Sachsen
Müller erneuert Kritik wegen Fluthilfenauszahlung
In der vergangenen Woche hatte der Freistaat einräumen müssen, die seit Anfang September für die Reparaturen von Wohngebäuden und kommunaler Infrastruktur zur Verfügung stehenden Mittel anders als andere Bundesländer noch nicht abgerufen zu haben. Den privaten Haushalten und Kommunen soll daraus aber kein Schaden entstanden sein.
Müller bemängelte, dass in Sachsen von 3.244 bewilligten Anträgen der Soforthilfe für Unternehmen nur 2.146 auch ausgezahlt worden seien. Dies widerspreche der Vereinbarung der Wirtschaftsminister, demnach Bewilligung und Auszahlung in einem Akt erfolgen soll. Müller bot dem Land an, dass Spezialisten der Bundeswehr für Schadenregulierung von Flurschäden helfen könnten.
Bis Ende vergangener Woche gingen in den Ländern 4.645 Anträge auf Soforthilfe ein, davon 85 Prozent in Sachsen, berichtete der Bundeswirtschaftsminister. Insgesamt seien bislang 37,88 Millionen Euro ausgezahlt worden, was im Durchschnitt 13.850 Euro je Antrag entspreche. Das Versprechen des Bundeskanzlers, es solle niemandem materiell schlechter gehen als vor der Flut, werde "vom Grundsatz her einzuhalten sein", sagte Müller. Er räumte ein, es sei noch nicht abschließend geklärt, wie mit mittelbaren Schäden umgegangen werden solle. Er bevorzuge ein unbürokratisches Vorgehen, wenn etwa Unternehmen Ausfälle durch Straßensperrungen oder Zwangsevakuierungen entstanden seien.
Müller beklagte, dass die Tourismuswirtschaft selbst in Orten, die von der Flut verschont geblieben sind, von Stornierungen hart getroffen werde. "Auch Urlaub kann durchaus ein Zeichen der Solidarität sein", warb Müller dafür, die Ferien in den hochwassergeschädigten Regionen zu verbringen.
Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) erwartet von der Schadenbeseitigung nach der Flutkatastrophe eine erhebliche konjunkturelle Wirkung in Ostdeutschland. Schon in diesem Jahr könnte die Produktion dort trotz der Ausfälle durch die Flut um etwa 1 bis 1,5 Prozentpunkte höher ausfallen als dies ohne die Aufbauleistung der Fall wäre, zitiert die Zeitschrift "Super Illu" aus einem DIW-Gutachten. 2003 wäre selbst unter Berücksichtigung der Verschiebung der Steuerreform ein zusätzlicher Zuwachs von etwa 2 Prozent auf das ohnehin prognostizierte Wachstum von 1,7 Prozent möglich, meinen die Konjunkturforscher der Zeitschrift zufolge.
Zeige Deinen Kontakten bei Google und Facebook, dass Dir dieser Beitrag gefällt!
Am 16. Sep. 2002 unter:
nachrichtenStichworte:
« Startschuss für die erste Personal-Service-Agentur
Ausreiseabkommen mit Jugoslawien unterzeichnet »
Unterstützen Sie uns, damit wir ohne störende Werbung gelesen werden können. Ihre freie kostenlose Internetzeitung!
Setzen Sie Banner und Links auf Ihre Seite. Bookmarken Sie uns, und helfen Sie so mit der Verbreitung der wichtigen Inhalte.
Wir suchen Journalisten bzw. Autoren, die Lust haben, die Internet-Zeitung ngo-online gemeinsam zu einer starken Alternative zu den Mainstream-Medien aufzubauen. Machen Sie mit ..MITMACHEN
Platzieren Sie
Ihre Werbung hier
- NRW Justiz: Die Landesregierung ist gefordert
- Senioren: Alt ist, wenn man Seniorenresidenz googelt
- Christian Wulff - Wenn Machtmenschen menscheln
- Diskurs der Rechtspopulisten über Israel
- Photovoltaik-Zubau in Deutschland
- Versammlungsfreiheit - ausschlaggebende Grundlage der Verfassung
- „Cottbus Nazifrei!“ - DASS ist ein MUSS
- Arbeitsrecht: EuGH Urteil enttäuscht
- Finca Mallorca und andere Schnäppchen
- Windenergie wieder auf gutem Weg
