mittelmeer Nachrichten & Informationen

EU-Grenzschutzbehörde will Mittelmeer stärker überwachen

EU-Außengrenzen

Die EU-Grenzschutzbehörde Frontex will im Sommer das Mittelmeer stärker überwachen, um die als "illegal" bezeichnete Einwanderung einzuschränken. Das sagte der Exekutivdirektor der Behörde, Illka Laitinen, am Montag im rheinland-pfälzischen Boppard. Dort trafen sich Vertreter aus allen EU-Staaten zu einem Symposium über die Perspektiven der europäischen grenzpolizeilichen Zusammenarbeit. Frontex wolle die Voraussetzungen schaffen, die illegale Einwanderung "so gut wie möglich" in den Griff zu bekommen, so Laitinen. Ganz lösen lasse sich dieses Problem jedoch nicht.

"Die Thunfischbestände im Mittelmeer stehen kurz vor dem Zusammenbruch"

Subventionierung der Fischereiflotte

"Die Thunfischbestände im Mittelmeer stehen kurz vor dem Zusammenbruch" – Das war die dramatische Botschaft einer Anhörung des Fischerei-Ausschusses des Europaparlaments, die am 12. September stattfand. Fischereiexperten, Umweltschützer und Branchenvertreter waren sich offenbar einig darin, dass dringender Handlungsbedarf bestehe: Die jährliche Fangmenge von 50.000 Tonnen müsse halbiert werden, um eine Regenerierung der Bestände zu gewährleisten. Die EU habe in den vergangenen Jahren den Fischfang durch die Subventionierung der Fischereiflotte gefördert. Jetzt wird über neue Subventionen für die Verkleinerung der Flotten diskutiert.

Wasserverbrauch der Landwirtschaft soll die Mittelmeerregion austrocknen

Neue Sahara?

Der WWF (World Wide Fund for Nature) veröffentlichte am Donnerstag eine Studie, derzufolge die Mittelmeerregion in Zukunft mit immer häufigeren und stärkeren Dürrephasen zu kämpfen habe. Verantwortlich für die "dramatischen Trockenperioden" in weiten Teilen Süd- und Mitteleuropas im Sommer sei der immense und größtenteils ineffiziente Wasserverbrauch in der Landwirtschaft: Rund 65 Prozent des gesamten Verbrauchs landeten laut WWF auf Feldern und in Gewächshäusern, und zwar vor allem, um mithilfe von EU-Subventionen wasserintensive Feldfrüchte wie Zuckerrüben und Mais zu produzieren. Der WWF fordert angesichts des Katastrophensommers 2005 und der auch in diesem Jahr zu erwartenden neuen "Jahrhundertdürren" in Spanien und Portugal ein sofortiges Umlenken bei der Vergabe landwirtschaftlicher Subventionen durch die EU.

Russland beteiligt sich an NATO-Überwachung im Mittelmeer

Kontrolle der Seefahrtswege

Russland wird sich ab dem kommenden Jahr an der NATO-Überwachungsmission im Mittelmeer mit eigenen Schiffen beteiligen. Das kündigte NATO-Generalsekretär Jaap de Hoop Scheffer am Mittwoch nach der Tagung des NATO-Russland-Rates in Berlin an. Der russische Verteidigungsminister Sergej Iwanow habe auf dem Treffen offiziell die Zusage seines Landes überbracht. De Hoop Scheffer betonte: "Es ist das erste Mal, dass NATO-Schiffe und russische Schiffe Seite an Seite fahren werden."

Gefahr für Mittelmeerfische durch Tunfisch-Futter

"Virenalarm für Mittelmeer-Fische"

Die Fische im Mittelmeer sind nach Einschätzung des WWF durch "exotische" Krankheitserreger stark gefährdet. Verantwortlich dafür seien die Fische, die im großen Stil in den mediterranen Tunfischfarmen verfüttert würden. Diese stammten meist aus anderen Gewässern und schleppten fremde Viren ein, denen ihre Verwandten im Mittelmeer nur wenig entgegenzusetzen hätten, so die Umweltschützer. Stefanie Schmidt, Fischereireferentin des WWF Deutschland hält es für gefährlich, importierten und unverarbeiteten Futterfisch zu verwenden. Die EU müsse diese Praxis verbieten, da das Risiko zu hoch sei, dass sich die Mittelmeerfische mit einem für sie tödlichen Virus ansteckten.

WWF-Report befürchtet Wasserknappheit durch Massentourismus

Reisewelle legt das Mittelmeer trocken

Die Länder des Mittelmeerraums müssen sich aufgrund der zunehmenden Touristenströme auf gravierende Wasserknappheit und damit verbundene Umweltprobleme einstellen. Bis 2025 sollen jährlich 655 Millionen Reisende ihren Urlaub im Mittelmeer verbringen. Das wäre noch einmal eine Verdopplung der aktuellen Besucherzahlen. Treffen diese Prognosen ein, würde dies das Todesurteil für zahlreiche Feuchtgebiete in der Region bedeuten, warnt der WWF in einem jetzt vorgestellten Report und fordert ein sofortiges gegensteuern.

Tourismus bedroht Schildkröten

Mittelmeer

Schildkröten-Nester an den Stränden des Mittelmeers sind durch unkontrollierten Tourismus bedroht. Schutzgebiete, die eigentlich den Meeresschildkröten vorbehalten sein sollen, werden missachtet oder nur schlecht bewacht, so die Naturschutzorganisation WWF. Gerde zur Feriensaison sei der Tourismus ein Problem. Gelingt es den Schildkröten, den am Strand lauernden Katzen, Hunden und Raubvögeln zu entkommen, können die Schildkröten bis zu 100 Jahre alt werden. Doch bis dahin sei es ein langer Weg: In etwa jede tausendste Schildkröte erreiche das Erwachsenenalter.

EU-Gelder für Tunfischfarmen im Mittelmeer gefährden Blauflossentun

WWF warnt

Die Europäische Union subventioniert in großem Stil den Ausbau der Tunfischfarmen im Mittelmeer. Seit 1997 sind laut einer am Montag anläßlich des "World Oceans Day" (8. Juni) veröffentlichten WWF-Studie 19 bis 20 Millionen Euro in die boomende Fischindustrie geflossen. Stefanie Schmidt, WWF-Referentin für Meeresfischerei warnt: "Wenn die EU ihre Subventionen nicht stoppt, könnten die stark gefährdeten Blauflossentun-Bestände in wenigen Jahren aus dem Mittelmeer verschwunden sein". Mit Hilfe der EU-Gelder wurden im vergangenen Jahr 21.000 Tonnen des vor allem in Japan als Delikatesse geltenden Blauflossentuns verarbeitet - ein Steigerung von 50 Prozent gegenüber 2002.

EU-Subventionen für die Ausbeutung bedrohter Tunfische im Mittelmeer

Fischerei

Weil er mit Spitzengeschwindigkeiten von 70 km/h einer der schnellsten Fische ist und Prachtexemplare in Japan schon für 180.000 Euro versteigert wurden, gilt der Blauflossentun als der Ferrari unter den Fischen. Doch der bis zu 700 Kilogramm schwere Meeresbewohner droht der Fisch-Industrie zum Opfer zu fallen. Im Mittelmeer werden die stark bedrohten Tunfische in große Unterwasserkäfige eingepfercht und dort gemästet. Später landen sie dann als Sushi auf dem Teller vor allem japanischer Verbraucher. Die Umweltstiftung WWF kritisiert die Europäische Union, weil sie die Ausbeutung mit der Förderung neuer Tunfisch-Farmen und Netze subventioniert.

Flüchtlingsboot gesunken - 60 Asylsuchende ertrunken

Türkisches Mittelmeer

Auch in der Weihnachtszeit bleiben die Türen für Schutzsuchende in Europa geschlossen. Deutsche und europäische Asylpolitiker handeln weitestgehend nach dem Motto des Herbergsbetreibers von Bethlehem: ‚Fenster und Türen verriegeln, es ist kein Platz mehr da.‘ - mit tödlichen Folgen. Am Samstagabend starben 60 Flüchtlinge zwischen der türkischen Mittelmeerküste und der griechischen Insel Rhodos. Schutzsuchende u.a. aus dem Irak und Afghanistan ertranken bei dem Versuch, das Territorium der Europäischen Union (EU) zu erreichen und Schutz zu finden. Aus der Sicht von PRO ASYL tragen die EU-Staaten eine zentrale Mitverantwortung für das tausendfache Sterben an den europäischen Außengrenzen.

ADAC sieht Trend zum Besseren aber Mängel bei den Mannschaften

Mittelmeerfähren im Test

Auf den Fähren im Mittelmeer gibt es noch immer gravierende Sicherheitsmängel. Zwar schneiden die Schiffe im neuen ADAC-Test zumeist besser ab als in den vergangenen Jahren. Sorgen macht den Testern jedoch der zum Teil miserable Ausbildungsstand der Mannschaften. Die Ergebnisse seien "teilweise verheerend", klagte ADAC-Projektleiter Robert Sauter am Mittwoch. Im Unglücksfall wüssten die Seeleute oft nicht, was zu tun sei.