Münchner-Linux-Projekt gefährdet
EU-Softwarepatente bedrohen europäische Software-Industrie und freie Software
"Softwarepatente stellen eine existenzielle Bedrohung für die überwiegend klein- und mittelständisch geprägte deutsche IT-Branche sowie für Open-Source-Projekte dar, denn es de facto ein Ding der Unmöglichkeit, mittels Patentrecherche auf diesem Gebiet Rechtssicherheit zu erhalten", sagte Mühlhaus. Es sei davon auszugehen, dass Computerprogramme mit einer gewissen Komplexität zwangsläufig gegen die teils sehr trivialen und breit gefassten Patentansprüche anderer "verstoßen" würden. "Großunternehmen lösen dieses Problem durch gegenseitige Lizenzen für ihre gesamten Patentportfolios", sagte Mühlhaus, "doch kleinen und mittelständischen Unternehmen oder Open-Source-Entwicklern steht diese Möglichkeit nicht offen."
Als mitverantwortlich für die Bedrohung nennt Mühlhausen das deutsche Bundesjustizministerium, das entgegen allen Warnungen im EU-Rat für die breite Patentierbarkeit von Software eingetreten ist. Patentklagen könnten aber den Ausfall kompletter Referate der Münchner Stadtverwaltung bewirken. Mühlhausen - selbst großer Verfechter freier Software - hat deshalb den Münchner Oberbürgermeister Christian Ude aufgefordert, die Bundesregierung zu einem Kurswechsel zu bewegen und die Konsequenzen der EU-Politik auf das Münchner Linux-Projekt zu untersuchen.
"Es stellt sich die Frage, ob Linux und andere Open-Source-Software mittel- und langfristig wettbewerbsfähig sind und den Anforderungen der Stadtverwaltung genügen, wenn deren Weiterentwicklung durch Softwarepatente massiv eingeschränkt wird", so Mühlhausen. "Europa ist in der Software-Frage drauf und dran eine historische Chance für Kosteneinsparungen und Wachstum mutwillig zu zerstören", sagte Florian Müller, Berater des Open-Source-Software-Herstellers MySQL. "Nur damit die Patentbürokratie glücklich ist und ausländische Großkonzerne den Mittelstand abwürgen können."
Erst Anfang des Monats hatte das holländische Parlament die dortige Regierung aufgefordert, bei der EU gegen Software-Patente zu stimmen. Auch in Deutschland mehrt sich der Widerstand. Neben den Grünen, der FDP und Teilen der SPD sind auch weite Teile der Wirtschaft gegen die geplanten Software-Patente.
Zeige Deinen Kontakten bei Google und Facebook, dass Dir dieser Beitrag gefällt!
Am 30. Jul. 2004 unter:
nachrichtenStichworte:
« "Hartz IV reißt Familien auseinander"
Welthandelsabkommen schlechter Tausch für Entwicklungsländer »

Suchmachinenoptimierung
Wir optimieren Ihre Webseite. Mehr relevante Besucher = Mehr Umsatz. Lesen Sie mehr über unsere Stärken
Unterstützen Sie uns, damit wir ohne störende Werbung gelesen werden können. Ihre freie kostenlose Internetzeitung!
Setzen Sie Banner und Links auf Ihre Seite. Bookmarken Sie uns, und helfen Sie so mit der Verbreitung der wichtigen Inhalte.
Wir suchen Journalisten bzw. Autoren, die Lust haben, die Internet-Zeitung ngo-online gemeinsam zu einer starken Alternative zu den Mainstream-Medien aufzubauen. Machen Sie mit ..MITMACHEN
Platzieren Sie
Ihre Werbung hier
- Wellness: Nordic Walking wird Sie begeistern
- Gewerkschaften verhindern Arbeitskampf
- DIE LINKE: Warum Sahra Wagenknecht die Richtige ist
- ESSO: Milliarden mit schwarzen Gold | Profit um jeden Preis
- SPD und Piratenpartei zum Urheberrecht
- Wellness durch Yoga Übungen
- Depression: Symptome, Test und Hilfe bei Depressionen
- Birgit Corinna Lange: Über Liebestaumel, Amerika und New York
- Emanzipation der Frau: Kristina Schröder, Frauenqoute und Gleichberechtigung
- Fitness & Wellness durch Sport im Alter
