Austrittswelle

AWO-Chef Schmidt steht wegen "Hartz IV" am Pranger

Der Bundesvorsitzende der Arbeiterwohlfahrt (AWO), Wilhelm Schmidt, gerät wegen seiner Forderung nach Leistungskürzungen für Empfänger nach der Arbeitsmarktreform "Hartz IV" in heftige Kritik aus den eigenen Reihen. Schmidt habe klar gegen die Prinzipien der Arbeiterwohlfahrt verstoßen, sagte der Vorsitzende des Bezirksverbandes Niederrhein, Paul Saatkamp, der Chemnitzer "Freien Presse". Er sei entsetzt über die Haltung des AWO-Vorsitzenden. Alle vier nordrhein-westfälischen Bezirksverbände distanzierten sich von den Kürzungsforderungen ihres Vorsitzenden.

Saatkamp forderte Schmidt auf, die in der Erklärung enthaltenen Korrekturvorschläge für die "Hartz IV"-Reform auf der Mitte Juni stattfindenden Bundesausschusssitzung öffentlich zurückzunehmen. Die Forderungen Schmidts hätten bereits zu einer Austrittswelle in der AWO geführt, sagte Saatkamp.

Bei einer Fortsetzung der unsozialen Politik befürchte er einen ähnlichen Aderlass, wie ihn die SPD hat hinnehmen müssen. Er gehe davon aus, dass Schmidt wegen seiner unabgestimmten Initiative vom Bundesausschuss gerügt werde. "So ein Verhalten kann nicht hingenommen werden." Mit Rücktrittsforderungen rechnet Saatkamp jedoch nicht.

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