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Unterstützung für Berliner Lampedusa-Flüchtlinge

IPPNW-Benefizkonzert in der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche

Das IPPNW-Benefizkonzert zugunsten der Lampedusa-Flüchtlinge vom Oranienplatz in Berlin-Kreuzberg am 10. Dezember 2013 in der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche erbrachte Einnahmen in Höhe von 8.600 Euro. Das Geld kommt der ökumenischen Initiative „Asyl in der Kirche“ und der „Malteser Migrantenmedizin“ für ihre Arbeit mit den Flüchtlingen zugute. Der Verein „Asyl in der Kirche“ finanziert mit dem Geld Lebensmittel und Fahrkarten für die Lampedusa-Flüchtlinge. Die Malteser Migrantenmedizin kümmert sich um die medizinische Versorgung. Einige der Flüchtlinge, die im Caritas-Gebäude im Wedding nicht mehr unterkamen, wurden in das Flüchtlingswohnheim nach Marienfelde geschickt, wo sie zwar ein Dach über dem Kopf haben, aber sich selbst versorgen müssen. Zudem muss ein Teil der Lampedusa-Flüchtlinge demnächst eine Fahrt nach Italien antreten, um ihr Visum für Europa zu erneuern. Auch dafür fehlt das Geld.

Die Idee für das Benefizkonzert hatte der IPPNW-Arzt Dr. Peter Hauber, nachdem er zusammen mit Dr. Jürgen Hölzinger Sprechstunden für die Lampedusa-Flüchtlinge abgehalten hatte. Beeindruckt von den Schicksalen der Menschen nahm Peter Hauber Kontakt zu Musiker und Musikerinnen auf und gewann die Gemeinde der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche als Mitorganisatorin. Eine wahre Flut der Sympathiebekundungen von MusikerInnen strömte ihnen entgegen. International bekannte Solisten, zahlreiche Berliner Philharmoniker, Mitglieder verschiedener Berliner Orchester sowie Tango- und Jazzgruppen musizierten in der vollbesetzten Kirche für die Lampedusa-Flüchtlinge. Der Schauspieler und Dramaturg Hermann Beil las zwischen den Musikstücken aus den erschütternden Lebensgeschichten der Flüchtlinge.

Die „Lampedusa-Flüchtlinge“ vom Oranienplatz sind zumeist Kriegsflüchtlinge aus Libyen. Weil sie Schwarzafrikaner waren, wurden sie im Bürgerkrieg 2011 gezwungen, Libyen zu verlassen und verloren ihre gesamte Existenz. Sie strandeten in Lampedusa. Von Italien erhielten sie lediglich eine Aufenthaltserlaubnis für die EU. In Deutschland bekommen sie gemäß der Dublin II-Verordnung keinen sicheren Aufenthaltsstatus, keine Arbeitserlaubnis, keine sozialen Leistungen, kein Geld und kein Asyl. Bis Ende November haben sie auf dem Oranienplatz in überfüllten Zelten ohne private Rückzugsmöglichkeit gelebt.

Die meisten sind durch Krieg und Flucht psychisch traumatisiert und ohne entsprechende professionelle Hilfe. Sie würden gerne mit ihrer Arbeit für sich selbst sorgen, sind aber zur Untätigkeit gezwungen und auf Geld-, Essens- und Kleiderspenden angewiesen. Schon ein BVG-Ticket zu kaufen, wird zum Problem. Die vorübergehende Unterbringung im Heim der Caritas für den Winter entschärft zwar vorübergehend die Probleme mit Wohnen und Essen, an der hoffnungslosen Perspektive der Menschen ändert sich nichts. „Die Asyl- und Einwanderungspolitik der EU sind in der derzeitigen Form inhuman, unsolidarisch und nicht zukunftsfähig. Die Lampedusa-Flüchtlinge vom Oranienplatz brauchen ein humanitäres Bleiberecht“, erklärt Dr. Peter Hauber.

Weitere Spenden für die Flüchtlinge werden erbeten auf das IPPNW-Spendenkonto, Stichwort, Lampedusa-Flüchtlinge, Bank für Sozialwirtschaft, Konto 22 22 255, BLZ 100 205 00, IBAN DE85100205000002222255, BIC (SWIFT-Code) BFSWDE33BER

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