Gegen den Strom

Energiekonzerne arbeiten gegen Wirtschaftlichkeit

Die erneuerbaren Energien werden jedes Jahr günstiger. Die Windkraft kann nach nur 10 Jahren Unterstützung durch die Stromkunden am regulären Markt verkauft und gehandelt werden und die Investitionen fallen weiter. Der Strom aus der Sonne verkraftet voraussichtlich die unvorsichtige Drosselung der Vergütung um 13% durch die Bundesregierung zur Jahresmitte 2010. Gegen den Trend der sinkenden Preise fordert jetzt die Atomenergie Fördergelder für den Bau neuer Kraftwerke.

Ohne staatliche Hilfe keine neuen Reaktoren

Großbritannien wird zum Schauplatz der Fauts Pas im Kampf um die zukünftige Energieproduktion. Bereits im April 2009 stellt E.ON auf der Insel klar, dass der Bau von Kernkraftwerken und eine starke Förderung der Windkraft nicht zusammen passen. Dies steht im Gegensatz zu der in Deutschland propagierten Kernkraft als so genannte Brückentechnologie.

RWE topt diese Aussage aktuell. Der Konzern hatte eine Studie bei KPMG in Auftrag gegeben. Die Ergebnisse wurden diese Woche veröffentlicht und bestätigen Aussagen von Umweltorganisationen. Während der Strom aus Wind und Sonne immer günstiger wird, benötigt die Atomenergie bereits für den Bau von neuen Kraftwerken staatliche Hilfen.

Auch abgeschriebene Reaktoren volkswirtschaftlich unrentabel

Dabei betrifft die Studie nur den Neubau von Atomkraftwerken. Unberücksichtigt bleibt, dass die Betreiber der bestehenden Reaktoren in allen Ländern Vergünstigungen bekommen. Sie sind kaum versicherungspflichtig, haben große Vorteile über steuerliche Rückstellungen und müssen sich nicht um den Müll sorgen.

Trotzdem wiederholen die Konzerne das Mantra der günstigen Atomenergie. Die deutschen Bürger ahnen jedoch zu Recht gewisse Widersprüche.

Die Aktion „Post an Merkel“ läuft und läuft

Auch deshalb bekommt die Aktion „Post an Merkel“ trotz Sommerruhe weiter Zulauf. Auf Postkarten können Menschen zwischen Laufzeitverlängerungen, Beibehaltung des Atomkonsenses oder sogar einem schnelleren Ausstieg aus der Atomenergie wählen. Die Postkarten wurden seit Juni täglich in steigender Anzahl an Frau Bundeskanzlerin Merkel geschickt. Am 22. Juli erhält Frau Merkel bereits 37 Postkarten. Über die Sommerpause bis zum 9. September läuft die Aktion in einem wöchentlichen Rhythmus weiter und wird im Herbst vor der angekündigten Entscheidung bezüglich der deutschen Atomkraftwerke noch mal Gas geben. Mit jeder Sendung informieren Umweltorganisationen das Kanzleramt über markante Zahlen und Daten aus dem Bereich Erneuerbare Energien oder Kernkraft. Mittlerweile liegen über 1.200 ausgefüllte Postkarten vor. Fast alle Menschen fordern eine konsequente und schnelle Förderung der Erneuerbaren Energien und wollen den Atomkonsens wie geplant beibehalten oder sogar einen schnelleren Ausstieg aus der Kernenergie. Nach vorsichtigen Schätzungen der Teilnehmer stehen hinter den Aussagen der Menschen zusätzlich über 19.000 Bekannte, Freunde und Verwandte. Dabei wurden übertriebene Schätzungen nicht berücksichtigt. Die Aktion wurde initiiert von Energie in Bürgerhand, Mütter gegen Atomkraft, projekt21plus und WECF.

Relevante Zahl zur Nummer 37 Mit jeder Sendung bekommt Frau Merkel einen Brief mit relevanten Fakten passend zur Postkartenanzahl. Folgende Information erreichte die Bundeskanzlerin heute:

** 37 Karten für 37-fache Leistung** Laut dem Marktforschungsunternehmen Isuppli Corporation wird die solarthermische Stromproduktion im Jahr 2014 rund 37-mal größer sein, als 2009. Die installierte Leistung wäre dann weltweit 10,8 Gigawatt (GW). Um diese Leistung zu erreichen, seien nicht unbedingt neue Anlagen nötig. Die Fertigstellung der in der Entwicklung befindlichen Kraftwerke würde ausreichen. Das Unternehmen sagt voraus, dass die Photovoltaik zusätzlich um das Sechsfache wachsen und bis 2014 eine installierte Leistung von 45,2 GW erreichen werde.

Alle Briefe an Frau Merkel und viele weitere Informationen stehen auf der Webseite www.nein-zu-atomkraft.de als Download zur Verfügung.

Für Fragen steht Ihnen Frau Trudel Meier-Staude (089-35 65 33 44 oder 0177-598 33 97) von projekt21plus gerne zur Verfügung.