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Atomenergiebehörde lobt Atomkraftwerk Philippsburg

Inspektionen auf Wunsch der Betreiber

Mehr als fünf Jahre nach der Pannenserie im Atomkraftwerk Philippsburg hat die Internationale Atomenergieorganisation (IAEA) der Anlage zum wiederholten Mal ein gutes Zeugnis ausgestellt. Das baden-württembergische Kernkraftwerk sei sicherheitstechnisch im internationalen Vergleich "eine sehr gute Anlage", sagte der zuständige IAEA-Verantwortliche Miroslav Lipar am Mittwoch in Philippsburg. Das Atomkraftwerk habe sich in den vergangenen zwei Jahren noch einmal "positiv weiterentwickelt". Die Internationale Atomenergieorganisation setzt sich traditionell gemäß ihrer Satzung für die Förderung der so genannten zivilen Nutzung der Atomenergie ein. Die Inspektionen deutscher Atomkraftwerke erfolgen auf Wunsch der Betreiber der Atomkraftwerke.

Lipar zeigte sich "sehr beeindruckt" vom Atomkraftwerk Philippsburg. Die Korrekturmaßnahmen seien in vielen Bereichen "über unsere Empfehlungen hinausgegangen". Es gebe jetzt beispielsweise zwei Notfallübungen pro Jahr statt früher nur einer. Es sei ein "neues Notfallteam" gebildet worden. Die etwa 1000 Mitarbeiter von Fremdfirmen im AKW würden zudem nun besser überwacht.

Kraftwerksleiter Hans-Josef Zimmer sagte, er sei "sehr stolz" auf die Ergebnisse. "Ich glaube, wir haben nach 2001 an Reputation zurückgewonnen." In dem Kraftwerk war es im Sommer 2001 zu einer Pannenserie im Block 2 gekommen. Das Personal hatte wiederholt gegen Betriebsvorschriften verstoßen.Die Grünen kommentierten die Ergebnisse skeptisch. "Auch noch so gute Technik nützt wenig bis nichts, wenn der Faktor Mensch versagt", erklärte der energiepolitische Sprecher der Grünen im baden-württembergischen Landtag, Franz Untersteller. Bei allen "schwerwiegenden kerntechnischen Vorkommnissen" der Vergangenheit - von der Atomkatastrophe in Tschernobyl, dem Beinahe-Gau in dem US-amerikanischen Reaktor Harrisburg "bis hin zu den schweren Störfällen der jüngsten Vergangenheit in den Reaktoren Brunsbüttel, Forsmark oder der Anlage Philippsburg II im Jahr 2001" habe menschliches Versagen eine entscheidende Rolle gespielt.

Lipar kündigte unterdessen an, dass im Oktober 2007 auch das Atomkraftwerk Neckarwestheim auf Wunsch des Betreibers EnBW von der IAEA inspiziert werde. Der Energiekonzern will eine längere Laufzeit für das 30 Jahre alte Kernkraftwerk Neckarwestheim-1 bis 2017 durchsetzen, das ansonsten spätestens 2009 vom Netz gehen müsste. Hierfür sollen Strommengen vom jüngeren Reaktor Neckarwestheim-2 auf den deutlich älteren Block übertragen werden. Ein entsprechender Antrag wurde beim Bundesumweltministerium eingereicht.

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