"30.000 Arbeitsplätzen gefährdet"
Solarwirtschaft wirft Union massive Blockade des Solarenergie-Ausbaus vor
Die große Koalition berät am 29. Mai im Rahmen der Novellierung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) unter anderem über die zukünftige Höhe der Solarförderung. Sollte sich die Union mit ihren Kürzungs-Vorstellungen durchsetzen, dann wäre nach Auffassung des Geschäftsführer des Bundesverbandes Solarwirtschaft, Carsten Körnig, "Deutschlands Technologieführerschaft auf einem der wichtigsten Zukunftsmärkte wäre unwiederbringlich zerstört".
Solarforscher und Solarwirtschaft hatten in den letzten Wochen wiederholt die Einschätzung vertreten, dass die Produktionskosten von Solarstrom zwar sinken, bereits die von der SPD vorgeschlagene Rückführung der Förderung um jährlich sieben Prozent aber "technologisch überaus ambitioniert" sei. Auch der Bund der Energieverbraucher, der Bundesverband der mittelständischen Wirtschaft, Umweltverbände und der Zentral-verband des Elektrohandwerks (ZVEH) haben sich gegen drastische Kürzungen bei der Solarförderung ausgesprochen, um den Ausbau der Solarenergie nicht zu gefährden. Auch in den eigenen Reihen hat der Unionsvorstoß viele Kritiker, unter ihnen die Ministerpräsidenten der Länder Thüringen, Sachsen, Sachsen-Anhalt, der Wirtschaftsminister des Landes Brandenburgs (alle CDU) sowie Umwelt- und Wirtschaftspolitiker innerhalb der CSU.
Seit 2004 wurden 380.000 neue Solarstromanlagen in Deutschland installiert
Die Förderung des Solarstroms (Photovoltaik) im Rahmen des Erneuerbare-Energien-Gesetzes hat laut Bundesverband Solarwirtschaft in den vergangenen vier Jahren einen stürmischen Ausbau der Solarenergie in Deutschland ermöglicht. Seit der letzten Gesetzesänderung 2004 seien rund 380.000 Solarstromanlagen in Deutschland installiert und rund 30 neue Solarfabriken mit einem Gesamtinvestitionsvolumen von 4,1 Milliarden Euro errichtet worden. Deutschland gelte weltweit als führend im Bereich der Solarenergie. "Neben dem hohen Innovationspotenzial aus über 60 Forschungseinrichtungen und dem starken Maschinen- und Anlagenbau gelten die bislang attraktiven gesetzlichen Förderbedingungen für Solarstrom des EEG als unverzichtbare Marktöffner."
Kritik an überhöhten Kosten der Markteinführung weist die Solarwirtschaft entschieden zurück. Carsten Körnig: "Die Sonne stellt keine Rechnung und die Technologie zur Nutzung von Sonnenenergie wird jedes Jahr billiger." Die auf den Energiepreis aller Verbraucher umgelegte vorübergehende Anschubfinanzierung für die Markteinführung der Solartechnik macht nach Berechnungen des Bundesverbandes Solarwirtschaft "nicht einmal ein Prozent der in den nächsten Jahren zu erwartenden Kosten jedes Durchschnittshaushaltes für den Bezug fossiler Energie aus. Im letzten Jahr betrug die monatliche Solarumlage nach Angaben des BSW-Solar rund einen Euro je Haushalt und Monat."
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Am 28. Mai. 2008 unter:
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