Bundestagsdebatte entscheidet

Stammzellenimport

Der Bundestag hat seine mit Spannung erwartete Debatte über den Import embryonaler Stammzellen aufgenommen. Unmittelbar vor Beginn der auf mehr als drei Stunden veranschlagten Aussprache zeichnete sich am Mittwochmittag noch keine Mehrheit für einen der drei Anträge ab. Nach Angaben des Parlamentarischen Geschäftsführers der SPD-Fraktion, Wilhelm Schmidt, vom Vormittag hatten sich bislang 505 der insgesamt 666 Parlamentarier per Unterschrift für eine der Positionen entschieden.

Den Antrag zur Ablehnung jeglicher Forschung mit menschlichen embryonalen Stammzellen unterzeichneten demnach 231 Abgeordnete. Für Import und Gewinnung eigener Zelllinien in Deutschland sprachen sich 86 Parlamentarier aus. Ein Kompromissantrag, der den Import bereits existierender Stammzelllinien unter strengen Auflagen ermöglichen will, überzeugte bislang 188 Abgeordnete.

Bei der für den frühen Abend erwarteten Abstimmung ist der Fraktionszwang aufgehoben. Damit soll Gegnern und Befürwortern der Stammzellforschung die Möglichkeit gegeben werden, ohne Rücksicht auf Parteigrenzen nur ihrem Gewissen folgend zu entscheiden.