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Generalleutnant Kammerhoff betont neue weltweite Rolle für die Bundeswehr

"Führung aus einer Hand"

Die Bundeswehr richtet sich zunehmend auf internationale Einsätze aus und hat dafür in den vergangen Jahren auch die notwendigen Kommandostrukturen geschaffen. Das betonte Generalleutnant Holger Kammerhoff, Befehlshaber des Einsatzführungskommandos, am Donnerstag vor mehr als 250 Vertretern aus Politik, Kirchen, Wirtschaft und diplomatischen Korps in Geltow bei Potsdam. "Führung aus einer Hand" sei zum Leitbild des Kommandos geworden, das allein im vergangenen Jahr den Einsatz von mehr als 63.000 deutschen Soldaten koordiniert hat.

Mit den Verpflichtungen im Rahmen der NATO und der Europäischen Union stehe die Bundeswehr vor neuen Herausforderungen, betonte der General. Er erinnerte daran, dass sich Deutschland mit 4500 Soldaten an der NATO Response Force, der Schnellen Eingreiftruppe der Allianz, beteilige und die erste mit 1500 Mann ausgestattete "Battlegroup" für EU-Einsätze aufstelle. Diese Einsatzkräfte müssten in der Lage sein, alle Aufgaben von "Krisenvorsorge" bis zur "Friedenserzwingung" zu bewältigen.

Dieses Aufgabenspektrum habe sich schon bei den gegenwärtig acht Auslandseinsätzen gezeigt, so Kammerhoff. Auf dem Balkan sei die Bundeswehr mit 3500 Soldaten präsent, wobei die Missionen von relativ ruhigen Bosnien-Herzegowina bis zur Unruheprovinz Kosovo reichten. Im Kosovo, wo es im vergangenen Jahr zu ethnischen Ausschreitungen kam, gebe es "unter der scheinbar ruhigen Oberfläche" ein latentes Unruhepotenzial. Hier müssten die KFOR-Truppen weiter wachsam bleiben.

Weiterer Schwerpunkt der Auslandseinsätze ist Afghanistan, wo derzeit rund 2000 Bundeswehrsoldaten stationiert sind. Ohne direkt auf die aktuelle Debatte um ein erweitertes Afghanistan-Mandat einzugehen, betonte der General, dass neben der Ausdehnung der regionalen Präsenz auch eine Unterstützung des afghanischen Anti-Drogen-Kampfes notwendig sei. Dieser verdiene neben der ISAF-Hilfe "auch unsere Unterstützung", sagte Kammerhoff.

Zugleich erinnerte der General an den bislang längsten Auslandseinsatz der Bundeswehr, der in Georgien stattfindet. Hier unterstützt Deutschland seit über zehn Jahren eine Beobachtermission der Vereinten Nationen mit derzeit elf Mann.

Zwei Bundeswehrangehörige sind zur Überwachung des Friedens- und Waffenstillstandsabkommens in Afrika im Grenzgebiet zwischen Eritrea und Äthiopien eingesetzt.

In der indonesischen Flutprovinz Banda Ace läuft zudem derzeit die größte humanitäre Hilfsaktion der Bundeswehr mit rund 400 Soldaten. Mit einem Kontingentwechsel in dieser Woche sind Vorbereitungen getroffen worden, diesen Einsatz auch über März hinaus fortzusetzen.

Das Einsatzführungskommando der Bundeswehr in Geltow

Das Einsatzführungskommando der Bundeswehr wurde Mitte 2001 geschaffen, um alle nationalen und internationalen Einsätze von Heer, Luftwaffe und Marine zu planen und zu leiten. Gegenwärtig führt die in Geltow bei Potsdam gelegene Dienststelle über 6400 Soldaten in acht unterschiedlichen Einsätzen auf drei Kontinenten. Befehlshaber des Einsatzführungskommandos ist seit September 2004 Generalleutnant Holger Kammerhoff.

Bis zur Schaffung des Einsatzführungskommandos wurden Auslandseinsätze der Bundeswehr dezentral von Koblenz (Heer), Köln (Luftwaffe) und Glücksburg (Marine) gesteuert. Seit knapp vier Jahren gibt das Einsatzführungskommando nun als einzige Dienststelle der Bundeswehr nationale Weisungen an die Führer der deutschen Kontingente im Ausland, egal ob sie im nationalen oder internationalen Rahmen agieren.

Der in den 30er Jahren errichtete Kasernenkomplex bei Potsdam wurde ursprünglich für die Luftwaffe gebaut. Nach Kriegsende 1945 nutzte die Rote Armee zunächst das Areal, anschließend diente es als Kommando Landstreitkräfte der DDR-Volksarmee. Heute kann das Einsatzführungskommando in der Henning-von-Tresckow-Kaserne auch als Hauptquartier für militärische Operationen der Europäischen Union genutzt werden.

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