london Nachrichten & Informationen

Soziale Unruhen und andauernde Randale in London

Jugendunruhen in Europa von Jürgen Meyer

Soziale Unruhen und andauernde Randale in London. Nachdem soziale Unruhen die arabische Welt erschütterten und den Arabischen Frühling auslösten, fanden dann auch massive Jugendproteste in Israel und jetzt auch in Europa statt. In London ebbt die Gewalt seit Tagen nicht ab, nachdem ein 29 jähriger Familienvater am Donnerstag von der Polizei erschossen wurde.

Londoner Polizei soll Menezes grundlos erschossen und gelogen haben

Anti-Terror-Krieg

Der in London von der Polizei wegen Terrorverdachts erschossene Jean Charles de Menezes hat sich offenbar nicht verdächtig verhalten. Britische Medien brachten am Mittwoch Ergebnisse der Untersuchung in Umlauf, die Gegenteiliges vermuten lassen. Neue Informationen zu der irrtümlichen Erschiessung eines Brasilianers belasteten die Londoner Polizei stark, schreibt die "Neue Zürcher Zeitung" in ihrer Online-Ausgabe. Britische Zeitungen hätten bisherige Angaben der Behörden widerlegt, wonach der Brasilianer sich verdächtig verhalten hätte.

Londoner Polizei hat offenbar unschuldigen Brasilianer erschossen

Finaler Rettungsschuss

Der Mann, den die Londoner Polizei am 22. Juli erschossen hatte, war offenbar kein Terrorist. Der 27 Jahre alte Brasilianer, Jean Charles de Menezes, lebte seit drei Jahren in London und arbeitete dort als Elektriker. Am vergangenen Freitag war er aus einem polizeilich überwachten Haus gekommen und ist mit dem Bus zum U-Bahnhof Stockwell gefahren. Beim Aussteigen aus dem Bus stellten ihn Polizisten in Zivil mit gezogener Waffe. Vermutlich aufgrund seiner Erfahrungen in Brasilien rannte de Menezes daraufhin in den Bahnhof und sprang in ein offenstehendes Abteil eines Zuges. Drei Männer der Zivilstreife sind hinter ihm hergerannt, warfen de Menezes auf den Boden und schossen ihm aus nächster Entfernung fünfmal in den Kopf. Die Londoner Polizei bezeichnete die Tötung zwischenzeitlich als Tragödie. Dessen ungeachtet bezeichnete der Vizechef des Bundes Deutscher Kriminalbeamter (BDK), Wilfried Albishausen, den "finalen Rettungsschuss" auch in Deutschland als Instrument der Terrorbekämpfung.

Londoner Polizei erschießt Verdächtigten

In Zivil

Die Polizei hat am Freitag in der Londoner U-Bahn einen Verdächtigen erschossen. Der Mann sei im Zusammenhang mit einer Anti-Terroraktion verfolgt worden und habe am Vormittag die U-Bahn-Station Stockwell betreten, sagte der Londoner Polizeichef Ian Blair am Nachmittag. Der Verdächtige habe sich geweigert, den Aufforderungen der Polizei zu folgen und sei daraufhin erschossen worden.

Londoner Attentäter sind offenbar britische Staatsbürger

Terroranschlag in London

Die britische Polizei hat am Mittwoch bekannt gegeben, dass sie die Identität der Attentäter identifiziert habe. Es handele sich um vier britische Staatsangehörige pakistanischer Herkunft, die aus Leeds und Luton stammten. Vermutlich sind sie bei den Anschlägen selbst ums Leben gekommen. Die mutmaßlichen Attentäter seien bisher nicht polizeilich bekannt gewesen.

London: 250000 protestierten gegen neuen US-Angriff auf Irak

Größte Friedensdemonstration in Großbritanniens Geschichte

Am Samstag nachmittag fand in London die bisher größte Friedensdemonstration in der Geschichte des Landes statt. Offizielle Zahlen sprachen von 150000, die Veranstalter dagegen von 300000 Teilnehmern. Organisiert wurde die Demonstration von einem breiten Bündnis aus Friedensinitiativen, diversen trotzkistischen Parteien und Gewerkschaften. Unterstützt wurde die Manifestation von der traditionsreichen pazifistischen Campaign for Nuclear Disarmament (CND).