubsdienstleistungen wie beispielsweise Pauschalreisen. Teurer wurden hingegen in den meisten Bundesländern Kraftstoffe und Strom.

Bertelsmann soll neu organisiert werden

Stellenabbau geplant

Um den einzelnen Konzernbereichen wieder größere Entscheidungsfreiheit einzuräumen, will der neue Bertelsmann-Vorstandschef Gunter Thielen die von seinem Vorgänger Thomas Middelhoff eingeführten zentralen Steuerungsgremien abschaffen und Stellen streichen. Der Vorstand habe Veränderungen für Struktur und Organisation des Unternehmens beschlossen, um die dezentrale Struktur des Medienkonzerns zu stärken, heißt es in einem am Freitag bekannt gewordenen Schreiben Thielens an die Mitarbeiter.

Weltgipfel berät über Nachhaltigkeit

10 Jahre nach Rio de Janeiro

Strategien einer umweltschonenderen und gerechteren Politik stehen ab Montag im Zentrum des Weltgipfels für Nachhaltigkeit im südafrikanischen Johannesburg. Zu dem Mammut-Kongress werden Staats- und Regierungschefs aus rund 100 Staaten und etwa 50.000 Teilnehmer erwartet. Ziel des Gipfels ist es, zehn Jahre nach der Weltumweltkonferenz von Rio de Janeiro einen international verbindlichen Fahrplan für mehr Umwelt- und Klimaschutz sowie die Bekämpfung von Armut und Hunger festzulegen.

Kartellamt nimmt Grünen Punkt unter die Lupe

Änderungen nach 2006

Das Bundeskartellamt prüft in einem förmlichen Verfahren die marktbeherrschende Stellung der "Grüner Punkt - Duales System Deutschland AG" (DSD). Die von der EU-Kommission angestrebte Öffnung des Marktes für Entsorgungsleistungen sei nicht erreicht worden, heißt es in einer Mitteilung des Kartellamtes vom Freitag. Die Möglichkeiten für den Wettbewerb von Selbstentsorgerlösungen und alternativen dualen Systemen seien eingeschränkt.

Brasilien errichtet größten Nationalpark der Welt

Tumucumaque Forest-Reserve

Die brasilianische Regierung hat die Errichtung des größten Nationalparks der Welt bekanntgegeben: im Norden des Landes wird der so genannte Tumucumaque Forest-Reserve mit einer Fläche von knapp drei Mio. Hektar errichtet. Kritiker befürchten allerdings, dass ein Korruptionsskandal das gewaltige Projekt zu Fall bringen könnte, berichtet BBC-online am Freitag.

Greenpeace und Ärztekammer gegen Patentierung menschlicher Gene

Einspruch gegen das Brustkrebs-Gen-Patent

Die Umweltorganisation Greenpeace hat am Freitag beim Europäischen Patentamt in München Einspruch gegen das Patent auf das sogenannte Brustkrebsgen eingelegt. Unterstützt wird der Einspruch von der Wiener Ärztekammer. Beide Organisationen warnen vor dem eklatanten Missbrauch des Patentrechts und den exklusiven Nutzungsrechten. Daraus resultieren negative Auswirkungen auf die medizinische Forschung und Therapie, so Walter Dorner, Präsident der Wiener Ärztekammer.

Der Ausverkauf der Vereinten Nationen

Hintergründe zum Umweltgipfel in Johannesburg

"Die Einstellung der Vereinten Nationen gegenüber dem Privatsektor hat sich in den vergangenen Jahren radikal verändert. Kooperation kommt heute vor Konfrontation." Mit diesen Worten wirbt Kofi Annan, Generalsekretär der UN, für den "Global Compact", einem Abkommen zwischen ursprünglich 44 multinationalen Konzernen und den Vereinten Nationen. Aus Deutschland dabei: die Chemie-Konzerne BASF, Aventis und Bayer, die Autobauer BMW und DaimlerChrysler sowie die Deutsche Bank. In dem vor zwei Jahren unterzeichneten Compact bekennen sich die Unternehmen zu neun Grundsätzen aus den Bereichen Umweltschutz, Arbeitssicherheit und Einhaltung der Menschenrechte. Die Prinzipien basieren auf der Erklärung der Menschenrechte von 1949, dem Weltsozialgipfel von 1995 und dem Umweltgipfel von Riode Janeiro 1992. Außerdem verpflichten sich die Konzerne, Musterprojekte zu initiieren und somit ihr Engagement zu belegen. Um den Fortschritt im Rahmen der Kooperation zu dokumentieren, will die UN geprüfte Fallbeispiele veröffentlichen, die der Öffentlichkeit zur Begutachtung freistehen.

Wowereit weist Vorwürfe im Bilanzskandal der Bankgesellschaft zurück

Offenbar falsche Testate erteilt

Im Bilanzskandal bei der Bankgesellschaft Berlin (BGB) hat der Regierende Bürgermeister der Hauptstadt, Klaus Wowereit (SPD), gegen ihn erhobene Vorwürfe zurückgewiesen. Der Brief des Wirtschaftsprüfers Achim Walther mit Hinweisen auf Bilanzfälschungen sei von der Senatskanzlei im Dezember 2001 an die Finanzverwaltung weitergegeben worden, sagte der Regierungschef am Freitag. Warum die Behörde Walther nicht geantwortet und den Brief sofort an die Staatsanwaltschaft übergeben habe, werde geprüft. Zugleich verwies Wowereit darauf, dass es zu diesem Zeitpunkt bereits eine Fülle von Indizien gegeben habe, wonach Bilanzen durch Wirtschaftsprüfer offenbar wissentlich falsch testiert wurden. Das Land Berlin hält die Mehrheit an der Bankgesellschaft.

Musikindustrie will Tauschbörsen-Nutzer verklagen

Copyright

Der US-amerikanische Verband der Musikindustrie Recording Industry Association of America (RIAA) http://www.riaa.org/ will erstmals einen einzelnen User einer Online-Tauschbörse verklagen. Mit einem Antrag beim Bezirksgericht in Washington DC fordert der Verband den Provider Verizon dazu auf, den Namen eines Tauschbörsen-Mitglieds herauszugeben, berichtet die Nachrichtenagentur ddp. Nach Darstellung des Musikindustrieverbands handelt es sich bei dem Internet-Nutzer um einen exzessiven Anbieter urheberrechtlich geschützter Musikdateien. Die RIAA hatte bereits im Juli angekündigt, im Rahmen ihres Kampfes gegen Copyright-Verletzungen nicht nur gegen die Betreiber von illegalen Tauschbörsen, sondern auch gegen einzelne Anbieter von Musik im Web vorzugehen.

Biotech-Unternehmen klont "Doppel-Gen-Knock-out-Schwein"

Klon-Ferkel 2002

Das britische Biotech-Unternehmen PPL Therapeutics hat hat vier Ferkel geklont, bei denen beide Genkopien, die für eine vehemente Xenotransplantat-Abstoßung verantwortlich sind, ausgeschaltet wurden. Das fünfte Ferkel überlebte das Doppel-Gen-"Knock-out" aus "unbekannten Gründen" nicht. PPL hat bereits dreimal einen "Knock-out"-Durchbruch präsentiert. Die letzten Klon-Ferkeln kamen am 25. Dezember 2001 zur Welt.

HIV-Infektionen bei Jugendlichen in Russland verdoppelt

UNICEF:

AIDS, Drogen und Verwahrlosung bedrohen das Leben Hunderttausender Heranwachsender in Osteuropa. Dies geht aus bislang unveröffentlichten Daten des Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen Unicef aus Russland, der Ukraine sowie anderen Staaten der Region hervor. In Russland haben sich die Neuinfektionen mit dem HI-Virus nahezu verdoppelt. Etwa 80 Prozent der Neuinfizierten sind jünger als 29, jeder fünfte ist jünger als 20 Jahre. AIDS verbreitet sich in Russland und in der Ukraine schneller als irgendwo sonst auf der Welt und treffe vor allem junge Menschen, erklärte die Leiterin der UNICEF-Programme für Russland, Weißrussland und die Ukraine, Rosemary McCreery.

Keine neuen Staustufen für die Donau

NABU und LBV:

Der Naturschutzbund NABU und der bayerische Landesbund für Vogelschutz LBV haben an die bayerische Staatsregierung appelliert, sich endgültig und öffentlich zu einem Ausbau der Donau ohne weitere Staustufen zu bekennen. Wer noch immer glaube, Flüsse seien rein technisch zu beherrschen und müssten vor allem nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten behandelt werden, handele vorsätzlich falsch und gefährde Mensch und Natur, sagte NABU-Bundesgeschäftsführer Gerd Billen. Wenn Bayerns Umweltminister Schnappauf aktuell betone, dass wirksamer Hochwasserschutz in der Fläche ansetzte, sei spätestens jetzt der Zeitpunkt gekommen, sich auch an der Donau für die im Bundestag beschlossene verträglichere Ausbau-Variante zu entscheiden.