Honduras sammelt für deutsche Flutopfer

Arm hilft Reich

Außergewöhnliche Hilfe erhalten die Opfer der Flutkatastrophe in Süd- und Ostdeutschland jetzt aus Mittelamerika. Anlässlich der 500 Jahr-Feierlichkeiten der Kirche in Honduras hat Kardinal Rodriguez die Gottesdienstbesucher um eine großzügige Spende gebeten. In allen Gottesdiensten wurde das Kollektengeld für die deutschen Flutopfer gesammelt. Die Idee für diese ungewöhnliche solidarische Aktion hatte Kardinal Oscar Rodriguez, Erzbischof von Tegucigalpa.

Der langjährige Leiter der Bischofskonferenz in Honduras erinnerte an die Hilfe, die Honduras nach den verheerenden Zerstörungen des Wirbelsturms Mitch im Jahre 1998 aus Deutschland erhalten hatte. Über 7000 Menschen in Honduras fanden im Oktober 1998 den Tod, 1,4 Millionen Menschen wurden obdachlos, 80 % der Ernte vernichtet. Das Entwicklungshilfswerk MISEREOR hatte damals die deutsche Bevölkerung um Unterstützung für Honduras gebeten und 1 Million DM als Soforthilfe zur Verfügung gestellt.

MISEREOR-Hauptgeschäftsführer Josef Sayer zeigte sich tief bewegt von der Hilfsbereitschaft aus Honduras: "Hierin sehe ich eine Bestätigung für die gelingende partnerschaftliche Entwicklungszusammenarbeit. Entwicklungshilfe ist kein einseitiges Nehmen, sondern dient der Völkerverständigung. Wer Menschen in Not hilft, erfährt auch Unterstützung und Solidarität, wenn er selbst in Not gerät", sagte er bei seiner Rückkehr aus Honduras, wo er auf Einladung von Kardinal Rodriguez an den Feierlichkeiten zum 500-jährigen Bestehen der Kirche in Honduras teilgenommen hatte.

Als Schirmherr der internationalen Erlassjahrkampagne war Rodriguez Teilnehmer des Kölner Weltwirtschaftsgipfels 1999 und auf Einladung von MISEREOR auch Mitglied der Kölner Menschenkette 1999 sowie Gast der MISEREOR-Fastenaktion 2001. Er gilt als Experte zu Verschuldungsfragen und im internationalen Insolvenzrecht. Auch afrikanische Partner des Entwicklungshilfswerks MISEREOR sind durch Radio und Fernsehen über die deutsche Flutwasserkatastrophe informiert. Menschen, die unter den Überschwemmungen in Mosambik und Angola gelitten haben, wollen jetzt mit Benefizkonzerten für die deutschen Hochwasseropfer sammeln. In Burkina Faso haben die Bischöfe die Gläubigen aufgerufen, für die unmittelbar von der Flut in Deutschland Betroffenen zu spenden. Honduras gehört mit einem pro Kopf-Einkommen von 740 US $ wie Burkina Faso (250 US $), Angola (666 US $) und Mosambik (143 US $) zu den ärmsten Ländern der Welt.