Eurofighter Übersicht

Halbe Milliarde für Luftkampf - Kampfflugzeug erhält effektivere Bewaffnung

Die Eurofighter der Bundeswehr bekommen eine neue Bewaffnung. Am Montag wurde der erste Kurzstrecken-Lenkflugkörper der neu entwickelten Serie IRIS-T im mecklenburgischen Jagdgeschwader Laage übergeben, wie die Bundeswehr mitteilte. Damit verfüge das Waffensystem Eurofighter erstmals über die neueste Lenkflugkörper-Generation für den Luftkampf, berichtet die Bundeswehr. Geplant ist der Kauf von insgesamt 1250 dieser Flugabwehrraketen zu einem Gesamtpreis von mehr als einer halben Milliarde Euro.

Die IRIS-T-Bewaffnung ist ein Luft-Luft-Lenkflugkörper für Reichweiten bis zu 25 Kilometern. Die Bezeichnung IRIS-T sthet für Infra-Red Imaging System – Tail/Thurst vector controlled. Das System wurde als Nachfolgemodell des "Sidewinder-Systems" entwickelt und ist nun die Primärbewaffnung des Eurofighters.

Mit dem sehr schnellen Flugkörper können nach Angaben der Bundeswehr "Luftziele wie zum Beispiel feindliche Flugzeuge oder Flugkörper wirkungsvoll bekämpft werden". Darüber hinaus werde IRIS-T auch zur Selbstverteidigung des Trägerflugzeugs eingesetzt.

Bundeswehr: Höhere Überlebenswahrscheinlichkeit des Flugzeugs

Seit diesem Jahr produziert und liefere Deutschland als Pilotnation zusammen mit Spanien, Italien, Schweden, Griechenland und Norwegen IRIS-T in den beteiligten Ländern aus. Bei der Entwicklung des Lenkflugkörpers sowie des Infrarot-Suchkopfs seien die neuesten verfügbaren Technologien verwandt. So erhöhe IRIS-T nun "Überlebenswahrscheinlichkeit und Durchsetzungsfähigkeit des Flugzeugs" im Vergleich zu bisher eingesetzten Flugkörpern deutlich.

Die Lenkflugkörper sind mit einem Infrarot-Suchkopf ausgestattet und haben eine höhere Erfassungsreichweite als bislang gebräuchliche Raketen. An der Entwicklung waren neben Deutschland auch andere NATO-Partner beteiligt. Die Flugabwehrrakete kann auch auf dem "Tornado" sowie auf den US-Kampfjets F-16 oder F-18 eingesetzt werden.

Rüstung

Das neue Bundeswehr-Kampfflugzeug Eurofighter wird nach Informationen der "Bild"-Zeitung rund 2,6 Milliarden Mark teurer als bislang geplant. Der Grund dafür sei die Aufrüstung der 180 bestellten Maschinen mit dem elektronischen Selbstschutzsystem "EURODASS" .

Deutschland hatte sich dem Blatt zufolge verpflichtet, das System für alle deutschen Eurofighter zu beschaffen, nachdem sich zuerst nur Großbritannien, Italien und Spanien dafür entschieden hatten. In der nächsten Woche werde sich der Haushaltsausschuss mit der Anschaffung befassen.

Am 01. Jul. 2001 unter: welt-online

Transporthubschrauber

Der sozialdemokratische Haushalts- und Verteidigungsexperte Hans-Peter Bartels hat Änderungen bei der Beschaffung der Bundeswehr gefordert. Die Zahl der insgesamt 180 geplanten Eurofighter-Kampfflugzeuge könnte "auf etwa 145 reduziert werden", sagte der Bundestagsabgeordnete der "Frankfurter Rundschau". Damit brauche die Truppe auch nur vier statt der geplanten fünf Geschwader. Bartels kritisierte, dass das "extrem teure und nach heutigen Maßstäben zu groß dimensionierte Beschaffungsvorhaben" bis 2017 etwa 25 Milliarden Euro kosten werde. Dies blockiere "wichtige Investitionen" in anderen Bereichen.

Die Rüstungsindustrie müsse sich entscheiden, ob sie "Vertragserfüllung bis zum letzten Flugzeug" wolle oder neue Projekte wie einen Transporthubschrauber und bodengestützte Luftabwehrraketen.

Der SPD-Politiker plädierte auch dafür, auf die Ausbildung von Piloten in den USA zu verzichten. Sie könne in Deutschland erfolgen.

Rüstung

Verteidigungsminister Peter Struck hält an der geplanten Beschaffung von 180 "Kampfjets vom Typ Eurofighter" fest. "Es steht für mich ganz klar fest, dass man sich an Verträge halten muss", sagte Struck am Donnerstag im bayerischen Manching. Deutschland, Großbritannien, Spanien und Italien wollen zusammen insgesamt 620 Kampfflugzeuge bauen. Die ersten zwölf hat die Bundeswehr bereits übernommen. Die letzten soll sie bis 2015 erhalten.

Ausdrücklich lobte Struck die Zusammenarbeit zwischen Bundeswehr und Industrie beim Bau und Betrieb des neuen Kampfflugzeugs. In dem so genannten Systemunterstützungszentrum in Manching werden sämtliche Eurofighter der Bundeswehr künftig gewartet und kontrolliert. Mit dieser zivil-militärischen Kooperation könne die Bundeswehr Beträge in Millionenhöhe einsparen, behauptete Struck.

Der Präsident der Militärflugzeugsparte des europäischen Luft- und Raumfahrtkonzerns EADS, Johann Heitzmann, kündigte an, nach den guten Erfahrungen mit dem "Eurofighter"-Zentrum den Standort Manching zum nationalen Zentrum für Militärische Luftfahrt auszubauen. So soll ein zweites Wartungs- und Kontrollzentrum eingerichtet werden, das sich um die 62 Tornados der Bundeswehr kümmert. Bis 2008 sollen an dem bayrischen Standort rund 100 Millionen Euro von EADS investiert werden.

Heitzmann forderte Struck auf, "kränkelnde Strukturen" bei der Luftwaffe aufzugeben. Dazu zählte der EADS-Vertreter die Luftwaffenwerften in Erding und Penzing sowie die Luftwaffenschule in Kaufbeuren.

Am 21-07-2005

Auslandseinsätze

Die FDP hat die Bundesregierung aufgefordert, angesichts der angespannten Haushaltslage große Rüstungsprojekte zu überdenken. Es sei an der Zeit, "endlich eine Reduzierung der Stückzahlen" beim Kampfflugzeug Eurofighter sowie beim Militärtransportflugzeug A400M vorzunehmen, sagte FDP-Wehrexpertin Elke Hoff am Freitag in Berlin. Die geplante Beschaffung von 180 Eurofightern sei angesichts der veränderten Bedrohungslage zu hoch angesetzt und auch beim A400M könnte auf den Kauf von elf Maschinen verzichtet werden.

In den kommenden Jahren will die Bundeswehr für rund 18 Milliarden Euro 180 Eurofighter anschaffen. Angesichts der zunehmenden Auslandseinsätze sollen ab 2010 zudem die "Transall"-Maschinen durch den Militär-Airbus A400M ersetzt werden. Die Bundeswehr plant, 60 Transportmaschinen für insgesamt 8,3 Milliarden Euro zu kaufen. Damit ist Deutschland der größte Einzelkunde des Sieben-Nationen-Projektes.

Am 02-06-2006

Neue Kampfflugzeuge

Der Termin für die Ankunft der ersten Kampfflugzeuge des Typs Eurofighter bei einem Einsatzverband der Bundeswehr steht fest. Auf dem Fliegerhorst Zell bei Neuburg an der Donau werden offenbar am 25. Juli vier Kampfflugzeuge bei einem Festakt in Dienst gestellt. Dazu würden hochrangige Gäste aus Militär und Politik erwartet.

Bisher werden Eurofighter nur zu Test- und Ausbildungszwecken im Ausbildungszentrum der Luftwaffe im mecklenburgischen Laage geflogen. Bis Ende 2007 soll der Eurofighter die bisherigen Kampfjets des Jagdgeschwaders 74 vom Typ Phantom F-4F ablösen.

Am 22-06-2006

"Jagdeinsatz"

Auf dem Fliegerhorst im oberbayerischen Neuburg an der Donau sind die ersten vier "Eurofighter" des Jagdgeschwaders 74 in Dienst gestellt worden. Der Befehlshaber des Luftwaffenführungskommandos, Generalleutnant Aarne Kreuzinger-Janik, übergab am Dienstag die Flugzeuge an den Kommodore des Geschwaders, Oberst Uwe Klein. Der General sagte, der "Eurofighter" markiere einen "bedeutenden Meilenstein" nicht nur des Jagdgeschwaders 74, sondern auch der Zukunft der Luftwaffe. "Dieses Kampfflugzeug wird das Rückgrat der fliegenden Luftwaffe in den kommenden Jahrzehnten sein", sagte der Befehlshaber.

Das Jagdgeschwader 74 in Neuburg ist der erste Einsatzverband der Bundeswehr, der den neuen Kampfjet fliegt. Insgesamt sollen in Neuburg 25 "Eurofighter" stationiert werden. Sie sollen ab 2008 voll bewaffnet in der Alarmrotte rund um die Uhr einsatzbereit sein. Zur Einführung des "Eurofighters" in Neuburg gibt die Bundeswehr innerhalb von fünf Jahren rund 90 Millionen Euro in den Um- und Ausbau des Fliegerhorstes.

Nach Angaben des Herstellers, der DaimlerChrysler-Beteiligungsgesellschaft EADS, wurden bislang insgesamt 638 "Eurofighter" bestellt. Großbritannien orderte 232 Flugzeuge, Deutschland 180, Italien 121, Spanien 87 und Österreich bestellte 18 Kampfflugzeuge.

Laut EADS "besticht" der Eurofighter durch seine extreme Wendigkeit. "Er ist in erster Linie für den Jagdeinsatz ausgelegt. Hierfür wird der Eurofighter mit einer Mischbewaffnung aus leistungsfähigen Luft-Luft-Lenkflugkörpern kurzer und mittlerer Reichweite ausgerüstet." Für den erweiterten Luft-Boden-Einsatz verfüge der Eurofighter über eine hohe Kapazität an Waffenzuladung und funktionell angepasste Waffenstationen. "Die Integration von abstands- und allwetterfähiger Präzisionsbewaffnung macht einen optimierten Luft-Boden-Einsatz möglich. Ein schneller Rollenwechsel und rechnergestützte Rollenoptimierung ist durch die hochgradig vernetzten Rechnersysteme mit entsprechend intelligenter Software sichergestellt."

Am 25-07-2006

Transporthubschrauber

Der sozialdemokratische Haushalts- und Verteidigungsexperte Hans-Peter Bartels hat Änderungen bei der Beschaffung der Bundeswehr gefordert. Die Zahl der insgesamt 180 geplanten "Eurofighter"-Kampfflugzeuge könnte "auf etwa 145 reduziert werden", sagte der Bundestagsabgeordnete der "Frankfurter Rundschau". Damit brauche die Truppe auch nur vier statt der geplanten fünf Geschwader. Bartels kritisierte, dass das "extrem teure und nach heutigen Maßstäben zu groß dimensionierte Beschaffungsvorhaben" bis 2017 etwa 25 Milliarden Euro kosten werde. Dies blockiere "wichtige Investitionen" in anderen Bereichen.

Die Rüstungsindustrie müsse sich entscheiden, ob sie "Vertragserfüllung bis zum letzten Flugzeug" wolle oder neue Projekte wie einen Transporthubschrauber und bodengestützte Luftabwehrraketen.

Der SPD-Politiker plädierte auch dafür, auf die Ausbildung von Piloten in den USA zu verzichten. Sie könne in Deutschland erfolgen.

Am 17-04-2007

Mehr Geld für EADS

Das bisher größte deutsche Rüstungsprojekt soll offenbar noch teurer werden als bislang angekündigt. Der Gesamtpreis für das sogenannte Grundsystem Eurofighter wird im Entwurf für den Haushalt 2008 um 616 Millionen Euro höher veranschlagt als zuvor, berichteten am Wochenende mehrere Zeitungen. Das Verteidigungsministerium in Berlin begründete den Kostenanstieg mit der Mehrwertsteuererhöhung Anfang des Jahres sowie mit einer Anpassung an Material- und Lohnkosten.

Ein Ministeriumssprecher sagte, die vertragliche Vereinbarung zur Anschaffung der Kampfflugzeuge liege neun Jahre zurück, seitdem seien auch die Preisindizes gestiegen. Daher handele es sich in diesem Fall um eine Preisfortschreibung und nicht um eine Preissteigerung.

Die FDP-Verteidigungsexpertin Elke Hoff hingegen zeigte für den Kostenanstieg kein Verständnis. Sie kritisierte: "Man sollte von Verteidigungsminister Jung erwarten können, dass er die Grundrechenarten beherrscht."

Scharfe Kritik kam auch von den Grünen. Der Parlamentarische Geschäftsführer der Grünen-Fraktion, Volker Beck, monierte, der "schwarz-gelbe Knebelvertrag mit der Rüstungsindustrie" und die Weigerung von Verteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU), über eine deutliche Stückzahlreduzierung beim "Eurofighter" zu verhandeln, komme den Steuerzahler immer teurer zu stehen. Beck warnte: "Das Projekt Eurofighter entwickelt sich für den Bundeshaushalt zum Fass ohne Boden."

Der "Eurofighter" wird von Deutschland, Italien, Spanien und Großbritannien entwickelt und gebaut. Zum "Eurofighter"-Konsortium zählen die EADS in Deutschland und Spanien, die italienische Alenia und die britische BAE Systems. Deutschland hat 180 "Eurofighter" bestellt. Laut "Welt am Sonntag" befinden sich 44 Flugzeuge seit 2004 in der Einführung bei der Luftwaffe. Die letzte Tranche solle frühestens 2012 ausgeliefert werden.

Bei der Beschaffung des Waffensystems war dem Zeitungsbericht zufolge 1997 eine Kostenobergrenze von umgerechnet insgesamt elf Milliarden Euro festgelegt worden. Um Preissteigerungen bei Materialen und Erhöhung von Löhnen vorzubeugen, habe die deutsche Industrie eine sogenannte Preisgleitfortschreibung vereinbart. Als Preisfortschreibung für das Jahr 2007 seien ursprünglich 310 Millionen Euro festgeschrieben worden, hieß es.

Die FDP will der Zeitung zufolge jetzt wissen, wie die anderen 306 Millionen zustande kommen. "Die Kostenentwicklung beim Eurofighter scheint mir nicht mehr beherrschbar. Die Bundesregierung nimmt einmal mehr den Steuerzahler für Fehlplanungen in der Rüstung in Anspruch. Das ist unredlich", sagte Hoff.

Der Bundestag hatte 1997 beschlossen, 180 Eurofighter zu bestellen, die in drei Tranchen ausgeliefert werden sollten.

Am 25-09-2007

Rüstungskonzern EADS

Die SPD will die Beschaffung des neuen Kampfflugzeuges "Eurofighter" deutlich abspecken. SPD-Verteidigungsexperte Hans-Peter Bartels sagte dem "Handelsblatt", er erwarte eine Halbierung der Stückzahl. Deutschland wollte in der dritten Tranche insgesamt 68 Eurofighter abnehmen. Ohne eine Einigung werde es von seiner Fraktion keine Zustimmung geben, "Flugzeuge der dritten Tranche abzunehmen". Ursprünglich hatten sich die vier Produktionsländer mit dem Hersteller-Konsortium auf den Kauf von insgesamt 620 Maschinen geeinigt. Der Rüstungskonzern EADS, der zu 46 Prozent am Eurofighter-Konsortium beteiligt ist, hatte in der vergangenen Woche auf die Einhaltung der Verträge gepocht.

Doch steht auch in Großbritannien, Spanien und Italien die vollständige Abnahme der dritten Tranche wegen der hohen Kosten in Frage. Pro Stück kostet der "Eurofighter" mehr als 100 Millionen Euro.

Derzeit sind nach Angaben des Blatts rund 23 Milliarden Euro für die Entwicklung und Beschaffung des "Eurofighters" langfristig im Wehretat eingeplant. Die Bewaffnung sei in dieser Summe allerdings nicht inbegriffen. Bartels zufolge ist es denkbar, dass die übrigen 34 Flugzeuge der dritten Tranche an andere Länder weiterverkauft werden, etwa an die Schweiz oder Indien.

Am 17-09-2008