Krankenkasse will Kartenmissbrauch verhindern

Gesperrt

Die Techniker Krankenkasse schiebt als erste Krankenversicherung dem Missbrauch von Versicherungskarten bundesweit einen Riegel vor. Bei Ausstellen einer neuen Karte werden die vorangegangenen Exemplare ab sofort automatisch gesperrt. Damit können Betrüger nicht mehr mit beispielsweise als verloren oder gestohlen gemeldeten Karten im Namen des Karteninhabers bei Ärzten Leistungen erschleichen, wie die TK Nordrhein-Westfalen am Mittwoch mitteilte. Die Kosten des Betruges mit Chipkarten gehen in die Millionen. Bundesweit schätzt allein die TK ihren Schaden auf 20 Millionen Euro. So seien den Kassen zum Beispiel Fälle von Bandenkriminalität bekannt, wo gestohlene Versicherungskarten systematisch zum Einsatz kommen.

Aber auch Versicherte selbst mischten bei Betrügereien mit. So seien der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Nordrhein Fälle bekannt, wo sich Privatversicherte von einem gesetzlich versicherten Bekannten dessen Karte "ausleihen" und damit zum Arzt gehen, um ihre Beitragsrückerstattung nicht zu gefährden.

Mit einer vollständigen Eindämmung des Chipkartenbetruges könnten die Beiträge in der Gesetzlichen Krankenversicherung um 0,1 Prozentpunkte sinken, schätzt die KV Nordrhein. Laut Techniker Krankenkasse werden allein im Rheinland Versichertenkarten täglich mehr als 30 Mal missbräuchlich eingesetzt.

"Leider haben diese Karten im Bewusstsein der Bevölkerung nicht den Stellenwert wie etwa eine EC-Karte", bedauerte der Leiter der TK-Landesvertretung Nordrhein-Westfalen, Günter van Alst. "Und leider ist gerade dort die Gefahr für Missbrauch besonders hoch, wo bürokratische Schranken niedrig liegen", ergänzte er.