Professionelle Zahnreinigung: Ablauf, Nutzen, Dauer und Risiken
Eine professionelle Zahnreinigung, kurz PZR, soll harte und weiche Beläge, Biofilm und oberflächliche Verfärbungen auch dort entfernen, wo Zahnbürste und Zahnseide im Alltag nicht alles erreichen.
Viele Menschen verbinden die Behandlung vor allem mit glatten Zähnen und einem frischeren Gefühl im Mund. Tatsächlich umfasst eine sorgfältig durchgeführte professionelle Zahnreinigung mehrere Arbeitsschritte: die Beurteilung der Mundsituation, die Entfernung von Belägen, die Reinigung der Zahnzwischenräume, die Politur, eine geeignete Fluoridierung und eine individuelle Beratung zur häuslichen Zahnpflege.1
Eine PZR ist nicht mit der einfachen Zahnsteinentfernung gleichzusetzen und auch kein Bleaching. Sie kann bestimmte oberflächliche Verfärbungen beseitigen. Die natürliche Zahnfarbe wird dadurch aber nicht chemisch aufgehellt.
Inhalt
- Professionelle Zahnreinigung auf einen Blick
- Was ist eine professionelle Zahnreinigung?
- Zahnreinigung und Zahnsteinentfernung: Was ist der Unterschied?
- Wie läuft eine professionelle Zahnreinigung ab?
- Wie lange dauert eine professionelle Zahnreinigung?
- Tut eine professionelle Zahnreinigung weh?
- Kann das Zahnfleisch nach der Zahnreinigung bluten?
- Kann man nach einer Zahnreinigung krank werden?
- Was bringt eine professionelle Zahnreinigung wirklich?
- Werden die Zähne durch eine PZR weißer?
- Professionelle Zahnreinigung vorher und nachher
- Wie oft sollte man eine professionelle Zahnreinigung machen lassen?
- Wie sollte man sich nach einer Zahnreinigung verhalten?
- Wie viel kostet eine professionelle Zahnreinigung?
- Zahlt die Krankenkasse die Zahnreinigung?
- Wann reicht eine professionelle Zahnreinigung nicht aus?
- Woran erkennt man eine gute professionelle Zahnreinigung?
- Was kann man selbst für saubere Zähne tun?
- Häufige Fragen zur professionellen Zahnreinigung
- Ist eine professionelle Zahnreinigung notwendig?
- Wie lange dauert eine Zahnreinigung?
- Kann eine PZR Zahnschmelz beschädigen?
- Kann man eine Zahnreinigung mit Betäubung durchführen?
- Entfernt Airflow Zahnstein?
- Ist eine PZR dasselbe wie Bleaching?
- Darf man nach der PZR sofort essen?
- Warum sind die Zähne nach der Reinigung empfindlich?
- Wie oft zahlt die Krankenkasse eine PZR?
- Fazit: Eine gute Zahnreinigung ist mehr als Kosmetik
- Quellen
Professionelle Zahnreinigung auf einen Blick
Die wichtigsten Informationen zu Dauer, Kosten, Häufigkeit und Krankenkassenzuschüssen zeigt unsere Übersicht:

| Frage | Kurze Antwort |
|---|---|
| Wie lange dauert die PZR? | Häufig etwa 45 bis 60 Minuten, abhängig von Belägen, Zahnzahl, Zahnersatz und individuellem Aufwand.4 |
| Was wird entfernt? | Harte und weiche Beläge, Biofilm sowie bestimmte oberflächliche Verfärbungen. |
| Tut eine Zahnreinigung weh? | Meist ist sie gut auszuhalten. Empfindliche Zahnhälse oder entzündetes Zahnfleisch können die Behandlung unangenehm machen. |
| Werden die Zähne weißer? | Oberflächliche Verfärbungen können verschwinden. Eine PZR verändert aber nicht die natürliche Zahnfarbe wie ein Bleaching. |
| Wie oft ist sie sinnvoll? | Der Abstand sollte sich nach dem persönlichen Karies- und Parodontitisrisiko richten. |
| Zahlt die Krankenkasse? | Die PZR ist keine reguläre Leistung der gesetzlichen Krankenversicherung. Viele Kassen gewähren freiwillige Zuschüsse. |
| Was kostet sie? | Bei durchschnittlichem Aufwand häufig etwa 80 bis 120 Euro; je nach Umfang und Aufwand können auch höhere Beträge entstehen.[2]_ |
Was ist eine professionelle Zahnreinigung?
Bei einer professionellen Zahnreinigung werden harte und weiche Beläge von den erreichbaren Zahn- und Wurzeloberflächen entfernt. Auch die Zahnzwischenräume sowie Bereiche am Zahnfleischrand werden gereinigt.
Die Gebührenordnung für Zahnärzte beschreibt die PZR unter der Nummer 1040. Zur Leistung gehören insbesondere:
- die Entfernung supragingivaler und gingivaler Beläge,
- die Reinigung der Zahnzwischenräume,
- die Entfernung des Biofilms,
- die Politur der Zahnoberflächen,
- geeignete Fluoridierungsmaßnahmen.
Abgerechnet wird je Zahn, Implantat oder Brückenglied.1
Die Behandlung wird zahnärztlich verantwortet. Bestimmte Arbeitsschritte können unter den rechtlichen Voraussetzungen an entsprechend qualifiziertes Praxispersonal delegiert werden. Nichtzahnärztliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dürfen die PZR jedoch nicht eigenverantwortlich außerhalb der zahnärztlichen Anordnung, Aufsicht und Verantwortung durchführen.5
Zahnreinigung und Zahnsteinentfernung: Was ist der Unterschied?
Die Begriffe werden häufig miteinander verwechselt. Es handelt sich aber nicht um dieselbe Leistung.
| Merkmal | Zahnsteinentfernung | Professionelle Zahnreinigung |
|---|---|---|
| Umfang | Entfernung harter Beläge | Entfernung harter und weicher Beläge sowie des Biofilms |
| Zahnzwischenräume | Nicht zwingend vollständig Bestandteil der Leistung | Werden normalerweise gezielt gereinigt |
| Politur | Nicht automatisch enthalten | Gehört üblicherweise zur PZR |
| Fluoridierung | Nicht automatisch enthalten | Ist nach GOZ Bestandteil geeigneter Maßnahmen |
| Gesetzliche Krankenkasse | Vorgesehene Zahnsteinentfernung ist Kassenleistung | PZR ist keine reguläre GKV-Leistung; freiwillige Zuschüsse sind möglich |
| Abrechnung | Nach dem gesetzlichen Leistungskatalog | Privat nach der Gebührenordnung für Zahnärzte |
Eine Praxis sollte vor der Behandlung verständlich erklären, welche Leistung vorgesehen ist und welche Kosten entstehen.
Wie läuft eine professionelle Zahnreinigung ab?
Der genaue Ablauf kann sich von Praxis zu Praxis unterscheiden. Auch der Zustand der Zähne, vorhandener Zahnersatz, Implantate, Zahnspangen, empfindliche Zahnhälse und die Menge der Beläge beeinflussen die Behandlung.
Untersuchung und Beurteilung
Vor Beginn sollte die Mundsituation betrachtet werden. Dabei können unter anderem folgende Punkte auffallen:
- harte und weiche Beläge,
- Zahnstein,
- Zahnfleischbluten,
- entzündete Bereiche,
- freiliegende Zahnhälse,
- schwer zugängliche Zahnzwischenräume,
- Verfärbungen,
- problematische Stellen an Kronen oder Brücken,
- Beläge rund um Implantate,
- Bereiche, die bei der häuslichen Pflege regelmäßig übersehen werden.
Eine professionelle Zahnreinigung ersetzt keine notwendige zahnärztliche Diagnostik. Bestehen Hinweise auf Karies, Parodontitis oder andere Erkrankungen, müssen diese gesondert untersucht und behandelt werden.
Entfernung harter Beläge
Harte Beläge können mit Handinstrumenten oder maschinellen Instrumenten gelöst werden. Zum Einsatz kommen beispielsweise Scaler, Küretten sowie Schall- oder Ultraschallinstrumente.
Die Instrumente müssen zur jeweiligen Zahnoberfläche und Behandlungssituation passen. An Implantaten oder empfindlichen Versorgungen können andere Instrumente notwendig sein als an natürlichen Zähnen.
Entfernung weicher Beläge und des Biofilms
Weiche Beläge und Biofilm befinden sich nicht nur auf gut sichtbaren Flächen. Besonders Zahnzwischenräume, Nischen, Kronenränder, Brückenglieder und eng stehende Zähne können schwer zu reinigen sein.
Je nach Situation verwendet das Behandlungsteam beispielsweise Zahnseide, Interdentalbürsten, spezielle Bürstchen, Polierinstrumente oder Pulver-Wasserstrahlgeräte. Die professionelle Reinigung soll auch Stellen erreichen, die bei der täglichen Mundhygiene häufig unzureichend gesäubert werden.2
Was bedeutet Airflow-Zahnreinigung?
Mit »Airflow« ist meist die Reinigung mit einem Pulver-Wasserstrahlgerät gemeint. Ein Gemisch aus Wasser, Luft und Reinigungspulver wird auf die Zahnoberfläche gerichtet.
Das Verfahren kann dabei helfen, Biofilm und bestimmte oberflächliche Verfärbungen zu entfernen. Solche Verfärbungen können beispielsweise durch Kaffee, Tee oder Tabak entstehen.
Airflow ist kein eigenständiges Bleaching. Tiefere oder natürliche Zahnverfärbungen werden dadurch nicht zwangsläufig heller. Ob ein Pulver-Wasserstrahlgerät sinnvoll ist, sollte individuell entschieden werden. Pulver, Druck und Anwendung müssen zu Zahnoberflächen, Zahnfleisch, Implantaten und vorhandenen Versorgungen passen.
Reinigung der Zahnzwischenräume
Die Zahnzwischenräume gehören zu den Bereichen, die Patienten besonders häufig übersehen. Dort können sich Beläge ansammeln, obwohl die sichtbaren Zahnflächen sauber erscheinen.
Je nach Größe des Zwischenraums werden Zahnseide, Interdentalbürsten oder andere Hilfsmittel verwendet. Eine gute Prophylaxesitzung sollte nicht nur reinigen. Sie sollte dem Patienten auch zeigen, welches Hilfsmittel für welchen Bereich geeignet ist.
Politur und Fluoridierung
Nach der Entfernung der Beläge werden erreichbare Zahnoberflächen häufig poliert. Dazu können Polierkelche, Bürstchen und spezielle Polierpasten verwendet werden. Die Zahnoberflächen fühlen sich danach meist deutlich glatter an.
Abschließend kann ein fluoridhaltiges Gel oder ein fluoridhaltiger Lack aufgetragen werden. Fluoride unterstützen den Schutz des Zahnschmelzes. Welche Maßnahmen tatsächlich notwendig sind, hängt von der individuellen Situation ab.4
Beratung zur häuslichen Mundhygiene
Die Beratung ist ein entscheidender Teil einer sinnvollen Prophylaxe. Patienten sollten nach einer professionellen Zahnreinigung wissen:
- wo sich besonders viele Beläge befunden haben,
- welche Stellen sie bislang nicht ausreichend erreichen,
- welche Zahnbürste geeignet ist,
- ob Zahnseide oder Interdentalbürsten sinnvoller sind,
- welche Größe die Zwischenraumbürsten haben sollten,
- wie Kronen, Brücken oder Implantate gereinigt werden,
- wie sie ihre Putztechnik verbessern können.
Die PZR kann die tägliche Zahnpflege unterstützen. Sie kann sie aber nicht ersetzen.
Wie lange dauert eine professionelle Zahnreinigung?
Eine professionelle Zahnreinigung dauert häufig etwa 45 bis 60 Minuten.4
Kein Leerzeichen zwischen Punkt und Fußnote.
Die tatsächliche Dauer hängt unter anderem davon ab:
- wie viele Zähne vorhanden sind,
- wie stark die Beläge ausgeprägt sind,
- ob Zahnstein entfernt werden muss,
- ob Verfärbungen vorliegen,
- wie gut die Zahnzwischenräume erreichbar sind,
- ob Kronen, Brücken oder Implantate vorhanden sind,
- ob eine feste Zahnspange getragen wird,
- ob eine ausführliche Mundhygieneberatung erforderlich ist.
Eine sehr kurze Behandlung ist nicht automatisch schlecht. Patienten sollten aber nachvollziehen können, welche Schritte durchgeführt wurden. Eine pauschale Zeitangabe sagt allein noch nichts über die Qualität aus.
Tut eine professionelle Zahnreinigung weh?
Viele Menschen empfinden die PZR als gut auszuhalten. Einzelne Behandlungsschritte können jedoch unangenehm sein.
Schmerzen oder Empfindlichkeit treten eher auf, wenn:
- Zahnhälse freiliegen,
- Zähne stark temperaturempfindlich sind,
- das Zahnfleisch entzündet ist,
- viel Zahnstein vorhanden ist,
- Zahnzwischenräume sehr eng sind,
- längere Zeit keine professionelle Reinigung durchgeführt wurde.
Bei empfindlichen Bereichen kann die Behandlung angepasst werden. In bestimmten Fällen ist auch eine örtliche Betäubung möglich.3
Patienten sollten Schmerzen nicht still ertragen. Ein Handzeichen kann vorab vereinbart werden, damit die Behandlung jederzeit unterbrochen werden kann.
Kann das Zahnfleisch nach der Zahnreinigung bluten?
Ist das Zahnfleisch bereits gereizt oder entzündet, kann es während oder nach der Reinigung leicht bluten.3
Auch die Entfernung festsitzender Beläge kann dazu führen, dass empfindliche Bereiche vorübergehend stärker wahrgenommen werden. Leichtes Zahnfleischbluten unmittelbar nach der Behandlung muss nicht automatisch auf eine Verletzung hindeuten.
Hält die Blutung jedoch an, sind starke Schmerzen vorhanden oder verschlechtert sich der Zustand, sollte die Praxis kontaktiert werden. Patienten sollten vor der Behandlung angeben, wenn sie Medikamente zur Hemmung der Blutgerinnung einnehmen. Medikamente dürfen nicht eigenmächtig abgesetzt werden.
Kann man nach einer Zahnreinigung krank werden?
Manche Menschen berichten nach einer Zahnreinigung über gereiztes Zahnfleisch, empfindliche Zähne oder ein ungewohntes Mundgefühl. Schwerwiegende Komplikationen kommen nach Angaben der Bundeszahnärztekammer sehr selten vor.4
Bestimmte Vorerkrankungen können jedoch besondere Vorsicht erforderlich machen. Die Praxis sollte vor der Behandlung unter anderem über folgende Besonderheiten informiert werden:
- eine geschwächte Immunabwehr,
- bestimmte Herz-Kreislauf-Erkrankungen,
- Stoffwechselerkrankungen,
- Allergien,
- ein vorgeschädigtes Endokard,
- einen Herzschrittmacher.
Ob eine Rücksprache mit der Hausarzt- oder Facharztpraxis notwendig ist, muss individuell entschieden werden. Fieber, starke Schwellungen, anhaltende Blutungen oder zunehmende Schmerzen sollten nicht als normale Folge einer Zahnreinigung abgetan werden.
Was bringt eine professionelle Zahnreinigung wirklich?
Die wissenschaftliche Bewertung der professionellen Zahnreinigung ist differenzierter, als es manche Werbeaussage vermuten lässt.
Die Bundeszahnärztekammer betrachtet die PZR als Bestandteil eines präventionsorientierten Gesamtkonzepts und verweist auf Beobachtungsdaten, die positive Zusammenhänge mit verschiedenen Mundgesundheitswerten zeigen.4
Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen kommt zu einer zurückhaltenderen Bewertung. Danach lässt sich derzeit nicht eindeutig beurteilen, ob eine routinemäßige PZR gesunde Menschen besser vor Karies, Zahnfleischentzündungen oder Parodontitis schützt als die von den Kassen bezahlte Zahnsteinentfernung.3
Diese Einschätzungen müssen nicht zwingend im Widerspruch stehen. Die Entfernung schwer erreichbarer Beläge, eine individuelle Mundhygieneberatung und die Kontrolle problematischer Stellen können im Einzelfall sinnvoll sein. Gleichzeitig sollte eine PZR nicht als pauschal notwendige Behandlung für jeden Menschen in identischen Abständen dargestellt werden.
Entscheidend sind:
- der Zustand von Zähnen und Zahnfleisch,
- das persönliche Kariesrisiko,
- das persönliche Parodontitisrisiko,
- vorhandener Zahnersatz,
- die Qualität der häuslichen Mundhygiene,
- individuelle gesundheitliche Risiken,
- die tatsächliche Qualität und Ausführung der Behandlung.
Werden die Zähne durch eine PZR weißer?
Nach einer professionellen Zahnreinigung wirken die Zähne häufig sauberer und teilweise heller. Der Grund: Oberflächliche Verfärbungen können entfernt werden. Dazu gehören beispielsweise Ablagerungen durch Kaffee, schwarzen Tee, Tabak oder farbintensive Lebensmittel.
Die natürliche Zahnfarbe verändert sich dadurch jedoch nicht grundsätzlich. Ein Bleaching arbeitet mit chemischen Wirkstoffen, die die Farbwirkung im Zahn verändern. Die professionelle Zahnreinigung entfernt dagegen vor allem aufliegende Beläge und Verfärbungen.
Ein seriöser Vorher-Nachher-Vergleich sollte deshalb keine unnatürlich weißen Zähne versprechen. Wer weiter raucht oder häufig Kaffee und schwarzen Tee trinkt, kann zudem relativ schnell neue Verfärbungen entwickeln.3
Professionelle Zahnreinigung vorher und nachher
Direkt nach der Behandlung berichten viele Patienten über:
- glattere Zahnoberflächen,
- sauberere Zahnzwischenräume,
- weniger sichtbare oberflächliche Verfärbungen,
- ein frischeres Mundgefühl.
Wie deutlich der sichtbare Unterschied ausfällt, hängt vom Ausgangszustand ab. Wer bereits sehr gründlich putzt und kaum Verfärbungen hat, wird optisch möglicherweise nur eine geringe Veränderung erkennen. Bei stärkeren oberflächlichen Ablagerungen kann der Unterschied deutlicher sein.
Fotos sollten immer unter vergleichbaren Lichtbedingungen aufgenommen werden. Unterschiedliche Beleuchtung, Bildbearbeitung oder ein veränderter Weißabgleich können den Eindruck erheblich verfälschen.
Wie oft sollte man eine professionelle Zahnreinigung machen lassen?
Ein allgemein gültiger Rhythmus existiert nicht.
Bei gesunden Zähnen und gesundem Zahnfleisch hält die Bundeszahnärztekammer eine PZR ein- bis zweimal pro Jahr für empfehlenswert. Bei erhöhtem Karies- oder Parodontitisrisiko oder eingeschränkter Mundhygienefähigkeit können kürzere Abstände angezeigt sein.4
Eine häufigere PZR kann beispielsweise erwogen werden bei:
- erhöhtem Parodontitisrisiko,
- bereits behandelter Parodontitis,
- starker Bildung von Belägen,
- eingeschränkter häuslicher Mundhygiene,
- festsitzenden Zahnspangen,
- umfangreichem Zahnersatz,
- Implantaten,
- Pflegebedürftigkeit,
- körperlichen Einschränkungen.
Der empfohlene Abstand sollte begründet werden können. »Zweimal im Jahr für alle« ist kein individuell abgestimmtes Prophylaxekonzept.
Wie sollte man sich nach einer Zahnreinigung verhalten?
Nach der PZR sollten die Hinweise der behandelnden Praxis beachtet werden. Sie können vom verwendeten Fluoridprodukt und von der individuellen Situation abhängen.
| Situation | Sinnvolles Verhalten |
|---|---|
| Fluoridierung | Nachfragen, wie lange nicht gegessen oder getrunken werden sollte. |
| Empfindliche Zähne | Sehr heiße, kalte, saure oder stark süße Speisen zunächst vorsichtig ausprobieren. |
| Gereiztes Zahnfleisch | Weiter schonend putzen und die Mundhygiene nicht vollständig aussetzen. |
| Neue Verfärbungen | Kaffee, Tee und Tabak können erneut Ablagerungen verursachen. |
| Blutung oder Schmerzen | Bei starken oder anhaltenden Beschwerden die Praxis kontaktieren. |
| Neue Hilfsmittel | Empfohlene Interdentalbürsten und Zahnseide entsprechend der Anleitung verwenden. |
Die Zähne sollten auch nach der PZR regelmäßig geputzt werden. Gereiztes Zahnfleisch ist kein Grund, die Mundhygiene über längere Zeit vollständig einzustellen.
Wie viel kostet eine professionelle Zahnreinigung?
Die PZR ist für gesetzlich Versicherte normalerweise eine privat zu bezahlende Leistung.
Nach Angaben der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung kostet sie bei durchschnittlichem Aufwand häufig etwa 80 bis 120 Euro. Die Bundeszahnärztekammer nennt abhängig von Umfang und Aufwand eine mögliche Spanne von 80 bis 200 Euro.4
Die Höhe kann unter anderem beeinflusst werden durch:
- Anzahl der Zähne,
- Implantate oder Brückenglieder,
- Menge und Hartnäckigkeit der Beläge,
- Behandlungsdauer,
- Schwierigkeitsgrad,
- besondere Instrumente oder Verfahren.
Vor der Behandlung sollten Patienten fragen:
- Was wird voraussichtlich berechnet?
- Welche Leistungen sind enthalten?
- Wie lange ist für die Behandlung vorgesehen?
- Bezuschusst meine Krankenkasse die PZR?
- Muss die Rechnung bei der Krankenkasse eingereicht werden?
Die detaillierte Kostenintention erhält einen eigenen NGO-ONLINE-Ratgeber, damit dieser Hauptartikel nicht gleichzeitig Preisvergleich, Kassenportal und medizinische Einführung sein muss.
Zahlt die Krankenkasse die Zahnreinigung?
Die professionelle Zahnreinigung gehört nicht zu den regulären Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung. Viele Krankenkassen bieten jedoch freiwillige Zuschüsse, Bonusprogramme oder besondere Vertragsangebote an.2
Versicherte sollten deshalb direkt bei ihrer Krankenkasse prüfen:
- ob ein Zuschuss vorgesehen ist,
- wie hoch der Zuschuss ist,
- wie oft er gezahlt wird,
- ob eine Partnerpraxis vorgeschrieben ist,
- welche Unterlagen eingereicht werden müssen,
- ob die Leistung über ein Bonusprogramm erfolgt.
Die Bedingungen können sich ändern. Eine ältere Übersicht aus dem Internet ist deshalb nicht immer verlässlich. Auch diese Suchintention wird in einem gesonderten, regelmäßig aktualisierten Ratgeber behandelt.
Wann reicht eine professionelle Zahnreinigung nicht aus?
Eine PZR ist keine Behandlung für jede Zahnerkrankung.
Bei einer Parodontitis können sich Beläge und Entzündungen in tieferen Zahnfleischtaschen befinden. Diese Bereiche werden durch eine normale professionelle Zahnreinigung nicht vollständig behandelt. Auch Karies, defekte Füllungen, entzündete Zahnnerven oder andere Erkrankungen benötigen eine eigene Diagnostik und Therapie.
Warnzeichen, die zahnärztlich untersucht werden sollten, sind unter anderem:
- wiederholtes oder starkes Zahnfleischbluten,
- geschwollenes Zahnfleisch,
- zurückgehendes Zahnfleisch,
- anhaltender Mundgeruch,
- gelockerte Zähne,
- Schmerzen,
- Schwellungen,
- empfindliche Zahnhälse,
- Veränderungen der Zahnstellung.
Eine saubere Zahnoberfläche bedeutet nicht automatisch, dass Zähne und Zahnhalteapparat gesund sind.
Woran erkennt man eine gute professionelle Zahnreinigung?
Eine hochwertige PZR lässt sich nicht allein an einem modernen Behandlungsraum oder einem besonders niedrigen Preis erkennen. Gute Prophylaxe sollte nachvollziehbar sein.
Achten Sie darauf, ob:
- vor der Behandlung nach Beschwerden und Vorerkrankungen gefragt wird,
- Zähne und Zahnfleisch betrachtet werden,
- problematische Stellen erklärt werden,
- harte und weiche Beläge entfernt werden,
- Zahnzwischenräume berücksichtigt werden,
- passende Instrumente verwendet werden,
- eine Politur erfolgt,
- eine individuelle Mundhygieneberatung angeboten wird,
- die empfohlenen Abstände begründet werden,
- die Kosten vor Beginn transparent sind,
- bei Auffälligkeiten eine zahnärztliche Untersuchung erfolgt.
Eine gute Behandlung hinterlässt nicht nur glatte Zähne. Sie vermittelt Wissen, mit dem Patienten ihre Mundgesundheit zu Hause besser erhalten können.
Was kann man selbst für saubere Zähne tun?
Die tägliche Mundhygiene bleibt die wichtigste Grundlage. Dazu gehören:
- mindestens zweimal täglich gründliches Zähneputzen,
- Reinigung der Zahnzwischenräume,
- eine passende Zahnbürste,
- fluoridhaltige Zahnpasta,
- regelmäßiger Austausch der Bürste oder des Bürstenkopfes,
- zahnärztliche Kontrolluntersuchungen,
- Verzicht auf Tabak,
- bewusster Umgang mit häufigem Zucker- und Säurekonsum.
Ob Zahnseide oder Interdentalbürsten besser geeignet sind, hängt von den Zahnzwischenräumen ab. Wer unsicher ist, sollte sich die Anwendung direkt in der Zahnarztpraxis zeigen lassen.
Häufige Fragen zur professionellen Zahnreinigung
Ist eine professionelle Zahnreinigung notwendig?
Das lässt sich nicht pauschal beantworten. Der individuelle Nutzen hängt vom Zustand der Zähne, vom Erkrankungsrisiko, von der häuslichen Mundhygiene und von der Qualität der Behandlung ab.
Wie lange dauert eine Zahnreinigung?
Häufig etwa 45 bis 60 Minuten. Bei wenigen Belägen kann es schneller gehen, bei aufwendigen Situationen länger dauern.4
Kann eine PZR Zahnschmelz beschädigen?
Die Behandlung sollte mit geeigneten Instrumenten und Materialien fachgerecht durchgeführt werden. Langfristige unerwünschte Wirkungen routinemäßiger PZR sind nach Einschätzung des IQWiG nicht ausreichend untersucht.3
Kann man eine Zahnreinigung mit Betäubung durchführen?
Bei sehr empfindlichen Zähnen oder freiliegenden Zahnhälsen kann eine örtliche Betäubung erwogen werden. Das sollte individuell mit der Praxis besprochen werden.[4]_
Entfernt Airflow Zahnstein?
Pulver-Wasserstrahlgeräte dienen vor allem der Entfernung von Biofilm und bestimmten Verfärbungen. Fester Zahnstein muss gegebenenfalls mit anderen Instrumenten entfernt werden.
Ist eine PZR dasselbe wie Bleaching?
Nein. Eine PZR entfernt Beläge und oberflächliche Verfärbungen. Beim Bleaching wird die Zahnfarbe chemisch aufgehellt.
Darf man nach der PZR sofort essen?
Das hängt unter anderem vom verwendeten Fluoridprodukt ab. Die Praxis sollte mitteilen, ob und wie lange auf Essen oder Trinken verzichtet werden soll.
Warum sind die Zähne nach der Reinigung empfindlich?
Freiliegende Zahnhälse, entzündetes Zahnfleisch oder die Entfernung von Belägen können dazu führen, dass Zähne vorübergehend stärker auf Temperaturreize reagieren.
Wie oft zahlt die Krankenkasse eine PZR?
Die PZR ist keine reguläre Kassenleistung. Freiwillige Zuschüsse und Bonusprogramme unterscheiden sich je nach Krankenkasse und können sich ändern.2
Fazit: Eine gute Zahnreinigung ist mehr als Kosmetik
Eine professionelle Zahnreinigung kann Beläge, Biofilm und oberflächliche Verfärbungen auch an schwer erreichbaren Stellen entfernen. Sie kann außerdem eine Gelegenheit sein, die eigene Mundhygiene zu überprüfen und gezielt zu verbessern.
Sie ist jedoch kein Ersatz für tägliches Zähneputzen, die Reinigung der Zahnzwischenräume oder notwendige zahnärztliche Behandlungen. Auch vollmundige Versprechen sind nicht angebracht. Die Studienlage erlaubt keine pauschale Aussage, dass jede gesunde Person in einem festen Rhythmus zwingend eine PZR benötigt.
Eine gute Empfehlung berücksichtigt deshalb immer die individuelle Situation. Gesundheit beginnt nicht mit einem Werbeversprechen, sondern mit verständlichen Informationen und einer nachvollziehbaren Entscheidung.
Medizinischer Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information. Er ersetzt keine zahnärztliche Untersuchung, Diagnose oder individuelle Behandlungsempfehlung.
Quellen
| [1] | (1, 2) Bundesministerium der Justiz: Gebührenordnung für Zahnärzte, Anlage 1, Gebührennummer 1040, professionelle Zahnreinigung. https://www.gesetze-im-internet.de/goz_1987/anlage_1.html |
| [2] | (1, 2, 3) Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung: Professionelle Zahnreinigung. Stand: Mai 2025. https://www.kzbv.de/patienten/medizinische-infos/vorsorge/professionelle-zahnreinigung/ |
| [3] | (1, 2, 3, 4, 5) Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen: Welche Vor- und Nachteile hat die professionelle Zahnreinigung? Aktualisiert am 23. August 2023; nächste geplante Aktualisierung: 2026. https://www.gesundheitsinformation.de/welche-vor-und-nachteile-hat-die-professionelle-zahnreinigung.html |
| [4] | (1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8) Bundeszahnärztekammer: Die professionelle Zahnreinigung zur Prophylaxe von Zahnkaries und Parodontalerkrankungen. Letztes Update: 15. Mai 2026. https://www.bzaek.de/service/positionen-statements/einzelansicht/die-professionelle-zahnreinigung-zur-prophylaxe-von-zahnkaries-und-parodontalerkrankungen.html |
| [5] | Bundeszahnärztekammer: Delegationsrahmen für Zahnmedizinische Fachangestellte. Letztes Update der Seite: 15. Mai 2026. https://www.bzaek.de/service/positionen-statements/einzelansicht/delegationsrahmen-der-bundeszahnaerztekammer-fuer-zahnmedizinische-fachangestellte.html |
