Bundesdatenschutzbeauftragter fordert Gesetzesänderung gegen "Schnüffel-Chips"

Verbraucherschutz

Der Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar fordert im Interview mit dem Magazin Focus vom Montag eine Gesetzesänderung zur Regulierung von Funk-Chips, den sogeannten RFID-Chips. Die Gesetzesänderung soll festlegen, dass Produkte, die mit Chips ausgestattet sind zu kennzeichnen sind, die Verbraucher die darin gespeicherten Informationen einsehen können und dass der Chip nach dem Kauf permanent zu deaktivieren sein müsse. Zusammen mit der US-amerikanischen Verbraucherschützerin Katherine Albrecht habe der FoeBuD den in den Payback-Kundenkarten versteckten Chip im Metro Extra Future Store entdeckt.

Nachdem die Datenschutzaktivisten eine Demonstration vor dem Future Store in Rheinberg angekündigt hatten, soll der Metro-Konzern versprochen haben, alle 10.000 ausgegebenen "verwanzten Kundenkarten" umzutauschen. "Der Umtausch und die jetzt geäußerte Forderung des Bundesdatenschutzbeauftragten sind erste große Erfolge," sagt Rena Tangens vom FoeBuD.

"Damit schließt sich Schaar einer unserer Hauptforderungen an", so padeluun vom FoeBuD. Der FoeBuD hatte als Ausrichter des Datenschutznegativpreises BigBrotherAward im Oktober 2003 den "Metro Extra Future Store" in Rheinberg für den "Preis für Datenkraken" nominiert. Damit begann eine breit angelegte öffentliche Diskussion über die "Schnüffelchips".