Euro Einführung Rückblende

Euroumstellung - Letzte D-Mark Gedenkmünze erschienen

Die Ära der Gedenkmünzen in D-Mark geht zu Ende. Am Mittwoch war der Erstausgabetag der letzten Sammelmünze in der deutschen Währung. Ab Januar 2002 wird es Sammelmünzen nur noch in Euro geben. Die am Mittwoch vorgestellte Münze zu Ehren des Bundesverfassungsgerichts ist die letzte der seit 1987 herausgebrachten 10-Mark-Münzen. Sie trägt das Motiv "50 Jahre Bundesverfassungsgericht" und hat eine Gesamtauflage von 2,8 Millionen. Die Abbildung der Münze zeigt das Richterkollegium, in dessen Hintergrund der Artikel 1 des Grundgesetzes zu sehen ist.

Das Sammlerstück steht in einer langen Reihe von Gedenkmünzen. Der Westfälische Friede, Johann Wolfgang von Goethe, aber auch die SOS-Kinderdörfer wurden unter anderen verewigt. Doch schon seit 1952 gibt es Sammelmünzen in Deutschland. Die erste wurde zu 5 Mark unter dem Motto " Germanisches Museum Nürnberg" in einer Auflagenhöhe von 200.000 auf den Markt gebracht. Es folgte im Laufe der Jahre Kleingeld mit Persönlichkeiten wie Immanuel Kant, Albert Schweizer oder auch Karl Marx. Doch auch besondere Anlässe wurden in Metall geprägt. So konnten Eisenbahnfans 1985 mit einer Sammelmünze den 150. Geburtstag Jubiläum der Eisenbahn feiern. 1986 wurde die letzte 5-Mark-Münze zum 200. Todestag von Friedrich dem Großen herausgebracht. Die Auflage betrug damals 8.350.000 Stück. Insgesamt sind auf 5-Mark- und 10-Mark-Münzen 80 Motive geprägt worden.

Im Januar 2002 wird die erste deutsche Gedenkmünze in Euro herauskommen. Der Nominalwert der Münze wird 10 Euro betragen. Zum Thema wird die erste Münze in der neuen Währung den "Übergang zur Währungsunion - Einführung des Euro" haben. Auf der Bildseite werden die momentanen Mitgliedstaaten der Europäischen Union sich von den Konturen des europäischen Kontinents abheben. Auf der Randschrift wird zu lesen sein: "Im Zeichen der Einigung Europas". Im Februar 2002 wird mit einer Sammelmünze "100 Jahre U-Bahn in Deutschland" gefeiert werden. Wie bisher werden auch die Gedenkmünzen in Euro ein gesetzliches Zahlungsmittel bleiben.

Am 05-09-2001

Euroeinführung

Viele Firmen haben offenbar Probleme mit der Umstellung ihrer Gehaltsabrechnungen auf den Euro. Einer Studie der Hamburger BSU-Unternehmensberatung zufolge haben derzeit erst 62 Prozent der Firmen die Auszahlung in Euro sicher gestellt. Bei 38 Prozent läuft noch die Planungs- oder Umsetzungsphase.

Dass es bis zum Jahreswechsel gelingt, sich auf die neue Währung einzustellen, glauben 74 Prozent der befragten 828 Firmen. Immerhin 12 Prozent sind jedoch unsicher, ob sie es zum Stichtag schaffen, ihren Angestellten das Gehalt in Euro auszuzahlen. Nach Angaben der BSU (Beratung, Schulung und Unterstützung) ist vor allem der Mittelstand noch zu wenig vorbereitet.

Am 26-09-2001

Viag Interkom rundet auf

Das Bundesbank-Direktoriumsmitglied Edgar Meister hält einseitige Vertragsumstellungen im Zuge der Euro-Einführung für problematisch. Die Ankündigung einer Bausparkasse beispielsweise, die Bausparsummen aufzurunden, sofern der Kunde keinen Widerspruch einlege, ist Meister zufolge nicht durchzusetzen: "Schweigen gilt nur als Zustimmung unter Kaufleuten", betonte der Bundesbanker im Gespräch mit dem Münchner Magazin "Focus-Money".

Auch bei der Umstellung anderer Verträge droht Unternehmen Ungemach: Wie das Magazin berichtet, haben die Verbraucherzentralen der Telefongesellschaft Viag Interkom eine Frist bis 26. November gesetzt, um per Unterlassungserklärung auf die Aufrundung krummer Euro-Preise zu verzichten. Denn die Rundung werde die Leistungen des Anbieters in der Spitze um bis zu 17 Prozent verteuern. Gibt Viag Interkom die Unterlassungserklärung nicht ab, wollen die Verbraucherzentralen dem Magazin zufolge Klage einreichen.

Am 21-11-2001

Eurostart

Am ersten Handelstag mit Euro-Bargeld wandert das neue Zahlungsmittel in Deutschland immer zügiger in Verbraucherhände. Der Deutsche Sparkassen- und Giroverband rechnet damit, dass im Laufe des Mittwochs die Grenze von einer Milliarde in Deutschland im Umlauf befindlichen Euro überschritten wird. Der Einzelhandel bat Kunden und Verkäufer indes um Geduld. Da die Verbraucher massenhaft bunt gemischt mit Euro und D-Mark bezahlen würden, könne der Einkauf "etwas länger dauern", sagte Sprecher des Hauptverbandes des Deutschen Einzelhandels (HDE), Hubertus Pellengahr.

Nach Einschätzung des Euro-Koordinators des Sparkassen- und Giroverbandes, Reinhold Rickes, wird die Versorgung der deutschen Verbraucher mit dem neuen Euro-Bargeld in etwa zwei Wochen im wesentlichen abgeschlossen sein. "Ab dem 15. Januar" werde "der größte Teil" dieser Aufgabe abgewickelt sein, sagte Rickes. Er sehe die Banken und Sparkassen für die anstehenden Umtausch- und Bargeldwünsche der Privatkunden "gut gerüstet".

Pellengahr betonte, Verkäufer und Kunden müssten sich erst an das neue Geld gewöhnen. Mit langen Schlangen rechnete er jedoch nicht. Pellengahr empfiehlt, möglichst passgenau oder mit ec-Karte zu zahlen. Wer mit großen D-Mark-Scheinen kleine Beträge begleichen will, kann nicht auf Verständnis hoffen: "Wir wollen uns nicht als Wechselstube missbrauchen lassen", betont der Verbandsvertreter.

Zugleich versicherte Pellengahr, die Geschäfte würden bis Ende Februar weiter D-Mark annehmen. Eine gesetzliche Verpflichtung dafür besteht jedoch nicht. Seit 1. Januar ist der Euro das alleinige gesetzliche Zahlungsmittel. Kunden können allerdings deswegen auch darauf bestehen, ihr Rückgeld in der neuen Währung zu erhalten. Bundesbank-Präsident Ernst Welteke erwartet in diesem Zusammenhang keine Umsatzeinbrüche aufgrund der Währungsumstellung. Einige Menschen würden wahrscheinlich zunächst abwarten und weniger Geld ausgeben: "Es wird aber auch das gegenteilige Verhalten geben. Ich habe auch schon bei mir selber beobachtet, dass man glaubt, es wäre alles um die Hälfte billiger geworden und somit eher geneigt ist, mehr Geld auszugeben. Diese psychologischen Effekte dürften sich ungefähr die Waage halten", meinte Welteke.

Am 02-01-2002

Erst erhöhen, dann senken

Einzelhandel und Dienstleister haben den Euro nach Angaben des Verbraucherzentrale Bundesverbandes (vzbv) in vielen Fällen zu Preisanhebungen genutzt. Vor allem in der Gastronomie und bei Dienstleistern habe die Währungsumstellung zu "teilweise großzügigen" Preisanpassungen geführt, sagte vzbv-Vorstand Edda Müller der Nachrichtenagentur ddp.

Im Einzelhandel seien die Preise vor allem im Vorfeld der Umstellung angezogen. Nach dem Stichtag 1. Januar sei es dann oft zu moderaten Preissenkungen gekommen. "Die großen Lebensmittelanbieter haben sich dadurch Spielräume geschaffen, um bei der Euro-Einführung mit Preisnachlässen werben zu können." Unter dem Strich sei das Preisniveau im Vergleich zum Frühjahr vergangenen Jahres vor allem bei Gütern des täglichen Bedarfs spürbar gestiegen. "Mit ihrem Eindruck, dass sie beim Einkauf mehr Geld ausgeben müssen, liegen die Verbraucher daher richtig", sagte Müller.

Der Euro wurde am Donnerstag in Aachen mit dem Internationalen Karlspreis ausgezeichnet. Lobend führte die Verbraucherschützerin an, die neue Währung habe zu einer größeren Preistransparenz bei den Im- und Exporten sowie bei Urlaubsreisen in den Euro-Raum geführt. Auch sei die technische Umstellung auf die neue Währung und der Bargeldumtausch ohne größere Schwierigkeiten abgelaufen.

Auffallend sei aber, dass die meisten Deutschen noch immer "in D-Mark denken" und zum Wertvergleich von der neuen in die alte Währung umrechnen. Im März sei dies noch bei 90 Prozent der Bundesbürger der Fall gewesen, sagte Müller.

Am 09-05-2002

Die D-Mark war wie immer besser

Die Euro-Scheine sind nach Einschätzung von Experten weniger robust als die D-Mark. "Seit dem Euro-Start haben wir allein in Deutschland über 50 Millionen Noten aus dem Verkehr ziehen müssen", sagte der Chef der Bundesbank-Hauptkasse in Frankfurt, Peter Walter, der "Bild am Sonntag". Die aussortierten Scheine seien zerrissen, zerknautscht oder beschmiert gewesen. "Viele der neuen Noten halten gerade mal drei Monate", fügte der Chef der Bundesbank-Filiale in Dresden, Rolf Rieken im gleichen Blatt hinzu.

Die D-Mark war nach Einschätzung der Experten robuster als die etwas dünneren Euro-Noten. Rieken zufolge sind die D-Mark-Scheine im Schnitt fünfmal in die Filiale gekommen und wieder in Umlauf gebracht worden, bevor sie aussortiert werden mussten. Die meisten Euro-Scheine würden aber schon nach dem dritten Umlauf ausgemustert.

Auch abgerissene Ecken kommen den Experten zufolge bei den Euro-Scheinen häufiger vor, da sie zum Teil größer als die D-Mark seien und damit ungeschützt aus Geldbörsen herausragten. Zudem reibe sich die Farbe häufiger ab, so dass es bei Geldautomaten zu einer doppelt so hohen Ausfallquote komme.

Am 12-08-2002

Euro in 13 EU-Mitgliedstaaten

In Slowenien wird zum 1. Januar 2007 der Euro zu einem Umrechnungskurs von 239,640 Tolar je Euro eingeführt. Zum Jahreswechsel werden damit 13 der dann 27 Mitgliedstaaten der Europäiscchen Union den Euro eingeführt haben. 12 europäischen Länder hatten die Währung seit 1999 (seit 2001 in Griechenland) zunächst als Buchgeld und seit 2002 greifbar in Form von Banknoten und Münzen eingeführt. Mit den 2 Millionen Slowenen leben künftig 316,6 Millionen Menschen "im Euroraum".

Nach Angaben der EU-Kommission wurden die Geschäftsbanken und der Einzelhandel bereits mit den Euro-Banknoten und Münzen versorgt "oder werden diese in Kürze erhalten". Seit vergangener Woche könnten sich auch die Privathaushalte mit "Mini-Kits" eindecken, "um sich mit dem Euro vertraut zu machen".

Wie auch in Deutschland vor Jahren gaben die slowenischen Unternehmen in einer Umfrage mit großer Mehrheit (93 %) an, dass sie nicht die Absicht hätten, die Preise mit der Umstellung auf den Euro zu erhöhen.

Hierzu gibt es aber bereits erste Ausnahmen. Fast sieben Prozent der Hotels und Restaurants gaben laut Kommission an, dass sie vorhätten, die Preise nach oben anzupassen. Mit den Restaurants fing es auch in Deutschland an, teurer zu werden.

Die slowenische Regierung hat sich dazu verpflichtet, "ungerechtfertigte" Preiserhöhungen zu verhindern und den Verbrauchern empfohlen, "auf solche unlauteren Praktiken zu achten" und forderte, die Preise nicht ungerechtfertigt zu erhöhen. Die lokalen Behörden wurden aufgefordert, mit gutem Beispiel voranzugehen und die Preise, Gebühren oder Steuern für öffentliche Dienstleistungen während des Umstellungszeitraums nicht zu erhöhen. Eine ähnliche Zusage wird vom privaten Sektor, vor allem vom Einzelhandel, "erwartet".

Am 21-12-2006

Ausgaben 2009 bei 115 Milliarden Euro

Die Europäische Union (EU) kann im nächsten Jahr 115 Milliarden Euro ausgeben. Der Rat der Finanzminister (Ecofin) verabschiedete am Donnerstag (17. Juli) den EU-Haushaltsentwurf für 2009, wie das Bundesfinanzministerium in Berlin mitteilte. Die Ausgaben sinken gegenüber dem laufenden Jahr um 4,7 Prozent. Die EU-Ausgaben machen 0,89 Prozent des Bruttonationaleinkommens aus. Deutschland trägt 19,7 Prozent am EU-Haushalt. 1999 waren es noch 25,5 Prozent.

Finanzstaatssekretär Jörg Asmussen bezeichnete den EU-Etat als ausgewogen, hätte sich aber weitergehende Kürzungen im Agrarbereich und bei den Verwaltungsausgaben gewünscht. Der Vorentwurf der EU-Kommission wurde um 1,77 Milliarden Euro gekürzt. Die Verwaltungsausgaben wurden dabei um 102 Millionen Euro und die Agrarausgaben um 497 Millionen Euro zurückgefahren.

Am 17-07-2008

Inflation

Die aktuelle Inflationsrate in Euroraum liegt mit 1,8 Prozent unter jenen 2 Prozent, die sich die Europäische Zentralbank als Obergrenze für den Preisanstieg gesetzt hat. Deshalb gibt es für die Währungshüterin vorerst keinen Grund, von ihrer Niedrigzinspolitik abzuweichen. Die niedrigen Zinsen bergen dennoch Gefahren für die Wirtschaft.

Das oberste Ziel der Europäischen Zentralbank (EZB) ist es, die Geldwertstabilität zu wahren. Gemessen wird diese Stabilität anhand des sogenannten harmonisierten Verbraucherpreisindex der Eurozone – er sollte sich mittelfristig um weniger als 2 Prozent pro Jahr erhöhen. Im Februar 2013 lag sein Anstieg im Vergleich zum Vorjahresmonat laut Eurostat bei 1,8 Prozent. Das Ziel der Preisstabilität wurde also mühelos erreicht.

Auch in naher Zukunft ist nicht mit einer hohen Inflationsrate zu rechnen: Die Prognostiker des Consensus Forecast erwarten für die Jahre 2013 und 2014 nur eine Preissteigerung von 1,8 und 1,7 Prozent in der Europäischen Union, die Prognostiker der EZB rechnen mit jeweils 1,8 Prozent.

Es gibt also keinen Grund für die EZB, ihre Zinsen schnellstmöglich zu erhöhen. Zurzeit liegen sie auf einem historischen Tiefstwert von nur noch 0,75 Prozent. Damit und mit ungewöhnlichen geldpolitischen Maßnahmen wie dem Ankauf von Staatsanleihen versucht die EZB gegen die Eurokrise vorzugehen. Die Niedrigzinspolitik hat allerdings Nebenwirkungen – vor allem für Versicherungen und Pensionsfonds: Sie haben ihren Kunden einst eine bestimmte Verzinsung garantiert. Jetzt fällt es ihnen immer schwerer, die Zinsversprechen einzulösen. Bei anderen Finanzmarktakteuren besteht ob der Niedrigzinsen hingegen die Gefahr, dass sie häufiger in riskante Projekte investieren, um eine höhere Rendite zu erzielen.

Doch die Niedrigzinspolitik birgt auch Gefahren für die EZB selbst: Nahe der Nullzinsgrenze ist ihr Spielraum für weitere Zinssenkungen begrenzt. Sollte sich die Krise weiter verschärfen, blieben ihr also kaum noch Optionen, um gegenzusteuern.

Aus all diesen Gründen macht es Sinn, dass die EZB sich Gedanken macht, wie sie die Niedrigzinsphase beenden kann. So trüge sie auch all jenen Mahnern Rechnung, die Angst haben, dass die Inflation stark ansteigen könnte, sollte die Wirtschaft europaweit wieder Fahrt aufnehmen. Für ihre „Exit-Strategie“ sollte die EZB formulieren, entlang welches Pfades sie die Zinsen allmählich erhöhen wird. Dieser Pfad sollte allerdings keine verbindliche Regel, sondern eine Empfehlung an die eigene Zinspolitik bleiben. Denn eins muss beim Handeln der EZB außer Frage stehen: Dass sie auch weiterhin alles innerhalb ihres Mandats Mögliche tun wird, um den Euro zu retten.

Am 15-03-2013