antibiotika Nachrichten & Informationen

Antibiotikamissbrauch in der Putenhaltung

Presseabteilung Deutscher Tierschutzbund e.V.

Das Verbraucherministerium Nordrhein-Westfalen hat am Abend mit einer neuen Studie den massiven Einsatz von Antibiotika in der Putenmast aufgedeckt. Neun von zehn Puten werden im Laufe ihres Lebens mit solchen Medikamenten behandelt, teilweise sogar mehrmals und mit mehreren Wirkstoffen gleichzeitig. Der Deutsche Tierschutzbund kritisiert diese Vergabepraxis und stellt gleichzeitig klar, dass es beim Antibiotika-Einsatz nicht nur um eine Medikamentenfrage, sondern um eine Systemfrage geht. Denn durch den hohen Einsatz von Antibiotika wird versucht, unzureichende Haltungsbedingungen zu kompensieren. Gerade in der Putenhaltung braucht es kleinere Bestände, geringere Besatzdichten und tiergerechte Ausgestaltung der Haltung.

Antibiotika in der Tierhaltung soll eingedämmt werden

VIER PFOTEN begrüßt Novelle des Arzneimittelgesetzes

Ab Anfang 2014 soll der Antibiotika-Einsatz in der konventionellen Nutztierhaltung eingedämmt werden, so der heutige Beschluss des Vermittlungsausschusses von Bundesrat und Bundestag. Die Tierschutzorganisation VIER PFOTEN begrüßt die geplante Novelle des Arzneimittelgesetzes, weist aber darauf hin, dass den Tieren häufig nur deswegen so viele Medikamente verabreicht werden, weil die den Tieren abverlangte Hochleistung sonst gar nicht erreichbar wäre. Trotz des hohen Medikamenteneinsatzes sterben aber allein in Deutschland jährlich Millionen Tiere noch vor der Schlachtung – sie landen im Mülleimer. Eine bloße Überarbeitung des Arzneimittelgesetztes sei daher nicht genug. VIER PFOTEN fordert stattdessen, die Haltungsbedingungen für Nutztiere endlich an die Bedürfnisse der Tiere anzupassen.

Wissenschaftler erforschen Antibiotika-Wirkung im Boden

Tierhaltung

Mehr als 9.000 Tonnen Antibiotika wurden 1999 in der Europäischen Union an Schweine, Rinder oder Geflügel verfüttert. Die Tiere scheiden bis zu 90 Prozent davon unverändert wieder aus. Früher oder später landen die Arzneimittel mit dem Mist oder der Gülle auf den Feldern. Was mit ihnen danach passiert, ist noch weitgehend ungeklärt. Möglicherweise sind sie aber mit dafür verantwortlich, dass immer mehr Bakterien gegen Antibiotika resistent werden - darunter auch Keime, die dem Menschen gefährlich werden können. Eine Forschergruppe, an der mehrere Arbeitsgruppen aus Deutschland beteiligt sind, geht dieser Frage nun nach.

Nicht zugelassener Süßmais mit Antibiotika-Resistenzgen außer Kontrolle

Nahrungsmittel

Nach Darstellung des Umweltinstituts München hat der Gentechnikkonzern "Syngenta" in den letzten vier Jahren "versehentlich" rund 187.000 Tonnen Genmais illegal in die Nahrungskette gebracht. Der Genmais mit der Bezeichnung "Bt10" enthalte Resistenzgene gegen ein Antibiotikum, das in der Behandlung von Menschen weit verbreitet sei. Der Mais sei zudem kein Futtermais für Tiere sondern ein Süßmaiss, der explizit für den menschlichen Verzehr gedacht ist. Syngenta habe auch über die Menge der in den Handel gelangten Menge an Saatgut falsche Angaben gemacht, schreibt das Umweltinstitut. Zuerst sei nur von einigen hundert Tonnen die Rede gewesen. Das Unternehmen habe sich zunächst auch nicht dazu äußern wollen, in welche Länder der Mais exportiert worden sei. Inzwischen habe es jedoch zugegeben, dass auch in die EU geliefert worden sei. Die Maislinie "Bt10" sei in keinem Land der Welt für den menschlichen Verzehr zugelassen, unterstrich das Umweltinstitut. Andreas Bauer, Gentechnikexperte beim Umweltinstitut München betonte, dass US-Behörden und Syngenta seit Monaten von der Kontamination wussten, ohne die Öffentlichkeit zu informieren. Er sprach von einem "Vertuschungsskandal ersten Ranges". Alle Maisimporte aus den USA müssten umgehend gestoppt und alle Produkte, in denen der Mais gefunden werde, müssten aus dem Verkehr gezogen werden.

"Öko-Test" berichtet über Antibiotika im Schweinefleisch

Stichprobe

Deutsches Schweinefleisch ist offenbar häufig mit Antibiotika belastet. Bei einer am Dienstag in Berlin vorgestellten Stichprobe des Magazins "Öko-Test" enthielten fast ein Drittel der 17 untersuchten frischen Schnitzel Rückstände von Antibiotika. Dies zeigt nach Ansicht der Wissenschaftler, dass nach wie vor zu viele dieser hochwirksamen Medikamente in der Tiermast eingesetzt werden. Bundesverbraucherministerin Renate Künast (Grüne) forderte, den Antibiotikaeinsatz in der Landwirtschaft deutlich zu senken. Der Bauernverband warnte vor Panikmache.

Stiftung Warentest rügt Honig-Qualität

Rückstände von Antibiotika und Bienenabwehrmitteln

Jeder Deutsche verzehrt im Jahr durchschnittlich 1,5 Kilogramm Honig. Experten zufolge ist nirgendwo sonst auf der Welt die Nachfrage nach dem Lebensmittel so groß wie in Deutschland. Doch die Qualität lässt laut einer Studie von Stiftung Warentest in vielen Fällen zu wünschen übrig. Fast jedes zweite getestete Produkt erhielt nur das Qualitätsurteil "mangelhaft". Bei zwölf der 34 überprüften Honigsorten hätten die Experten Rückstände von Antibiotika, Bienenabwehrmitteln und anderen kritischen Substanzen festgestellt, teilte Hubertus Primus, Chefredakteur der Zeitschrift "Test", am Donnerstag in Berlin mit.

Ökoeier frei von Antibiotika

Glückliche Hühner

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat die Verbraucherinnen und Verbraucher aufgerufen, zum Weihnachtsfest nur Eier aus Freiland- oder Bodenhaltung zu kaufen. So könne dem Bestreben mehrerer Bundesländer, den Tierschutz bei der Haltung von Legehennen zu missachten, wirksam begegnet werden. Vor einer Woche hatte der Bundesrat eine Verlängerung der Nutzung konventioneller Käfige auf unbestimmte Zeit beschlossen und so die Legehennenverordnung von Agrarministerin Künast unterlaufen, die ein Verbot der Käfige bis Ende 2006 vorsieht. Ein großer Vorteil von Ökoeiern sei, das in ihnen keine Antibiotika wie das in den letzten Tagen in Käfigeiern aus Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen aufgetauchte Lasalocid enthalten sein könnten. Das Tierarzneimittel aus der industriellen Hähnchenmast war über das Futter für Legehennen in die Eier gelangt.

AOK-Studie warnt vor unbedachtem Antibiotikaeinsatz in Deutschland

Antibiotika-Resistenz

Einst galten Antibiotika als Wunderwaffe gegen Infektionen. Doch ihr großzügiger Einsatz hat viele Erreger resistent gemacht. Eine gemeinsame Studie des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) und des Universitätsklinikums Freiburg analysiert kritisch die Antibiotikaverordnungen in Deutschland und zeigt, wie Antibiotika gezielter eingesetzt werden können. Auch wenn in Deutschland im europäischen Vergleich der Verbrauch von Antibiotika relativ niedrig ist, besteht kein Grund zur Entwarnung. In einer zunehmend mobilen Gesellschaft kennen resistente Erreger keine nationalen Grenzen. Damit Antibiotika auch zukünftig noch wirken, muss lokal gehandelt und global gedacht werden.

Greenpeace fordert Verzicht auf italienische Puten mit Gen-Soja und Antibiotika

Putenmastskandal

Nach neuen Recherchen von Greenpeace werden die Puten des italienischen Agrarkonzerns A.I.A. (Agricola Italiana Alimentare) weiterhin mit genmanipulierter Soja gefüttert. Zudem stecken in den Knochen immer noch Rückstände des Antibiotikums Tetracyclin, das in der Massentierhaltung eingesetzt wird. Greenpeace wirft insbesondere dem Unternehmen Kaufhof/Metro die Irreführung von Verbrauchern vor. Es nahm ebenso wie Walmart und Tengelmann nach den ersten Antibiotika-Funden im Juni 2002 die Puten aus dem Sortiment. Doch nur kurze Zeit später boten Kaufhof und auch einige Tengelmann-Märkte sie wieder an, obwohl A.I.A. die Haltung des Geflügels nicht verbessert hatte.

55 Bauernhöfe wegen Antibiotika-Abgabe durchsucht

Antibiotika im Viehfutter

In Bayern, Baden-Württemberg und Hessen sind am Montagmorgen 55 Bauernhöfe im Zusammenhang mit Unregelmäßigkeiten bei der Antibiotika-Abgabe durchsucht worden. Anlass war eine Überprüfung bei einem Tierarzt im Raum Fürstenfeldbruck durch das Veterinäramt. Der Mann steht im Verdacht, verschreibungspflichtige Arzneimittel bei landwirtschaftlichen Tierhaltern auf Vorrat abgegeben zu haben. Dabei handelt es sich überwiegend um Antibiotika.

Inhalt des QS-Zeichens

Antibiotika und der Tierschutz

Die Fleischwirtschaft macht in der deutschen Ernährungsindustrie den drittgrößten Wirtschaftsbereich aus. Rund 300 Schlachtbetriebe, 950 Zerlegebetriebe und etwa 1.500 Verarbeitungsbetriebe mit EU-Zulassung müssen mit ihren Qualitätsstandards den Erfordernissen der Lebensmittelsicherheit und der Nachfrage entsprechen. Gerade vor dem Hintergrund anhaltend neuer Lebensmittelskandale fragen Verbraucher heute mehr denn je nicht nur nach der hygienischen Qualität eines Nahrungsmittels, sondern auch danach, wo und wie es erzeugt wurde.

Greenpeace fordert routinemässige Kontrolle von Fleisch und Knochen

Antibiotika in Putenfleisch

Nachdem das Antibiotikum Tetracyclin in Knochen von Puten- und Kälberprodukten nachgewiesen worden sind, hat Greenpeace heute die Bundesländer aufgefordert, Fleisch und Knochen routinemässig auf Antibiotika-Rückstände zu kontrollieren. Zudem muss wissenschaftlich untersucht werden, inwiefern die Antibiotika durch Kochen oder Braten vom Knochen ins Fleisch gelangen. Auch ist bisher unklar, ob sich die Antibiotika aus den Knochen in daraus erzeugter Fleischbrühe oder Gelatine wieder finden.

Greenpeace: Putenfleisch aus Italien mit Antibiotika gedopt

Neuer Lebensmittelskandal

Die Serie an Lebensmittelskandalen reist nicht ab: Putenprodukte der italienischen Firma "A.I.A." (Agricola Italiana Alimentare, Sitz in Verona/Italien) sind mit dem Antibiotikum "Tetracyclin" belastet. Dies ergaben Laboruntersuchungen der tierärztlichen Hochschule Hannover im Auftrag von Greenpeace. Insgesamt wurden 33 Putenkeulen aus den Supermärkten Walmart, Tengelmann und Kaufhof in Hamburg, Hannover, Frankfurt, Kassel und Darmstadt analysiert. In 82 Prozent der im Zeitraum von September 2001 bis Juli 2002 untersuchten Putenknochen konnten Rückstände des in der Tiermast verwendeten Antibiotikums nachgewiesen werden. Greenpeace fordert die Handelsketten auf, belastete Putenprodukte wie die von A.I.A. aus den Regalen zu nehmen und Lebensmittel auf Antibiotika-Rückstände zu überwachen.

Antibiotika in verseuchtem Fischmehl nicht nachweisbar

Lebensmittelskandal

Im Lebensmittelskandal um verseuchtes Fischmehl seien keine Antibiotikaspuren belasteter Shrimps nachweisbar, so der niedersächsische Landwirtschaftsminister Bartels. Alle elf Untersuchungsergebnisse des in Cuxhaven lagernden Fischmehls und die Resultate von vier gezogenen Fischölproben fielen negativ aus. Auch in 23 Futtermittelproben konnten keine Spuren des verbotenen Antibiotikums Chloramphenicol.

Antibiotika in Shrimps und Garnelen gefunden

Meeresfrüchte belastet

Sachsen-Anhalts Agrarministerium warnt vor Antibiotikarückständen in Shrimps und Garnelen aus dem Südpazifik. Lebensmittelkontrolleure haben bei Untersuchungen vom Meeresfrüchten aus China und Vietnam wiederholt Spuren von Chloramphenicol gefunden, wie Minister Konrad Keller (SPD) am Mittwoch in Magdeburg mitteilte. Er habe die Vernichtung der Erzeugnisse angeordnet. Den Handel und alle gastronomischen Einrichtungen forderte er auf, ihre Bestände zu überprüfen und belastete Waren aus dem Verkehr zu ziehen.

Antibiotika und Pille | Nebenwirkungen von gut bis böse

40 Jahre "Pille"

Die Hormonmenge in der Antibabypille ist in den vergangenen 40 Jahren immer weiter reduziert worden. So konnten unerwünschte Nebenwirkungen minimiert werden. Weil es sich bei der Pille aber trotzdem um ein hochwirksames Arzneimittel handelt, ist sie verschreibungspflichtig. Bevor ein Arzt ein Rezept ausstellt, werden anhand der Krankengeschichte mögliche Risikofaktoren der Frau ermittelt.

Antibiotika wirken nicht mehr gegen Salmonellen im Fleisch

"Öko-Test":

Penicillin und eine Reihe anderer Antibiotika wirken nicht mehr gegen Salmonellen, mit denen Schweinefleisch oft belastet ist. Das zeigt eine aktuelle Untersuchung des Magazins "Öko-Test". Wie die Verbraucherzeitschrift heute in Frankfurt/Main mitteilte, waren sechs Prozent der rund 100 untersuchten Hackfleisch-Proben mit den gefährlichen Bakterien belastet und hätten eigentlich nicht verkauft werden dürfen. Die genauen Ergebnisse der Untersuchung werden in der Mai-Ausgabe von "Öko-Test" veröffentlicht.