Public Private Partnership
Attac kritisiert einen "Privatisierungswahn" trotz der Finanzkrise
Ziel der Tagung in Frankfurt sei es, den hochverschuldeten und seit Jahren unterfinanzierten Städten und Gemeinden "ein Instrumentarium zu verkaufen, mit dem sie angeblich Kosten bei öffentlichen Ausgaben einsparen, vor allem aber die gesetzliche Verschuldungsgrenze umgehen können", so Nagler. "Tatsächlich führen PPP-Modelle für die öffentliche Hand zu teilweise bedeutenden Mehrausgaben. Wichtige Bereiche der öffentlichen Daseinsvorsorge werden der demokratischen Kontrolle entzogen und den Profitinteressen privater Investoren unterworfen", sagte Mike Nagler.
Was als Heilmittel gegen die drückende Schuldenlast der öffentlichen Haushalte ausgegeben werde, führe nur weiter in die Schuldenfalle. Im angelsächsischen Raum, dem Vorreiter bei Public Private Partnership, sei PPP als Methode zur verdeckten Verschuldung daher "schon länger diskreditiert", so Nagler.
"Chemnitz, Berlin und Leipzig verabschieden sich von dem risikoreichen Finanzierungsmodell"
Auch immer mehr deutsche Städte - darunter Chemnitz, Berlin und Leipzig - verabschiedeten sich wegen der enormen Risiken und Folgekosten von PPP als Finanzierungsmodell. So habe ein am Beispiel Leipzig erstelltes Gutachten gezeigt, dass die Finanzierung über Kommunalkredite effizienter sei als über PPP.
Dieser Weg sei jedoch wegen der hohen Verschuldung der Städte oftmals verbaut: "Eine offene Kreditaufnahme verbietet das Gesetz, verdeckte Kredite über PPP aber sind erlaubt", kritisiert Nagler. "Derselbe Mechanismus hat dazu geführt, dass sich zahlreiche Kommunen vor einigen Jahren Cross-Border-Leasing-Modelle andrehen ließen, die sich im Zuge der Finanzmarktkrise als äußert teure faule Eier entpuppt haben", so Nagler. Mittlerweile warne sogar der Bundesrechnungshof vor PPP.
"Wir brauchen ein PPP-Vollbremsungsgesetz"
Ein Netzwerk lokaler und bundesweiter Antiprivatisierungsinitiativen bereitet derzeit gemeinsam mit Attac eine Kampagne "gegen die Verschleuderung öffentlichen Eigentums" durch PPP vor. Waßmuth kritisiet, am Vorabend der letzten Bundestagswahl sei das PPP-Beschleunigungsgesetz im Parlament ohne jede öffentliche Debatte schnell durchgewunken worden. "Was wir jetzt brauchen, ist ein PPP-Vollbremsungsgesetz - dafür werden wir Druck machen."
Zeige Deinen Kontakten bei Google und Facebook, dass Dir dieser Beitrag gefällt!
Am 28. Apr. 2009 unter:
arbeitStichworte:
« Verbraucherzentrale warnt vor Lärmbelastung durch MP3-Player
CDU uneinig über Darstellung der Wirtschaftspolitik vor der Wahl »
Unterstützen Sie uns, damit wir ohne störende Werbung gelesen werden können. Ihre freie kostenlose Internetzeitung!
Setzen Sie Banner und Links auf Ihre Seite. Bookmarken Sie uns, und helfen Sie so mit der Verbreitung der wichtigen Inhalte.
Wir suchen Journalisten bzw. Autoren, die Lust haben, die Internet-Zeitung ngo-online gemeinsam zu einer starken Alternative zu den Mainstream-Medien aufzubauen. Machen Sie mit ..MITMACHEN
Platzieren Sie
Ihre Werbung hier
- Nachhaltige Geldanlage - Grünes Geld Berlin
- Griechenlands Insolvenz
- Burnout Symptome erkennen - Checkliste als Hilfe
- NRW Justiz: Die Landesregierung ist gefordert
- Senioren: Alt ist, wenn man Seniorenresidenz googelt
- Christian Wulff - Wenn Machtmenschen menscheln
- Diskurs der Rechtspopulisten über Israel
- Photovoltaik-Zubau in Deutschland
- Versammlungsfreiheit - ausschlaggebende Grundlage der Verfassung
- „Cottbus Nazifrei!“ - DASS ist ein MUSS
