Lebensmittel-Konzerne der Regenwaldzerstörung beschuldigt

Tag der Artenvielfalt

Zum UN Tag der Biologischen Vielfalt am 21. Mai setzt Greenpeace seinen Protest gegen den US-Agrarkonzern Cargill in drei Ländern fort. Cargill unterstütze mit seinem Soja-Geschäft die Zerstörung des größten und artenreichsten Regenwaldes der Erde. Der Konzern fördere die Ausweitung des Soja-Anbaus im Regenwald durch Kredite, landwirtschaftliche Maschinen und Logistik. Cargill beziehe die Sojabohnen von Farmern, die den Urwald zerstörten sowie in illegale Landnahme und Sklaverei verwickelt seien. Die nach Europa exportierte Soja diene hier als Futter für Masttiere wie Schweine, Rinder oder Kühe.

Im britischen Surrey haben Greenpeace-Aktivisten fast vier Tonnen Soja vor den Eingang der Cargill-Europazentrale gekippt und sich dort angekettet. Gleichzeitig haben Aktivisten im französischen Orléans die Europazentrale der Cargill-Tochterfirma SunValley versperrt. In Orléans produziert Cargill/Sun Valley Europe 15.000 Tonnen Hühnchen im Jahr für europäische Fast Food Ketten und Supermärkte. Das entspricht rund einer Million Hühnchen pro Monat. Cargill/Sun Valley Europe verfüttere laut Greenpeace Soja von Cargill, für die der Amazonas-Regenwald abgeholzt wurde.

Am Sonntag hatten im brasilianischen Santarém (Bundesstaat Pará) rund 1000 Menschen gegen den Anbau von Soja und die damit verbundene Urwaldzerstörung demonstriert. Im Hafen von Santarém verschifft Cargill Soja aus dem Amazonas-Gebiet nach Europa. Bereits am Freitag hatten dort Greenpeace-Aktivisten die nach ihren Aussagen illegal gebaute Soja-Umladestation von Cargill für einige Stunden lahm gelegt. Es kam immer wieder zu Zusammenstößen mit aufgebrachten Soja-Farmern und Cargill-Mitarbeitern. Drei Aktivisten wurden verletzt. Einem wurde ein Finger gebrochen, ein anderer erlitt Verbrennungen durch eine auf ihn gerichtete Signalmunition. Cargill-Schiffe hatten mehrmals das Greenpeace-Schiff "Arctic Sunrise" gerammt.

Greenpeace will Regenwald- und Gensoja stoppen

"Die meisten Menschen haben von Cargill noch nie etwas gehört. Aber dieser Konzern spielt eine zentrale Rolle in einer der größten Umweltverbrechen unserer Zeit", sagt Thomas Henningsen, Waldexperte von Greenpeace. "Cargill muss endlich einem Einschlagstopp im Regenwald zustimmen. Bis dahin sollten alle europäischen Lebensmittelfirmen den Einkauf von Cargills Amazonas-Produkten stoppen."

Greenpeace fordert von Cargill und der europäischen Lebensmittel-Industrie, sowohl auf genmanipulierte Soja als auch auf Soja aus dem Amazonas-Gebiet zu verzichten. Greenpeace wehre sich gegen den Anbau von Soja in Amazonien, weil für die Gewinnung der neuen Agrarflächen einzigartiger Regenwald zerstört werde, was die weltweite Artenvielfalt und das globale Klima bedrohe. Die Umweltorganisation unterstütze zudem die lokale Bevölkerung in ihrem Protest gegen die industriellen Groß-Farmer, weil diese die Wald-Bevölkerung zum Teil gewalttätig von ihrem Land vertrieben. Viele Vertriebene landeten in den Armutsvierteln am Rande von Santarém.