2003 soll jeder zweite Deutsche online sein

Internet

Deutschland stellt – nach den USA und knapp hinter Japan – weltweit den drittgrößten Internetmarkt. Das geht aus der "Vergleichsstudie zur Informationsgesellschaft" hervor, die der deutsche Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und Neue Medien BITKOM am Donnerstag, in München vorgestellt hat. Im laufenden Jahr werde jeder zweite Deutsche, das sind insgesamt rund 41 Millionen regelmäßig im Netz sein. 2002 lag die entsprechende Rate noch bei 44 Prozent. Bis ins Jahr 2005 sollen jährlich weitere vier bis fünf Millionen Internetuser hinzukommen. Damit werde die deutsche Internetgemeinde auf rund 50 Millionen Mitglieder angewachsen sein.

Die Internetverbreitung sei vor dem Hintergrund zu sehen, dass Deutschland weltweit eine der leistungsfähigsten Telekommunikations-Infrastrukturen aufweise, so die Studie. So verfüge das Land über 25 Millionen ISDN-Kanäle, womit jeder fünfte ISDN-Anschluss der Welt in Deutschland läge. Die Zahl der ISDN-Anschlüsse solle bis 2005 weiter wachsen, ab dann sei der Markt allerdings gesättigt. Der Trend gehe dann eindeutig zu breitbandigeren Anschlüssen auf DSL-Basis, schreibt BITKOM. Die DSL-Anschlüsse werden sich laut Studie bis 2005 von heute 3,2 auf 6,3 Millionen praktisch verdoppeln. Deutschland liege damit deutlich vor den USA weltweit in der Spitzengruppe. Führend bei DSL seien Südkorea und Dänemark.

Nachzüglicher sei Deutschland allerdings bei den Kabelanschlüssen: "In keinem anderen Bereich hinkt Deutschland seinen Wettbewerbern ähnlich weit hinterher wie bei der Ausstattung mit Kabelmodems", heißt es in der Untersuchung. Lediglich 0,4 Prozent aller weltweit installierten 23 Millionen Kabelmodems seien in Deutschland installiert. Das geringe Interesse am Internet- Zugang via TV-Kabel führt der Branchenverband vor allem auf die fehlende Leistungsfähigkeit deutscher Kabelnetze zurück. "Nur in wenigen Regionen sind die Netze überhaupt in der Lage, wesentlich mehr als nur Rundfunk- und Fernsehprogramme zu übertragen." In dieser Hinsicht habe Deutschland gegenüber den USA, aber auch gegenüber Nachbarländern wie den Niederlanden, Belgien und Österreich starken Nachholbedarf.

Am 31-01-2003

Internetbetrug

Als nicht nachvollziehbar bezeichnet der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) die Ausklammerung des Mobilfunks aus einem Gesetzesentwurf zum verbesserten Schutz vor Missbrauch mit 0190er- Nummern. Ziel des vom Bundeswirtschaftsministeriums vorgelegten Gesetzesentwurfs ist es, die ausufernde Zahl von Missbrauchs- und Betrugsfällen mit 0190-er und ähnlichen Mehrwertdienstenummern in den Griff zu bekommen. Der Mobilfunk soll von den Regelungen allerdings ausgenommen werden. Gerade hier sei jedoch die Zahl der Missbrauchs- und Betrugsfälle besonders hoch, so der vzvb. Kunden könnten durch SMS-Nachrichten oder Rückrufaufforderungen besonders leicht zur Wahl von Mehrwertdienste- Nummern verleitet werden.

?Für Mehrwertdiensteabzocker ist dies eine Einladung auf dem Silbertablett, ihre Geschäfte auf Mobilfunkkunden zu konzentrieren?, sagte vzbv-Vorstand Prof. Dr. Edda Müller. ?Beim Handy müssen dieselben Schutzmechanismen greifen wie im Festnetz. Anderenfalls steht die Glaubwürdigkeit des gesamten Gesetzesvorhabens auf dem Spiel?, so Edda Müller.

Zur Begründung der Ausnahmeregelung führt das Bundeswirtschaftsministerium die hohe Intransparenz und die schnellen Änderungen von Preisen und Kosten an, die für den Verbraucher nicht durchschaubar seien. Das Ministerium befürchtet, dass die Verbraucher durch Preisangaben, wie sie im Festnetz gefordert werden, im Mobilfunk eher verwirrt werden.

Deer vzvb bezeichnet diese Begründung als absurd: Die aktuelle Marktsituation sei gerade das Ergebnis von Bemühungen einzelner Mobilfunkanbieter, mit Hilfe einer undurchschaubaren Tarifpolitik die Verpflichtung zur Preiswahrheit- und Preisklarheit zu unterlaufen. Deshalb bestehe aus Sicht des vzbv dringender Handlungsbedarf.

?Stattdessen wird man den Eindruck nicht los, dass das Ministerium einen Schutzzaun um eine Branche errichten will, die erst vor kurzem mit der Zahlung von einhundert Milliarden Mark für UMTS-Lizenzen zu einem erheblichen Teil zur Entlastung des Bundeshaushaltes beigetragen hat?, kritisiert Edda Müller. ?Damit steht die Glaubwürdigkeit eines Teils der Verbraucherpolitik der Bundesregierung auf dem Spiel.?

Eine weitere Einschränkung des Gesetzes sei, dass nur die Anbieter von Mehrwertdiensten mit 0190er und 0900er-Nummern strengeren Vorschriften unterworfen werden. Schon in letzter Zeit würde jedoch immer wieder von Missbrauchsfällen auch unter anderen für die von Mehrwertdiensten verwendeten Nummern berichtet (z.B. 0118... oder 0137...). Es sei daher zu erwarten, dass die entsprechenden Anbieter auf diese Nummern ausweichen werden. Das Problem würde sich also nur verschieben. ?Wenn die Bundesregierung dieses Gesetz nicht noch einmal eindeutig nachbessert, muss an ihrem Willen, den Missbrauch effektiv abzustellen, ernsthaft gezweifelt werden?, sagte Edda Müller.

Am 10-02-2003

www.label-online.de

Wer bewusst einkaufen will, ist auf glaubwürdige Informationen angewiesen. Produktlabel können eine Hilfestellung beim Einkauf bieten und sind für einen Teil der Konsumenten wichtige Marktinformationsinstrumente. Doch die unüberschaubare Flut der Label trägt eher für Verunsicherung als zur Transparenz bei. Licht in den Dschungel der Produktkennzeichnung will jetzt die Verbraucherinitiative mit einer Informationswebsite bringen.

"Die Überfülle des Warenangebotes lässt heute keine schnelle Orientierung mehr zu", so Georg Abel, Bundesgeschäftsführer der Verbraucherinitiative. Eine unübersichtliche Zahl von Labeln und Siegeln verspricht den Verbraucherinnen und Verbrauchern in dieser Situation scheinbar Hilfe. Doch diese Zeichen haben oft mehr mit Werbung als mit tatsächlicher Verbraucherinformation zu tun. Hintergründe der Kennzeichnung bleiben den Konsumenten oft unklar.

Die Internet-Datenbank will Verbraucherinnen und Verbraucher in die Lage versetzen, eine sachgerechte und individuelle Kaufentscheidung zu treffen. Zu jedem Zeichen bietet die Datenbank die folgenden Informationen: Name und Logo, Vergabekriterien und –verfahren, Bewertung und Urteil aus Verbrauchersicht, Adresse des Zeichengebers und – wenn vorhanden – einen Link zu der Website des Labels.

Zusätzlich wurde ein Forum eingerichtet, auf dem sich Verbraucherinnen und Verbraucher über einzelne Siegel austauschen können. Links zu den eigenen Seiten der einzelnen Label ergänzen das neue Angebot im Internet. Die Datenbank wird in den kommenden Monaten weiter ausgebaut und um das Modul "Nachhaltig leben" erweitert.

Am 11-02-2003

Werbung per Internet

Unerwünschte Werbemails, so genannte Spam-Mails, kommen der Wirtschaft teuer zu stehen. Laut einer am Montag präsentierten Untersuchung des E-Mail-Filter-Spezialisten SurfControl sind bereits 25 Prozent der elektronischen Post, die Unternehmen erhalten, unerwünschte Werbe-Mails. Bis zum Jahr 2005 werde der Anteil der Spams auf 40 Prozent steigen, bei täglich rund 36 Milliarden Mails. Sowohl in den USA als auch in Europa werden die damit verbundenen Kosten für 2003 auf jeweils mehr als zehn Milliarden Dollar geschätzt. Ein Großteil der Unternehmen wünscht sich daher gesetzliche Regelungen gegen Spams.

Die explosionsartige Ausbreitung der unerwünschten E-Mail sei vor allem in den USA ein Riesenproblem, schließt die Untersuchung. Bei der US- Handelsbehörde Federal Trade Commission (FTC) beschwerten sich pro Tag rund 88.000 Spam-Opfer, im vergangenen Jahr waren es 15.000. Schon jetzt würden Mitarbeiter in Unternehmen pro Woche an die 30 Kettenbriefe, Scherz-Mails und Videoclips, das sind mehr als 1.500 pro Jahr, erhalten. "Der Arbeitsaufwand, den Unternehmen mit dem Bearbeiten und Löschen von Spam haben, steigt enorm,", so SurfControl-Sprecher Heinz Drstak. Eine vom Januar 2003 unter mehr als 1.000 IT-Verantwortlichen durchgeführte Umfrage zeige, dass 87 Prozent der Computerprofis das Problem Spam mit technischen und organisatorischen Mitteln in den Griff bekommen wollen, 95 Prozent verlangten gesetzliche Regelungen gegen Spam.

Anders sehen das die Werbungsverantwortlichen. Die Spam-Industrie verdiene laut einer Studie der Internet Law Group of Arlington allein in den USA zumindest 200 Millionen Dollar pro Jahr. Das Problem der Spams drohe aber nun auch auf den Mobilfunkmarkt überzuschwappen. Da diese Art der Werbung laut Studien angeblich besonders wirksam ist, befürchten Konsumentenschützer ein Überschwappen der Spams auf das Handy.

Am 17-02-2003

www.oeko-fair.de

Seit Januar können sich Verbraucherinnen und Verbraucher auch im Internet gezielt über den ökologischen und fairen Handel informieren. Jetzt wurde das Portal oeko-fair als "Website der Woche" durch das Österreichische Lebensministerius ausgezeichnet, wie der Verein Verbraucher Initiative berichtet, der das Portal unterstützt. Nach Ansicht des Vereins habe es sich bezahlt gemacht, bei der Entwicklung des Portals neue Wege zu gehen. So erweise sich die Verknüpfung von "öko" und "fair" als neues, interessantes Verbraucherthema.

Das belegten rund 30.000 Informationsseiten, die täglich unter oeko- fair.de über Produkte, Anbieter, Kampagnen, Zertifikate und vor allem über die Einkaufsorte abgerufen würden.

"Die Wahl zur Web-Site der Woche ehrt uns und ist der i-Punkt auf einem höchst erfreulichen Start.", erklärt Georg Abel, Bundesgeschäftsführer der Verbraucher Initiative e .V. Das Portal zum öko-fairen Handel(n) stehe nunmehr in einer Reihe mit den bisher ausgezeichneten Internet-Auftritten des Clubs of Rome, des World Resources Institutes oder der UN-Homepage zum Weltgipfel für nachhaltige Entwicklung in Johannesburg. Durch die enge Zusammenarbeit mit den Akteuren des öko-fairen Handels trage oeko-fair außerdem zur Vernetzung der vielfältigen Initiativen in diesem Bereich bei.

Des Weiteren wurden technische Neuerungen aufgegriffen. So sei oeko-fair die erste barrierefreie Website im Fairen Handel. Das gesamte Angebot sei nach den Richtlinien der Aktion Mensch programmiert und stehe damit sehgeschädigten Nutzerinnen und Nutzern in vollem Umfang zur Verfügung.

Das Internet-Portal ist ein Gemeinschaftsprojekt der Verbraucher Inititive e. V. und der Deutschen Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit GmbH (GTZ). Zurzeit wird das Portal von 25 Partnerorganisationen unterstützt, darunter der Deutsche Entwicklungsdienst, die Öko- Landbauverbände Naturland und Bioland sowie das Fairhandelshaus gepa.

Am 18-02-2003

Internet

Die Akzeptanz von Online-Shopping und E-Banking hat in den vergangenen drei Jahren weltweit signifikant zugenommen. Dies geht aus einer in zwölf Ländern durchgeführten Studie des US-Marktforschers Ipsos-Reid hervor, für die insgesamt 6.600 Personen ab 18 Jahren befragt wurden (davon 2.900 aktive Webuser). Demnach hätten in den zwölf Ländern (USA, Kanada, Südkorea, Großbritannien, Japan, Deutschland, Frankreich sowie Ballungsräume in Mexiko, China, Brasilien, Indien und Russland) im Durchschnitt bereits 54 Prozent der Bevölkerung das Internet verwendet. Außerdem stellt die Studie fest, dass schlichtes Surfen immer mehr durch Tätigkeiten des täglichen Lebens verdrängt werde. Die größten Zuwachsraten seien demnach beim Online-Shopping und beim E-Banking zu verzeichnen.

62 Prozent aller Internet-User hätten schon einmal online eingekauft, so die Studie. Damit habe sich die Zahl der Online-Shopper seit 1999 (28 Prozent) mehr als verdoppelt. Ebenso rasant sei der Anstieg der User, die ihre Bankgeschäfte über das Internet abwickeln. Auch hier habe eine Verdoppelung von 17 Prozent im Jahr 1999 auf 37 Prozent im vergangenen Jahr stattgefunden. Besonders beliebt sei Online-Banking in den Ländern Kanada, Großbritannien, Deutschland und USA, wo mehr als 40 Prozent der User bereits im Web ihre Bankgeschäfte abwickelten.

Aber auch andere Tätigkeiten des täglichen Lebens gewännen an Bedeutung im Web. Weit vorne rangierten dabei die Musik-Downloads, die schon von 44 Prozent der User durchgeführt würden (1999: 35 Prozent). Auch hätten als zwei Drittel aller User bereits Videos oder Bilder online verschickt oder erhalten. Online-Games hätten schon 38 Prozent der User gespielt (2000: 31 Prozent) und 24 Prozent haben schon Musikdateien auf CD gebrannt.

Die Internetnutzung sei dabei in den USA mit 72 Prozent am höchsten, danach komme Kanada mit 62 Prozent, Südkorea mit 53 Prozent, Großbritannien mit 50 Prozent und Japan mit 47 Prozent. Deutschland komme auf eine Webnutzung von 43 Prozent, Frankreich auf 37 Prozent. Die Reihung von Mexiko (37 Prozent), China (30 Prozent), Brasilien (24 Prozent), Indien (19 Prozent) und Russland (acht Prozent) sei laut Studie allerdings mit Vorsicht zu genießen, weil hier nur urbane Ballungsräume in die Untersuchung einbezogen seien worden.

Am 19-02-2003

Internet

Der US-Think-Tank Center of Democracy & Technology (CDT) hat eine Studie zur Verhinderung von Spam-Mails veröffentlicht. Die Gruppe hat die Studie unter dem Titel "Why Am I Getting All This Spam?" im vergangenen Sommer begonnen und forschte insgesamt sechs Monate. Das ernüchternde Ergebnis: Wer Spam-Mails vermeiden will, sollte seine E-Mail-Adresse auf seiner Homepage verschleiern oder gleich gar nicht veröffentlichen.

Für die Studie habe das CDT mehrere hundert E-Mail-Adressen erschaffen, die jeweils nur für einen einzigen Zweck eingesetzt seien worden. Die meisten der Adressen erhielten während des sechsmonatigen Versuchszeitraums Spam-Mails. Aus deren Anzahl und der Quelle konnten die Projektmitarbeiter ableiten, welches Online-Verhalten die meisten unerwünschten Mails erzeugt.

Demnach hätten Adressen auf Webseiten oder in Newsgroups die meisten Spam-Mails angezogen. Um Spiders, die diese Webseiten auf Adressen durchsuchen, abzuwehren, schlägt CDT eine Verschleierungstaktik vor. So könnten einzelne Zeichen in der Adresse durch ein HTML-Zeichen ersetzt werden. Eine andere Möglichkeit bestehe im Ausschreiben der Adresse. Anstelle von example @ domain.com könnte es dann "example at domain dot com;" heißen. Ganz generell empfiehlt die Studie, beim Ausfüllen von Web-Formularen und der Angabe der E-Mail-Adresse sehr vorsichtig zu sein. Der User solle genau prüfen, wem er seine Daten anvertraut, lautet eine der weiteren Empfehlungen.

Am 20-03-2003

Dialog gesucht

Seit dem 13. März bieten die Bundeszentrale für politische Bildung/bpb, die Deutsche Welle (DW), das Goethe-Institut Inter Nationes (GI) und das Institut für Auslandsbeziehungen (ifa) eine Plattform für einen Dialog mit der islamischen Welt: Das Internetportal "Quantara.de". "Qantara" ist das arabische Wort für Brücke. Es greift politische, kulturelle und gesellschaftliche Fragen auf: Auf Grund der aktuellen Lage gibt es im Startangebot natürlich einen Blick auf die Entwicklung im Irak. Unter anderem führen der deutsche Schriftsteller Michael Kleeberg und sein libanesischer Kollege Abbas Beydoun eine Korrespondenz über den neuen Krieg am Golf.

Das Portal präsentiert sich zunächst in Englisch, Arabisch und Deutsch. Die vierköpfige Redaktion lässt westliche und islamische Stimmen zu Wort kommen, die auch in Krisenzeiten das von Offenheit und gegenseitigem Respekt getragene Gespräch suchen. Dazu gehören zum Beispiel der ägyptische Literaturwissenschaftler Nasr Hamid Abu Zayd, der deutsche Ex- Diplomat und Muslim Murad Hofmann und die Islamtheologin Halima Krausen, der Konfliktforscher Heiner Bielefeldt und der Physiker Ernst-Ulrich von Weizsäcker.

Darüber hinaus behandelt Qantara.de Themen wie den EU-Beitritt der Türkei, Feminismus im Islam, einen Dialog der Religionen oder die Globalisierung. Die Beiträge sollen Gemeinsamkeiten und Unterschiede gleichermaßen spiegeln, auch strittige Themen nicht ausklammern. Eine Datenbank informiert über wichtige Projekte zum Islamdialog. Regelmäßig werden neue Themen und Beiträge hinzukommen. Qantara.de wird vom Auswärtigen Amt der Bundesrepublik Deutschland gefördert.

Am 24-03-2003

Studien- und Diplomarbeiten zum Umweltschutz

Seit Anfang des Jahres bietet die TU Berlin einen neuen Service an: Auf dem neu geschaffenen "Marktplatz" der Studien- und Diplomarbeitsbörse Umwelt (SDB Umwelt) bieten Studierende sowie Absolventinnen und Absolventen jetzt auch ihre umweltbezogenen Arbeiten an. In diesem Angebotskatalog können Unternehmen, Umweltverbände, Forschungseinrichtungen und recherchieren und bei Interesse die entsprechenden Arbeiten für 30 bis 45 Euro erwerben. Wie bisher werden von der Börse auch Themen und Firmenkontakte für umweltrelevante Studien, Diplomarbeiten und Praktika vermittelt.

Die SDB Umwelt ist ein Projekt von kubus, der Kooperations- und Beratungsstelle für Umweltfragen in der Zentraleinrichtung Kooperation (ZEK) der TU Berlin.

Auf dem "Marktplatz" der SDB Umwelt übernimmt kubus die Erfassung, das Angebot und den Vertrieb umweltbezogener Arbeiten. Das verspricht den Autorinnen und Autoren nicht nur ein Honorar für jedes verkaufte Exemplar, sondern auch Anerkennung und Bekanntheit außerhalb der Universität. Den Interessierten von außerhalb bietet sich dadurch der schnelle Zugriff auf einen Wissensbestand, der normalerweise nur sehr eingeschränkt zu überblicken und einzusehen ist.

Wie eine Studie von kubus vor zwei Jahren zeigte, werden jährlich an der TU Berlin rund 100 Studien- und Diplomarbeiten zum Thema Umweltschutz verfasst. In solchen Arbeiten werden spezifische Problem- und Fragestellungen mit einer großen Bearbeitungstiefe und -breite beantwortet. Die Studierenden erarbeiten mit viel Engagement und Kreativität eine an das Problem angepasste Methode, führen intensive Literaturstudien durch und erheben eigenes Datenmaterial. Das Angebot sowohl technischer als auch nichttechnischer Disziplinen an der TU Berlin ermöglicht dabei eine Vielfalt an Perspektiven der Bearbeitung (z. B. technische, planerische, ökonomische). Zudem haben viele Studierende den Anspruch, ein Umweltproblem mit interdisziplinären Ansätzen zu betrachten. Damit dieses Wissen nicht ungenutzt bleibt, sondern einem größeren Kreis verfügbar ist, wurde die Studien- und Diplomarbeitsbörse Umwelt geschaffen.

Kubus, die Kooperations- und Beratungsstelle für Umweltfragen, ist eine Serviceeinrichtung der TU Berlin. Sie ist Bestandteil der Zentraleinrichtung Kooperation. Kubus arbeitet auf allen Gebieten des Umweltschutzes unter Berücksichtigung ökologischer, sozialer und wirtschaftlicher Aspekte. Sie ist ein Bindeglied der TU zu kleinen und mittleren Unternehmen, öffentlichen Einrichtungen und Umweltinitiativen. Kubus hilft bei der Vorbereitung und Durchführung von Projekten, stellt Kontakte zu Fachleuten in der Universität her und unterstützt bei der Organisation von Schulungen und Tagungen.

Am 28-03-2003

Internet

Mehr als die Hälfte aller elektronischen Shops im Internet haben eklatante Sicherheitsmängel und entsprechen nicht den vorgegebenen gesetzlichen Vorgaben oder den notwendigen Sicherheitsstandards. Gerade mal fünf Prozent aller gestesteten Shops arbeiteten einwandfrei, kritisiert das Softwareunternehmen Wilken. Daher bietet die Firma einen beispielhaften elektronischen Shop, der Anbietern und Nutzern angemessene Sicherheit aufzeige. Händler machten bei Online-Shops oft die gleichen Fehler, so das Unternehmen. Sie informierten ihre Kunden nicht über das Widerrufsrecht, die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGBs) seien nur lückenhaft oder gar nicht vorhanden und häufig fehle sogar eine Anbieterkennzeichnung. Was viele nicht wüssten: sie riskieren Abmahnungen.

Der nun entwickelte Mustershop sei ein Funktionsbeispiel für die Umsetzung der verschiedenen rechtlichen Vorgaben, insbesondere Gesetzen und Richtlinien. Er berücksichtige bereits die seit dem 1.1.2003 gültige neue Preisangabenverordnung.

Der Mustershop biete Verkäufern hier einen Leitfaden hinsichtlich rechtlicher und technischer Sicherheit bei der Gestaltung eines Online-Shops. Zusätzlich könne ein Händler seinen Online-Shop mit dem TÜV - Qualitätssiegel S@fer Shopping auszeichnen lassen und somit sein Engagement für mehr Sicherheit im Internet kommunizieren. Gleichzeitig könne der Kunde davon ausgehen, dass seine Bestellungen korrekt weiterbearbeitet werden.

Das mit der Openshop-Technologie entwickelte Beispiel ist eine Gemeinschaftsinitiative von Openshop – eBusiness, Wilken, der TÜV Management Service GmbH, Unternehmensgruppe TÜV Süddeutschland, sowie der auf Internet spezialisierten Anwaltskanzlei GRAEFE Rechtsanwälte.

Am 03-04-2003

Zitronensäure oder E 330

Sie konservieren, färben und stabilisieren: Lebensmittelzusatzstoffe werden wegen ihrer vielfältigen Funktionen in den unterschiedlichsten Produkten eingesetzt. Bei Verbraucherinnen und Verbrauchern haben sie oftmals einen schlechten Ruf. So werden Zusatzstoffe häufig mit Allergien oder anderen Erkrankungen in Verbindung gebracht. Die Verbraucher Initiative bietet deshalb im Internet kostenlose Informationen zum Thema an.

"Über 300 Lebensmittelzusatzstoffe sind in der Europäischen Union zugelassen. Kein Verbraucher kann jeden davon kennen und einschätzen," so Laura Groche, Ernährungsreferentin der Verbraucher Initiative. Um Verwirrung und Misstrauen zu beenden, müsse nicht nur der Name hinter der E-Nummer verraten werden. Wer erfahren hat, dass E 100 Kurkumin und E 330 Zitronensäure ist, wolle auch wissen, welche Funktion sie im Lebensmittel haben. Um einen Stoff wirklich einschätzen zu können, benötigten Verbraucherinnen und Verbraucher außerdem Informationen über Herstellung, Anwendung und mögliche Risiken.

Unter der Internet www.zusatzstoffe-online.de bietet die Verbraucher Initiative Informationen zu den EU-weit zugelassenen Zusatzstoffen. In der Datenbank finden sie die Stoffe unter der E-Nummer, ihrem Namen oder dem Klassennamen. Die Angaben über Eigenschaften, Herstellung, Zulassung, Verwendung und Sicherheit werden durch Links zu vergleichbaren Stoffen oder anderen Informationsquellen ergänzt. Ein Lexikon erläutert Fachbegriffe. Das Forum bietet Nutzern die Möglichkeit, ihre speziellen Fragen zum Thema Lebensmittelzusatzstoffe an die Experten der Verbraucher Initiative zu stellen.

Am 16-04-2003

Internetmüll

Die "E-Mail Service Provider Coalition" (ESPC) will mit einem eigenen Projekt dem Problem von Spam-Mails Herr werden. Project Lumos will verhindern, dass Aussender von Massenmails ihre Identität hinter falschen Absender-Adressen verbergen. Die Grundlage dazu ist nach den Vorstellungen von ESPC ein veränderter E-Mail-Header, der alle wichtigen Informationen über den Massenaussender enthält, sowie ein sicheres Authentifizierungssystem für dessen eindeutige Identifikation. In den Header muss auch eine URL integriert werden, die ein Abmelden von der Aussender-Liste ermöglicht. Die Marketingunternehmen, die Massenmails versenden, müssen sich zu einem korrekten Verhalten verpflichten und einer Überwachung ihrer Aussendungs-Praxis zustimmen. "Die Abwehr von Spam erfordert, dass wir die E-Mail-Architektur ändern", erklärte Hans Peter Brondmo, Vorsitzender der ESPC-Arbeitsgruppe für technische Angelegenheiten.

Bisherige Spam-Filter setzen auf dem Computer des Benutzers an. In der Regel zu spät, da der Benutzer bereits die unerwünschten Nachrichten heruntergeladen hat und auf seinem System ausfiltern muss. Gleichzeitig verschicken die Massenaussender ihre Nachrichten unter falschen Absender-Adressen, womit sich der Benutzer nicht von deren Mailing-Listen abmelden kann.

In den USA machen diese ungewollten Massensendungen bereits 40 Prozent aller E-Mails aus und verstopfen Netzwerke und Inboxes. "Project Lumos" soll dem Abhilfe schaffen, indem alle Absender von Mails eindeutig identifiziert werden können. Die Benutzer können so unerwünschte E-Mails leichter identifizieren und blockieren. Der Filterungsprozess kann damit schon beim Provider stattfinden, ohne dass unerwünschte Nachrichten weiterhin durchschlüpfen oder erwünschte E-Mails herausgefiltert werden. Gleichzeitig können Spammer so zur Rechenschaft gezogen werden. Die ESPC ist eine Organisation, die aus der Network Advertising Initiative hervorgegangen ist. Der Organisation gehören zurzeit 30 Unternehmen wie DoubleClick oder Digital Impact an.

Am 25-04-2003

Sicherheit im Netz

Die überwiegende Mehrheit der deutschen Internet-Nutzer, nämlich 81,8 Prozent, fühlen sich im Web sicher. Zwar sei so gut wie jeder User schon einmal Opfer fragwürdiger Praktiken im Internet geworden, diese würden aber eher als lästig eingestuft, weniger als gefährlich. Das geht aus einer Online-Umfrage zum Thema "Sicherheit und Delinquenz im Internet" des Kriminologischen Seminars der Universität Bonn hervor. An der Befragung, die von Dezember 2002 bis Ende Februar 2003 durchgeführt wurde, nahmen insgesamt 1.419 Personen mit einem Durchschnittsalter von 29 Jahren teil. 55 Prozent der Teilnehmer waren Studierende, 90 Prozent tägliche Webuser. Die Befragten legen in puncto Websicherheit vor allem auf eine verstärkte Aufklärung über Selbstschutzmaßnahmen wert.

Mit Spam-Mails hätten bereits neun von zehn Usern negative Erfahrungen gesammelt. Zwei Drittel hätten sich schon einmal einen Virus eingefangen. Ein Fünftel sei schon Opfer eines 0190-Dialers geworden. Jeder siebente Befragte sei beim Surfen im Web schon einmal auf einer kinderpornographischen Seite gelandet (Männer häufiger als Frauen). Jeder Zehnte fühle sich bei Online-Auktionen über den Tisch gezogen. Ein Drittel der weiblichen User wurde im Internet schon einmal verbal belästigt.

Dennoch sei das Gefühl der Sicherheit im Internet mit 81,8 Prozent sehr hoch ausgeprägt, so das Ergebnis. Bei Umfragen mit vergleichbarer Fragestellung zum "Sicherheitsgefühl in der Wohngegend" zeige sich wesentlich mehr Verunsicherung.

Fragwürdige Praktiken im Internet würden demnach von den Usern hauptsächlich als "äußerst lästig", weniger als "strafrechtlich relevant" empfunden. Darum rangiere bei den Maßnahmen gegen diese Praktiken auch die intensivere Aufklärung über Möglichkeiten des Selbstschutzes an oberster Stelle (62,2 Prozent). Mehr als die Hälfte der Befragten fordern auch wirksamere technische Sicherungssysteme. Verstärkte strafrechtliche Kontrolle wollten hingegen nur rund ein Drittel der Internet-Nutzer.

Am 12-05-2003

Meinungsforschung

Kinder und Jugendliche können Sicherheitsrisiken im Internet oft nicht richtig einschätzen. Viele hätten zwar schon von den Gefahren des Webs gehört, ihr Verhalten im Web trage dem aber oft nicht Rechnung. Gleichzeitig ist die Kontrolle der Eltern vor allem in inhaltlicher Hinsicht so gut wie nicht vorhanden. Das geht aus einer Befragung von 375 Kindern und Jugendlichen im Alter von acht bis 14 Jahren hervor, die das Meinungsforschungsinstitut Emnid unter Einbeziehung der Erziehungsberechtigten im Auftrag des Online-Sicherheitsexperten Symantec durchgeführt hat. Demnach haben so gut wie alle befragten Kids bereits das Internet genutzt. Spielen sei dabei die liebste Beschäftigung am Computer, nur zwei Prozent verwendeten ihn auch für die Schule. Sicherheitsvorkehrungen würden aber bei sämtlichen Tätigkeiten vernachlässigt.

Neben Spielen ist das Surfen im Internet für die Hälfte der Kids die Lieblingsbeschäftigung, so die Meinungsforscher, ab 14 Jahren treffe dies auf so gut wie alle zu. Ebenfalls sehr beliebt sei E-Mails schreiben und chatten, 60 Prozent der 14-Jährigen chatten besonders gerne.

Sicherheitsvorkehrungen würden dabei kaum eingehalten. So habe beispielsweise bereits ein Viertel der 14-Jährigen im Chat Namen, Alter und Telefonnummer herausgegeben. Fast die Hälfte der Acht- bis Zehnjährigen hätten schon einmal ihren Vornamen und das Alter genannt. Mädchen sind hier etwas vorsichtiger. Jungen geben ihre persönlichen Daten dreimal häufiger heraus als Mädchen der selben Altersklasse. Beinahe vier Fünftel der Kids glaubten oder wüssten, dass Viren gefährlich werden könnten. Beim Surfen würden sie aber kaum daran denken. Dem Risiko, sich einen 0190-Dialer einzufangen, seien nur sechs Prozent bewusst.

Bedenklich bewertete das Institut in diesem Zusammenhang die mangelnde Kontrolle durch die Eltern. Diese finde vor allem im Hinblick auf Verweildauer im Internet und Kosten statt. Eine Kontrolle der konsumierten Inhalte gebe es laut Umfrage kaum.

Zwar sei der Hälfte der Kids beim Surfen eine zeitliche Begrenzung durch die Eltern auferlegt, aber nur ein Viertel der Kinder und Jugendlichen würden auch inhaltlich kontrolliert. Die Hälfte gab sogar an überhaupt nicht kontrolliert zu werden. Nur zwei Prozent müssen mit den Eltern absprechen, welche Seiten sie besuchen. Nur jedes zehnte Kind muss Bescheid sagen, wenn es online geht. Auch Kindersicherungen seien nur bei einem Prozent der Computer installiert. 62 Prozent der Kinder nutzen einen PC zu Hause, 36 Prozent haben sogar einen eigenen PC im Zimmer.

Am 14-05-2003