Atomkraftgegner kündigen Vielzahl von Aktionen gegen Atomtransport an

Castor-Transport am Wochenende

"Vielfältige fantasievolle und bunte Aktionen" gegen den für dieses Wochenende erwarteten Castor-Transport nach Gorleben haben Atomkraftgegner angekündigt. Nach Informationen der Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow Dannenberg soll der Transport mit zwölf hochradioaktiven Glaskokillen am Samstag um 17:20 Uhr am französischen Verladebahnhof in Valognes abfahren und am Sonntag um 11:50 Uhr die deutsch-französische Grenze bei Lauterbourg passieren. Damit könnte der Transport auf dem Weg ins Wendland bereits gegen Mitternacht Lüneburg erreichen. Bereits am Montag Abend könne der Transport vom Verladekran in Dannenberg Richtung Gorleben starten.

Der Widerstand im Wendland wehre sich gegen die "Zementierung Gorlebens als Endlagerstandort durch die Castortransporte ", sagte ein Sprecher der Bürgerinitiative. Dabei sind viele der Aktionen der Atomkraftgegner mit einer gewissen Ironie zu sehen.

Die Kampagne X-tausendmal quer kündigte Aktionen aus ihrem "Umfeld" sowohl gegen den Schienen-Transport, als auch auf dem letzten Stück auf der Straße an. Für den letzten Streckenabschnitt, die Straße zwischen Dannenberg und Gorleben, riefen X-tausendmal quer und die wendländische Aktionsgruppe WiderSetzen zu Aktionen auf.

Anti-Atom-Camps sind für Metzingen und Hitzacker angekündigt.

Bereits am Donnerstag soll es ab 11:30 Uhr eine Schüler-Demonstration in Dannenberg geben. Abends ab 19 Uhr ist eine "Historischer Landmaschinenschau" an der B216 bei Metzingen geplant, und ab Donnerstag soll täglich ein mobiles Kino aus Platenlaase im Wendland unterwegs sein.

Am Freitag soll das Auftaktwochenende um 9:30 Uhr mit einer Schüler-Demo in Lüchow beginnen. Den Tagesabschluss soll die tägliche Mahnwache um 18 Uhr auf dem Dannenberger Marktplatz bilden.

Am Samstag ist für 13 Uhr unter dem Motto "Die Ruhe ist vorbei" eine Kundgebung und Demonstration durch Dannenberg geplant. Um 18 Uhr starte ein Laternenumzug auf der B216 in Metzingen und um 22 Uhr locke die "TanzNachtTotal" Aufwärmbedürftige ins "Cafe Grenzbereiche" in Platenlaase.

Der Sonntag soll mit "Novemberimpressionen" bei einer "Bullenjagd zu Pferde" auf dem Gut Tollendorf beginnen. Für 10:30 ist die dritte "Rallye Monte Göhrde" und gleichzeitig eine "Fahrradtour gegen den atomaren Wahn" vom Dannenberger Verladekran zum Gorlebener Erkundungsbergwerk geplant. Ab 11 Uhr wollen die "grauen Zellen" bei ihrer "alteingesessenen" "Stuhlprobe" am Verladekran Platz nehmen. Gleichzeitig soll sich ab der Kirche in Langendorf eine "Pferdeprozession zu Ehren des St. Leonhard" auf den Weg machen. Ebenfalls ab 11 Uhr will die wendländische Widerstandsgruppe "WiderSetzen" mit dem Aufbau des Mahnwachenplatzes in Gorleben beginnen.

Für 14 Uhr ist die Ankunft der Traktoren der Bäuerlichen Notgemeinschaft am Kunstwerk "Gewissensruhe" in Klein Gusborn geplant. Dort beginnt die Kundgebung unter dem Motto "Wir rütteln an ihren Gewissen".

"Der Montag ist für viele Atomkraftgegner Wandertag zwischen Leitstade, Harlingen und Hitzacker", kündigt die Bürgerinitiative an. Gemeinsam solle ein Widerstandsnetz geknüpft werden. Im Kulturprogramm von "WiderSetzen" sollen in Gorleben verschiedene Tanzmöglichkeiten angeboten werden. Eine Stunde nach Eintreffen des Transports am Verladekran sei bei Quickborn eine Kundgebung angemeldet. Um 18 Uhr treffe sich am Verladekran der "Gesprächskreis gegen Castor-Transporte" unter dem Motto "Wir lassen uns nicht verladen". Ab 22 Uhr soll es ein Punk-Konzert nahe dem Zwischenlager an der Straße Richtung Gedelitz geben.

Am Dienstag beginnt um 4:30 Uhr ein ökumenischer Frühgottesdienst am Gorlebener Zwischenlager. Ab 5 Uhr ist am Gelände der atomkritischen Salz-Firma Salinas eine Mahnwache angemeldet.