Einstein hatte Recht!

Presse-Newsletter-Abonnement des Bundesministeriums für Bildung und Forschung

Bundesministeriums für Bildung und Forschung Heute hat das Laser Interferometer Gravitational Wave Observatory (LIGO) mitgeteilt, dass der Nachweis von Gravitationswellen gelungen ist. Diese wurden 1916 von Albert Einstein im Rahmen seiner Allgemeinen Relativitätstheorie vorhergesagt. Am LIGO-Projekt sind hunderte Wissenschaftler in über 40 Instituten weltweit beteiligt.

"Diese Entdeckung öffnet ein neues Fenster zum Universum, das uns den Blick bis zurück zum Urknall erlaubt. Das ist eine Jahrhundertentdeckung und ein grandioser Erfolg für die Grundlagenforschung. Deutsche Forschungsgruppen haben zu dieser Entdeckung maßgeblich beigetragen - das zeigt die herausragende Position Deutschlands als Wissenschaftsstandort", sagte Bundesforschungsministerin Johanna Wanka.

Als Einstein vor 100 Jahren seine Allgemeine Relativitätstheorie, die Gravitationswellen beschreibt, veröffentlichte, wäre es noch nicht möglich gewesen, diese zu beweisen: LIGO musste dazu Verzerrungen des Raumes nachweisen, die sehr viel kleiner als ein Atomkerndurchmesser sind.

Dies ist nun aufgrund der jüngsten Fortschritte in der Lasertechnologie, die maßgeblich am Laserzentrum Hannover gemeinsam mit dem Albert-Einstein-Institut der Max Planck Gesellschaft entwickelt wurden, gelungen.

Dies zeigt in besonderer Weise, zu welch faszinierenden Leistungen die mathematische Beschreibung der Natur und die moderne Physik - gepaart mit dem langen Atem der Grundlagenforschung - in der Lage sind. Die Anforderungen der Grundlagenforschung an die Messgenauigkeit haben sich immer wieder als wichtige Technologietreiber erwiesen.

Gefährlicher Regenwald

Wissenschaftler des Berliner Robert Koch-Instituts und des Max-Planck-Instituts für Evolutionäre Anthropologie in Leipzig haben erstmals Milzbrand als Todesursache bei wildlebenden Schimpansen im tropischen Regenwald nachweisen können. Für die Forscher bedeutet dies, dass die tropischen Regenwaldgebiete auch für den Menschen gefährliche und bisher unbekannte Krankheitserreger beherbergen, berichtet das Robert Koch Institut. Infolge der zunehmenden Zerstörung der Regenwälder durch Abholzung oder durch Wilderei steigt das Risiko, dass auch Menschen in Kontakt mit bekannten, aber auch mit neuen Erregern kommen.

Die Wissenschaftler hatten in den vergangen zwei Jahren eine Häufung von Todesfällen in drei Schimpansengruppen im Tai-Nationalpark an der Elfenbeinküste festgestellt und untersucht. Der Krankheitsverlauf bei einem Teil der Schimpansen ließ eine akute Infektionskrankheit vermuten. Die beobachteten Schäden an Organen und Geweben sowie mikroskopische Färbetechniken hatten eine Bakterieninfektion als Todesursache wahrscheinlich werden lassen. Molekularbiologische Untersuchungen haben den Milzbranderreger Bacillus anthracis als Krankheitserreger identifiziert. Obwohl durch die intensiven Beobachtungen der Schimpansen viele Daten zum Verhalten und insbesondere zur Nahrungsaufnahme vorlagen, konnte bisher die Infektionsquelle für die Milzbrandfälle nicht identifiziert werden.

Die Untersuchungen von Erkrankungen bei Menschenaffen geben Hinweise auf Krankheitserreger, die das Potenzial haben, auf den Menschen überzuspringen. Nach dem heutigen Kenntnisstand ist das weltweit am häufigsten vorkommende HIV-1 von Schimpansen auf den Menschen übertragen worden und hat sich dann in der Bevölkerung ausgebreitet.

Eine kürzlich gegründete Initiative von Forschern unter Führung des Max-Planck-Instituts für Evolutionäre Anthropologie und des Robert Koch-Instituts (Great Apes Health Monitoring Unit, GAHMU) soll dabei helfen, Infektionskrankheiten bei Menschenaffen zu erkennen und das Risiko einer Übertragung der Erreger auf den Menschen zu beurteilen.

Am 22. Jul. 2004 unter: nachrichten

Vorbild Elite-Universität

Der diesjährige Physik-Nobelpreisträger Theodor Hänsch kritisiert das deutsche Hochschulsystem als zu bürokratisch und überreguliert. "Es muss Schluss sein mit der Gleichmacherei, mit den Regeln, die alle gleich behandeln, die Theologische Fakultät wie die Chemie", forderte der Münchner Professor und Direktor am Max-Planck-Institut für Quantenoptik in Garching in der "Süddeutschen Zeitung". Die "Regulierungswut" müsse zurückgeschraubt werden.

Zudem beklagt Hänsch eine "absurd hohe" Belastung der Forscher mit der Lehre. Während an der amerikanischen Elite-Universität Harvard die Professoren maximal drei Stunden pro Woche den Studenten etwas beibringen müssen, seien es hier neun Stunden.

Zugleich machte sich Hänsch für eine bessere Förderung wissenschaftlicher Talente stark: "Sie brauchen ein Reizklima, in dem sie sich mit den Besten messen können." Die Rahmenbedingungen für junge Forscher müssten an den Universitäten attraktiver werden. "Man darf sie nicht mit akademischen Kommissionen überbürden, mit bürokratischem Kleinkram", meint der Nobelpreisträger.

Am 13. Okt. 2005 unter: politik

Linguistik

Chintang, Iwaidja, Hocank sind Sprachen, die nur noch von sehr wenigen Menschen beherrscht werden. In den kommenden Jahren drohen sie ganz zu verschwinden. Schon Ende dieses Jahrhunderts, werden rund zwei Drittel der derzeit weltweit gesprochenen 6.500 Sprachen verschwunden sein, nehmen Wissenschaftler an. Schon heute würden 90 Prozent der Sprachen von nicht einmal mehr 5.000 Menschen gesprochen, teilweise nur noch von einem Dutzend Personen.

Internationale Forscherteams bemühen sich daher darum, solche „bedrohten Sprachen“ zu dokumentieren und so für das kulturelle Gedächtnis der Menschheit zu bewahren.

Beispielsweise sprechen nur nocht rund 200 ältere Menschen in Wisconsin/USA sprechen eine alte Sioux-Sprache namens Hocank. Kinder- und Enkelgeneration der Indianer dagegen beherrscht sie nicht mehr. Damit sei Hocank „hochgradig

bedroht“, so Christian Lehmann und Johannes Helmbrecht von der Philosophischen Fakultät der Universität Erfurt . Innerhalb der zwei nächsten Jahrzehnte drohe die Sprache auszusterben.

Die Forscher wollen nun Audio- und Videoaufzeichnungen von Alltagsgeschichten, Witzen und Gesängen der Hocank-Indianer machen. Diese sollten mit einer Elementargrammatik verknüpft werden. Auch ethnografische Untersuchungen zum Stamm der Hocank seien vorgesehen.

Am niederländischen Max-Planck-Institut für Psycholinguistik werden die Sprachdokumentationen in einer zentralen Datenbank erfasst, die für viele Sprachen der letzte Beleg ihrer Existenz ist.

Am 14. Apr. 2003 unter: politik