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Verheerende Auswirkungen des Kraftwerksbaus Lubmin befürchtet

"Heringsbestände bedroht"

Das geplante Steinkohlekraftwerk in Lubmin könnte einer Studie zufolge verheerende Folgen für das Ökosystem an der Boddenküste haben. So führe allein das Einleiten von Kühlwasser zu einem drastischen Rückgang von Fischarten sowie einer Veränderung der Küstenlinie, wie die Rostocker "Ostseezeitung" aus der Studie des Biologen Günther Vater zitiert.

Geplant sei die Einleitung von 325.000 Tonnen erwärmten Wassers in das Becken des Industriehafens, heißt es in der Analyse. Bereits geringfügige Temperaturerhöhungen von ein bis zwei Grad Celsius könnten laut Vater zum Aussterben ganzer Tierarten führen. Besonders bedroht wären die Heringsbestände, die dort ihr bedeutendstes Laichgebiet hätten, schreibt das Blatt.

Bereits Mitte Juni hatte eine Studie der Technischen Universität Berlin vor dem Bau des Kohlekraftwerkes gewarnt. Demnach wäre mit einem Ausstoß von bis zu zehn Millionen Tonnen Kohlendioxid sowie hochgiftigem Arsen, Blei, Kadmium und Quecksilber im Umkreis von 100 Kilometern von Lubmin zu rechnen.

Der dänische Energiekonzern DONG Energy plant unmittelbar neben dem stillgelegten Kernkraftwerk Lubmin den Bau von zwei 800-Megawatt-Blöcken. Das von der Landesregierung befürwortete, etwa 1,5 Milliarden Euro teure Steinkohlekraftwerk soll spätestens 2012 in Betrieb gehen und jährlich 3,6 Millionen Tonnen Importsteinkohle verstromen. Die Mehrheit der Einwohner von Lubmin hatte sich gegen den Bau in dem Seebad ausgesprochen.

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