quecksilber

Einwendung beim Regierungspräsidium

Genehmigung des Kohlekraftwerks Mannheim nach Auffassung des BUND rechtswidrig

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) wendet sich gegen den Neubau eines Kohlekraftwerkblocks durch die Großkraftwerk Mannheim AG (GKM). "Der Genehmigungsantrag strotzt vor Widersprüchen gegen bestehende Rechtsvorschriften", so die baden-württembergische BUND-Landesvor­sitzende Brigitte Dahlbender. Der BUND hat "diese gravierenden Verstöße" als Einwendung zum immissionsschutzrechtlichen Genehmigungsverfahren beim Regierungspräsidium eingereicht. Der neue Kohlekraftwerksblock 9 verstoße aber nicht nur gegen geltendes Recht. Der riesige Neubau sei auch "völlig überdimensioniert und überflüssig". Sein Betrieb werde das Klima und die Umwelt erheblich schädigen und sei unvereinbar mit den Zielen des Luftreinhalteplans, so Dahlbender. Der BUND prüft deshalb eine Klage gegen die Erweiterung "der Mannheimer Dreckschleuder".

"Heringsbestände bedroht"

Verheerende Auswirkungen des Kraftwerksbaus Lubmin befürchtet

Das geplante Steinkohlekraftwerk in Lubmin könnte einer Studie zufolge verheerende Folgen für das Ökosystem an der Boddenküste haben. So führe allein das Einleiten von Kühlwasser zu einem drastischen Rückgang von Fischarten sowie einer Veränderung der Küstenlinie, wie die Rostocker "Ostseezeitung" aus der Studie des Biologen Günther Vater zitiert.

Gehirnschäden

EU soll Exportverbot für Quecksilber beschließen

Der Deutsche Naturschutzring (DNR) fordert die EU-Umweltminister auf, den Export von Quecksilber zu verbieten. Das Verbot müsse auch für Produkte gelten, die Quecksilber enthalten und innerhalb der EU nicht verkauft werden dürfen. "Es ist absurd, gefährliche Produkte bei uns aus dem Verkehr zu nehmen, aber den Export in andere Länder weiterhin zu erlauben", meint DNR-Präsident Hubert Weinzierl. "Quecksilber breitet sich über Wasser und Luft weltweit aus und landet am Ende auch wieder bei uns, ganz egal, wo es freigesetzt wird." Am 13. Juni beginnen in Brüssel die Verhandlungen zu diesem Thema.

Meeresumwelt

Schwedische Behörden stoppen anscheinend Giftmüllbergung in der Ostsee

Vor 50 Jahren waren schwedische Industrieabfälle in der Ostsee versenkt worden, die jetzt gehoben werden sollen. Das Schwedische Geologische Institut (SGU) hat nach Informationen des World Wide Fund for nature (WWF) inzwischen 3500 Fässer mit giftigem Quecksilber im Meer vor der Industriestadt Sundsvall gefunden. Nach neusten Informationen werde die Suchfahrt jedoch wegen Geldmangel nicht weitergeführt. Dabei hätten die vier Fässer, die bereits geborgen und untersucht wurden, Risse und Löcher. Der Beton, mit dem die Quecksilbersalze vermischt seien, habe sich bereits teilweise im Wasser gelöst. "Trotz des Wissens um die Gefahren, riskieren die schwedischen Behörden eine Vergiftung der Meeresumwelt", sagte WWF-Experte Jochen Lamp. "Es ist unverantwortlich, dass die Untersuchungen jetzt abgebrochen werden. Zurzeit sind die Wetterbedingungen für eine Untersuchung und auch eine Bergung ideal, Stürme im Herbst und Winter können ein späteres Handeln unmöglich machen", so Lamp.

EU-Richtlinie

Sammlung, Behandlung und Recycling von Altbatterien und Altakkumulatoren

Nach zweijährigen Verhandlungen haben am Dienstag die Abgeordneten des Europäischen Parlaments eine Richtlinie angenommen, auf deren Grundlage es ab 2008 EU-weit Systeme zur Sammlung von Altbatterien und -akkumulatoren geben soll. Praktisch bedeutet das, dass sechs Jahre nach dem Inkrafttreten der Richtlinie 25 Prozent und nach zehn Jahren 45 Prozent der Altbatterien und ‑akkumulatoren "möglichst weitgehend getrennt gesammelt" werden müssen. Von den gesammelten Batterien wiederum müssen zwischen 50 und 75 Prozent des Gewichts recycelt werden. Die Mitgliedstaaten haben zwei Jahre Zeit, um die Richtlinie in nationales Recht umzusetzen.

Elektroschrott-Gesetz

Verbot von Blei, Cadmium und Quecksilber in Elektro-Neugeräten

Die 3. Stufe des Elektroschrott-Gesetzes trat in Kraft. Demnach dürfen nach Angaben des Bundesumweltministeriums Hersteller von Elektro- und Elektronikgeräten seit dem 1. Juli 2006 in neu gefertigten Produkten - von Ausnahmen abgesehen - kein Blei, Cadmium, Quecksilber oder bestimmte Chromverbindungen sowie bromhaltige Flammschutzmittel mehr verwenden. Die Verbannung der Umweltgifte aus Elektrogeräten soll Mensch und Umwelt vor Schadstoffbelastungen schützen und die Recyclingfähigkeit der Produkte verbessern. Ausnahmen sehe die europäische Regelung nur für Stoffe vor, "für die noch keine sinnvollen Alternativen entwickelt wurden". Die Zulassung solcher Ausnahmen werde von der EU-Kommission unter Beachtung des jeweils aktuellen technisch-wissenschaftliche Fortschritts "im Einzelfall entschieden". Die jährliche Gesamtmenge an entsorgungspflichtigem Elektroschrott wird auf 1,8 Millionen Tonnen geschätzt.

"Fehlende Überwachung"

Quecksilber-Emissionen durch Müllverbrennung

Nach Angaben des Umweltverbandes Das bessere Müllkonzept geben Müllverbrennungsanlagen häufig zu viel Quecksilber in die Umgebung ab. Der Untersuchung eines Ingenieurbüros zufolge ist es bei über der Hälfte der Anlagen, in denen der Ausstoß des giftigen Schwermetalls regelmäßig gemessen wird, in den letzten Jahren zu Überschreitungen der zulässigen Grenzwerte gekommen. In etwa 40 Prozent der Hausmüll-Verbrennungsanlagen würden die Abgase sogar gar nicht regelmäßig auf das giftige Schwermetall überprüft, kritisiert der schleswig-holsteinische Landesverband des Umweltverbandes, der die Untersuchung mit in Auftrag gegeben hatte. Der Quecksilber-Ausstoß müsse lückenlos überwacht werden, denn nur so seien Maßnahmen gegen das Gift möglich.

Kein Gift exportieren

Umweltverbände fordern von EU-Regierungen Exportstopp für Quecksilber

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und der Deutsche Naturschutzring (DNR) haben die EU-Regierungen aufgefordert, den Export von Quecksilber aus der EU bis spätestens 2011 zu verbieten und Sofortmaßnahmen zur sicheren Lagerung von Quecksilberüberschüssen aus der Industrie zu ergreifen. Am morgigen Freitag kommen Vertreter aus den EU-Mitgliedstaaten zusammen, um über die europäische Strategie für ein Exportverbot von Quecksilber zu beraten. Auch die EU-Umweltminister werden sich am 24. Juni dazu positionieren.

IT und Umweltschutz

Umweltfreundliche Solar-Tastatur spart Batterien und Müll

Eine wissenschaftliche Studie der Fachhochschule Amberg bestätigt der solar betriebenen Computertastatur der Cherry GmbH, dass damit energiepolitische Forderungen der EU erfüllt werden und alle Umweltrichtlinien eingehalten sind. Nach den zukünftigen gesetzlichen Bestimmungen muss ein Produkt der IT- und Telekommunikation eine Verwertungsquote (stoffliche und energetische Verwertung) von 75 Prozent und eine Recyclingquote (stoffliche Verwertung) von 65 Prozent des durchschnittlichen Gerätegewichts erfüllen können. Bei der Solar Tastatur sind 93 Prozent stofflich recycelbar.

Südostasien als Müllhalde

Greenpeace fordert Abkommen gegen illegalen Abfallhandel

Die Umweltorganisation Greenpeace sieht einen dringenden Handlungsbedarf zum Stopp des illegalen Abfallhandels in Südostasien. Greenpeace hatte auf die zunehmende Umweltkatastrophe durch illegales Dumping hochtoxischer Abfälle hingewiesen. Insbesondere Thailand, Kambodscha und die Philippinen würden zunehmend zu Staaten, in denen giftige und zum Teil gefährliche Abfälle entsorgt werden, berichtet das Environmental News Network.Erst vor kurzem hatten malaysische Behörden Schiffslieferungen von 12.000 Tonnen giftigen Kupferoxidschlamms aus Taiwan beschlagnahmt.

Kraftwerke

Kohle und Öl verschmutzen Luft in den USA

Kohle und Öl gefeuerte Kraftwerke sind die größten Giftgasproduzenten in den USA und in Kanada. Mehr als 45 Prozent der über 755.000 Tonnen jährlich produzierten giftigen Gase gingen auf die Kraftwerke zurück. Das berichtet die Commission for Environmental Cooperation. Die in Montreal ansässige Agentur, die vor zehn Jahren im Rahmen der nordamerikanischen Freihandelszone NAFTA gegründet wurde, kam zum Schluss, dass die Kraftwerke im Jahr 2001 zumindest 45 Prozent der giftigen Gase erzeugten. Zusätzlich seien unter den 50 größten Verschmutzern 46 Kraftwerksbetreiber, die Kohle und Öl verfeuerten.

Walfang

Japaner sollten sich wegen Quecksilberbelastung vom Walfleisch verabschieden

Ein aktueller Bericht der internationalen Umweltorganisation Environmental Investigation Agency (EIA), "Steigendes Quecksilber: der Verkauf von verseuchtem Wal-, Delphin- und Tümmlerfleisch in Japan", zeigt, daß unterschiedliche Fischprodukte (Wal-, Delphin- und Tümmler) in vielen japanischen Geschäften einen erhöhten Quecksilbergehalt aufweisen. Der Bericht, eine Woche vor der 55. Jahresversammlung der International Whaling Commission (IWC) veröffentlicht, deutet darauf hin, daß japanische Konsumenten ernsthafte Gesundheitsrisiken beim Konsum von Wal- und Delphinprodukten eingehen. Eine chemische Untersuchung von 58 Fleisch- und Speckproben in japanischen Supermärkten zeigt, daß die von der Regierung erlaubten Quecksilberanteile in 62% der Produkte überschritten sind.

Schadstoffe

Quecksilber ist gefährlicher als bislang bekannt

Von Quecksilber gehen weltweit größere Gesundheitsgefahren aus als bislang angenommen. Das ergab eine Untersuchung des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP). Nach Angaben des Berichts könnte sich allein durch die Drosselung der Verschmutzung durch Kraftwerke, die weltweite Quecksilber-Verseuchung drastisch senken. "Jüngsten Schätzungen nach liegt der Quecksilberwert im Blut jeder zwölften US- Amerikanerin über dem Limit“, erklärte der stellvertretende Direktor der UNEP, Shafqat Kakakhel. Die Forscher gehen davon aus, dass dadurch allein in den USA jährlich 300.000 Babys mit Gesundheitsschäden geboren werden.

Umwelt-Survey

Belastung der Bevölkerung mit Umweltschadstoffen ist gesunken

Das Umweltbundesamt (UBA) veröffentlicht die Ergebnisse der 3. Umwelt-Studie zur Ermittlung von Schadstoffbelastungen der Bevölkerung in Deutschland. Aus dem Erhebungszeitraum 1997 bis 1999 stehen jetzt repräsentative Daten - zu durchschnittlichen Schadstoffgehalten in Blut und Urin zur Verfügung. Die Ergebnisse belegen: Die Arsen-, Blei-, Cadmium- und Quecksilberbelastung der Bevölkerung in Deutschland ist gegenüber früher erhobenen Daten weiter zurückgegangen. Zu erklären ist dies vor allem durch Rückgang der Belastung der Luft und der Nahrung mit diesen Stoffen.

New Scientist

Quecksilberwerte in Walfleisch ernüchtern Forscher

Tests an in Japan vermarktetem Walfleisch haben enorm hohe Quecksilberwerte zu Tage gebracht. Seit langem ist bekannt, dass die Tiere Schwermetalle im Gewebe akkumulieren. Die durchschnittlichen Quecksilber-Konzentrationen in den Lebern von Walen und Delfinen von 370 Mikrogramm pro Gramm Fleisch erstaunten die Forscher aber erneut, berichtet das Fachmagazin New Scientist. Die Werte übersteigen den von der japanischen Regierung festgelegten Grenzwert von 0,4 Mikrogramm pro Gramm Fleisch um das 900-Fache.

Tag der Umwelt am 5. Juni

Umweltbundesamt: Batterien nicht in den Hausmüll!

Viele Tonnen giftiger Schwermetalle aus Batterien und Akkus gelangen immer noch unkontrolliert in die Umwelt, weil schadstoffhaltige Batterien und Akkus nicht ordnungsgemäss entsorgt werden. Obwohl es verboten ist, landen immer noch rund 50 Prozent der verbrauchten Batterien im Hausmüll. Anlässlich des internationalen Tages der Umwelt am 5. Juni 2002, der unter dem Motto steht „Nachhaltige Entwicklung – unsere Chance für die Zukunft“, appelliert der Präsident des Umweltbundesamtes, Prof. Dr. Andreas Troge, an die Bürgerinnen und Bürger sowie an den Handel: „Verbrauchte Batterien und Akkus gehören nicht in den Hausmüll. Lassen Sie diese nur über den Fachhandel oder durch Batterie-Sammelstellen entsorgen. Das ist ein konkreter Beitrag zum Umweltschutz.“

Umweltgifte

Holzschutzmittel und Schwermetalle können unfruchtbar machen

Umweltgifte im Körper können Frauen unfruchtbar machen. Darauf weist die bundesweit tätige Arbeitsgemeinschaft der Umwelt-Apotheker (AAU) hin. Verdächtig sind Holzschutzmittel, aber auch Schwermetalle und andere Chemikalien. "Wir erleben immer wieder Fälle, in denen Frauen von Arzt zu Arzt gegangen sind, weil sie keine Kinder bekommen können", sagt Thomas G. Stiegler, Sprecher der AAU. "Nach einem intensiven Beratungsgespräch stellt sich dann heraus, dass die Frau in einem Haus wohnt, in dem die Decken mit Holz verkleidet sind". Das ist für die Umwelt-Apotheker ein Alarmsignal. Stiegler: "Bis in die 80er Jahre hinein wurden Holzschutzmittel verwendet, die für Menschen hoch giftig sein können. Das kann für schwere Gesundheitsprobleme sorgen und wird eben auch mit Unfruchtbarkeit in Verbindung gebracht".