Grüne wollen Atomenergie zum Wahlkampfthema machen

"Schluss mit der Atomlüge"

Die Grünen planen eine deutschlandweite Kampagne gegen ein drohendes Aufweichen des Atomausstieges. "Wir werden den Widerstand gegen die Atomlobby flächendeckend organisieren", sagte Grünen-Fraktionschefin Renate Künast dem "Tagesspiegel", "von Neckarwestheim über Biblis, Brunsbüttel bis Gorleben". Neben einer Anzeigenkampagne unter dem Motto "Schluss mit der Atomlüge" und der Verbreitung von Info- und Argumentationspapieren sind Aktionsveranstaltungen in Regionen mit Atomreaktoren und an geplanten Atommüll-Endlagerstandorten vorgesehen.

Der rheinland-pfälzische CDU-Vorsitzende Christian Baldauf plädiert dafür, die Laufzeitverlängerung von Kernkraftwerken im Bundestagswahlkampf als "wichtiges Thema" anzusprechen. "Die Verlängerung der Laufzeiten der Kernkraftwerke ist ökonomisch und ökologisch notwendig. Darüber muss auch im Wahlkampf gesprochen werden, weil Energie für die Menschen bezahlbar bleiben muss", sagte er der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung".

Der CDU-Bundesvize, Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff, hatte zuvor davor gewarnt, die Kernenergie zum zentralen Wahlkampfthema zu machen. Die Anhänger der Union sind in der Frage der Atomenergie tief gespalten.