werbung

"Tabakindustrie fixt junge Raucher an"

Tabakhersteller geben sich hilfsbereit

Internationale Tabakhersteller geben sich hilfsbereit bei der Auskunft über die Zusatzstoffe ihrer Produkte. So gab beispielsweise der Konzern "Phillip Morris" am Donnerstag bekannt, er befürworte das Verbot von Zusatzstoffen , die das Risiko des Rauchens erhöhen. Einen Tag vorher, am Mittwoch, schrieb die SPD-Fraktion: "Die Zigarettenhersteller beschäftigen Heerscharen von Chemikern und Physiologen, um ihre Erzeugnissen durch raffinierteste chemische Zusätze attraktiv zu machen." Sie bauten in ihre Produkte, das sei "seit langem bekannt," so genannte "Sucht-Turbolader" ein. Die Tabakindustrie "fixe" die jungen Raucher mit "verlockenden, kindlich-vertrauten" Aromen an, steigere "auf chemischem Wege die Abhängigkeit" der Gewohnheitsraucher und erhöhe deren Zigarettenhunger.

Tabakwerbung eingeschränkt

Rot-Grün gegen öffentliches Rauchverbot

Das Bundesgesundheits- und das Bundessozialministerium haben am Donnerstag ein Gesetz angekündigt, wonach in deutschen Zeitungen und Zeitschriften sowie auf Großereignissen bald nicht mehr für Zigaretten und Tabakerzeugnisse geworben werden darf. Die Bundesregierung kommt damit nach monatelangem internen Streit einer EU-Vorgabe nach. Der von Verbraucherschutzministerin Renate Künast (Grüne) geplante Entwurf soll schon in der nächsten Woche vom Kabinett beschlossen werden.

Arzneimittelwerbung

Gelockertes Werbeverbot für Arzneimittel: ein "Irrweg"

Werbung für nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel darf nicht gelockert werden, fordert der Bundesverband der Verbraucherzentralen (vzbv) für die vom Bundesrat geplante Lockerung. Bisher sei Werbung auch für verschreibungsfreie Arzneimittel bei zahlreichen schwereren Erkrankungen verboten gewesen. Durch eine Änderung des Heilmittelwerbegesetzes und des Arzneimittelgesetzes würden diese Beschränkung künftig fallen. "Mehr Arzneimittelwerbung führt nur dazu, dass die Menschen noch mehr Pillen schlucken - gesünder werden sie dadurch nicht," sagte Edda Müller, vzbv-Vorstand. "Die Ausweitung der Selbstmedikation ist gesundheitspolitisch ein Irrweg."

Vermarktungsstrategien

Werbung soll noch "erheblich" wirksamer werden

Über 300 Mitarbeiter aus Unternehmen, Agenturen und Medien kamen am heutigen Mittwoch beim "1. Forum Werbewirkung" des Verbandes Deutscher Zeitschriftenverleger VDZ in Frankfurt zusammen. Gemeinsames Fazit: Werbung kann - und soll - noch viel effektiver werden. Dabei komme es viel weniger darauf an, dass noch mehr Geld in das Marketing fließe. Vielmehr machten sich die Teilnehmer Gedanken über "Strategien und Ansätze für mehr Effektivität in der Werbung". Michael Walter, Anzeigen-Fachbereichsleiter bei einem der größten deutschen Verlage "Gruner + Jahr", sagte, es gebe in fast keinem Land mehr Daten über die Mediennutzer und Zielgruppen als in Deutschland. In Zeiten von "Konsumzurückhaltung" und "Kostendruck" sei aber nicht nur wichtig wer, sondern vor allem was mit einer Werbung erreicht werde.

Verbraucherzentrale

Telekom soll aggressive Werbung stoppen

Die Verbraucherzentrale (VZ) Brandenburg fordert die Telekom auf, eine aggressive Werbekampagne stoppen, die in ihrem Namen geführt wird. Seit Wochen häuften sich in ihren Beratungsstellen die Beschwerden über solche Werbung, erklärten die Verbraucherschützer am Mittwoch. Die Betroffenen hätten von Anrufen im Auftrag der Telekom berichtet, bei denen ihnen Werbeangebote zu angeblich günstigeren Tarifen gemacht worden seien. Bei Skepsis oder Ablehnung hätten die Anrufer die Zusendung von Informationsmaterial vorgeschlagen. Statt des Infomaterials sei den Betroffenen aber wenige Tage später die Bestätigung einer Vertragsänderung zugesandt worden, obwohl sie die Zustimmung am Telefon ausdrücklich nicht erteilt hätten.

"Verträge widerrufen"

Verbraucherzentrale geht gegen Haustür-Werbung von "Arcor" vor

Nach Angaben der Verbraucherzentrale Brandenburg beschweren sich schon seit Monaten immer wieder Verbraucher über aggressive Werber der Telekommunikationsfirma Arcor, "die Verbrauchern unvorbereitet an der Haustür Arcor-Preselect-Verträge aufdrängen". Ein solcher Vertrag verpflichtet den Telefonkunden, seine Gespräche mit Vorwahl nicht mehr über den bisherigen Vertragspartner zu realisieren - meist die Deutsche Telekom AG –, sondern ausschließlich über die Einwahl von Arcor. Angesichts der "aggressiv an der Haustür vermittelten Arcor-Verträge" rufen die Verbraucherschützer dazu auf, solche Verträge zu widerrufen.

Geheime Protokolle

Neue Ermittlungen gegen PR-Manager Hunzinger

Gegen den PR-Manager Moritz Hunzinger sind neue Ermittlungen eingeleitet worden. Eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Stuttgart bestätigte am Freitag einen entsprechenden Bericht der "Stuttgarter Nachrichten". Es bestehe erneut der Verdacht einer uneidlichen Falschaussage vor dem FlowTex-Untersuchungsausschuss des baden-württembergischen Landtags.

Prognose

Werbung soll wieder wachsen

Im kommenden Jahr soll die Werbewirtschaft um fünf Prozent wachsen. Laut einer Prognose der Aegis-Tochter Carat, Europas führender Media-Agentur sei zu erwarten, dass die Werbeausgaben in diesem Jahr in Europa um 5,7 Prozent wachsen werden. Hier waren ursprünglich 4,4 Prozent vorhergesagt worden. In den USA sei ein Wachstum von 5,8 und 4,8 Prozent in den kommenden zwei Jahren zu erwarten. Das Wachstum entstehe vor allem durch den US- und europäischen Markt, da das Wachstum im asiatisch-pazifischen Raum stabil geblieben sei, sagte Doug Flynn, leitender Angestellter von Aegis.

Big Band der Bundeswehr in Heidelberg

Protest gegen "als Spendenaktion getarnte Bundeswehr-Werbung"

Friedensaktivisten haben für Freitag Abend Proteste gegen ein angebliches Benefiz-Konzert der Bundeswehr-Big-Band in Heidelberg angekündigt. Der Auftritt der Big Band sei zwar als Benefiz-Konzert zu Gunsten der Krebshilfe angekündigt. Betrachte man allerdings die Plakate, mit denen zum Konzert eingeladen werde, so ergebe sich ein ganz anderes Bild, so das Heidelberger Forum gegen Militarismus und Krieg. Offen werde zu einer Werbeveranstaltung für das deutsche Militär eingeladen, auf der die Besucher sich auf dem Uni-Platz über den "Arbeitgeber Bundeswehr" informieren könnten.

Genehmigung erteilt

Zugspitze wird nicht mit lila, sondern mit weißem Licht verschmutzt

Die Zugspitze wird bei der Werbeaktion der Firma Milka nicht wie geplant in lila, sondern in weißes Licht getaucht. Damit reagierte Kraft Foods auf die anhaltende Kritik von Seiten des Deutschen Alpenvereins (DAV) und der Politik. Unterdessen erteilte das Landratsamt Garmisch-Partenkirchen die Genehmigung für die Aktion. Die Landtagsgrünen kritisierten diese Entscheidung als "Dammbruch für die Kommerzialisierung der Alpen".

Werbung im Klassenzimmer

Landgericht Bremen hält Schulwerbung von Kellogg's für rechtens

Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) sieht die Gefahr der Zunahme einer schleichenden Produktwerbung in Schulen. "Schulen könnten zunehmend zur Zielscheibe der Marketingstrategien der Unternehmen werden", so vzbv-Vorstand Prof. Dr. Edda Müller. Anlass zur Sorge ist das Urteil des Landgerichts Bremen, mit dem die Klage des vzbv gegen eine "Schulwerbeaktion" der Firma Kellogg's abgewiesen wurde.

Urteil des OLG Köln

Verbraucher nicht vor Fax-Werbung geschützt

Verbraucher sind nach wie vor nicht ausreichend gegen unlautere Faxwerbung geschützt. Dies berichtet der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) unter Berufung auf ein Urteil des Oberlandesgerichts Köln. Nach dem Gesetz ist der jeweilige Netzbetreiber nur dann zum Einschreiten verpflichtet, wenn er von den Rechtsverstößen mit 0190er- oder 0900er Nummern eine "gesicherte Kenntnis" hat. Hinweise von Verbraucherverbänden an die Netzbetreiber reichten nach dem Urteil dafür nicht aus. Nach derzeitiger Rechtslage und dem Kölner Urteil werde ein Vorgehen gegen unerwünschte 0190er-Faxwerbung in vielen Fällen somit wirkungslos bleiben, so die Kritik.

Dritter Platz ist nicht Testsieger

Saturn darf nicht mit falschem "Test"-Urteil werben

Die Elektronik-Handelskette "Saturn" muss ihre Werbung ändern und darf künftig nicht mehr mit einem falschen "Test"-Urteil der Stiftung Warentest werben. Das hat das Landgericht Münster am Mittwoch in einem Rechtsstreit zwischen dem Bundesverband der Verbraucherzentralen (vzbv) und der Handelskette entschieden. "Saturn" hatte in einem Werbeprospekt eine Digitalkamera als Testsieger bezeichnet, die allerdings in Wirklichkeit nur auf dem dritten Platz gelandet war.

Schleichwerbung

Jede zehnte TV-Sendeminute ist gesponsert

Jede zehnte TV-Sendeminute in Deutschland wird gesponsert. Das ergab eine Stichprobenanalyse aller Landesmedienanstalten. Damit sei Schleichwerbung sei nicht nur bei den privaten, sondern auch in den öffentlich-rechtlichen Sendern üblich. Durchschnittlich ein Fünftel der Sendezeit von ARD, ZDF, RTL, Sat.1, Pro7, RTL II, Vox und Kabel 1 nutzten die Programmanbieter für Spotwerbung, Teleshopping und Promotion. Der ARD und ZDF-Anteil an der gesponserten Sendezeit der acht Vollprogramme liege sogar bei 27 Prozent.

Opposition will Telefonwerbung erlauben

Neues Wettbewerbsrecht bringt nur wenig Verbesserungen für Verbraucher

Der Bundestag hat am späten Donnerstagabend die Novelle des Gesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) beschlossen. Neben dem Schutz der Mitbewerber vor unlauterem Wettbewerb wird der Schutz der Verbraucher als Ziel in das Gesetz aufgenommen. Die bisherigen Regelungen für Sonderverkäufe werden aufgehoben - künftige Sommerschlussverkäufe sind freie Entscheidung der Händler, die auch nicht mehr auf bestimmte Warengruppen mehr beschränkt sind. Gewinne aus vorsätzlichen Wettbewerbsverstößen sollen künftig abgeschöpft werden können. Verbraucherschützer zeigten sich enttäuscht. Das neue Wettbewerbsrecht bleibe hinter den Erwartungen zurück, resümierte der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv). Es sei zwar positiv, dass Unternehmensgewinne nun abgeschöpft werden können, wenn sie auf Irreführung oder Täuschung der Verbraucher zurückgehen. "Faktisch ist die Gewinnabschöpfung aber ein Placebo-Paragraf, der in der juristischen Praxis nicht greifen wird", sagte vzbv-Vorstand Edda Müller. Die tatsächlichen Verbesserungen für Verbraucher seien bescheiden.

vzbv klagt vor Landgericht

Werbung mit falschen Stiftung-Warentest-Urteilen aufgedeckt

Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) hat ein verstärktes Vorgehen gegen irreführende Werbung mit Test-Urteilen der Stiftung Warentest angekündigt. Seit November hat der vzbv rechtliche Schritte gegen etwa 35 Unternehmen eingeleitet, die nach Auffassung des vzbv zu Unrecht mit positiven Test-Urteilen werben. Zu den Unternehmen, die vom vzbv eine Abmahnung erhalten haben, gehören unter anderem die Einzelhandelsketten Rossmann und Saturn. Die meisten der abgemahnten Unternehmen haben sich inzwischen bereiterklärt, auf die entsprechende Werbung zu verzichten, darunter auch Rossmann. Gegen Saturn läuft dagegen eine Klage des vzbv vor dem Landgericht Münster.

Computer & Werbung

USA versendet über die Hälfte aller Spam-Mails

Die USA sind verantwortlich für mehr als die Hälfte aller weltweit versandten Spammails. Mit 56,74 Prozent führen sie einsam die Liste der zwölf Länder mit dem größten Spamversand an, die der britische Antivirenspezialist Sophos erstellt hat. Sophos-Forscher hatten dazu innerhalb von zwei Tagen mehrere Hunderttausend E-Mails nach ihrer Herkunft untersucht. An zweiter Stelle der als "Dreckiges Dutzend" betitelten Rangliste erscheint mit großem Abstand Kanada (6,8 Prozent). Knapp dahinter befindet sich China (6,24 Prozent). Deutschland liegt mit 1,83 Prozent aller weltweit ausgesandten Werbemails auf Rang sieben der Liste. Österreich und die Schweiz tauchen nicht unter den ersten zwölf Ländern auf.

Product Placement

Hohe Akzeptanz von Werbung in Computerspielen

In Computerspielen platzierte Werbung in Form von Product Placement stört den Spielgenuss der Gamer nicht. Im Gegenteil: Bei einer repräsentativen Untersuchung des Marktforschungsinstituts TNS Emnid im Auftrag der Kommunikationsagentur "11 Prozent" gab jeder zweite Befragte an, echte Marken und Produkte machten das Spiel realistischer. 71 Prozent stört demnach die Platzierung echter Marken im Spiel nicht (On Set Product Placement). Ein Drittel meint auch, dass die Verwendung echter Marken (Creative Product Placement) durch Spielfiguren nicht stört.

Wachstum

Asien vorne bei der Werbung

Das Ende der weltweiten Werbeflaute wird 2004 von Asien eingeleitet, während das Wachstum der Ausgaben für klassische Werbung in Europa im kommenden Jahr bescheiden ausfällt. Das zeigt eine aktuelle Prognose des globalen Werbemarktes des US-Marktforschers ZenithOptimedia. Demnach werde in Europa der Markt mit 3,7 Prozent für 2004 nur relativ langsam wachsen. In der Region Asien-Pazifik (ohne Japan) solel der Werbemarkt hingegen um acht bis zehn Prozent wachsen, berichtet das Wall Street Journal (WSJ). In den USA erwartet die Prognose ein Ansteigen der Werbeinvestitionen um 5,1 Prozent im Vergleich zu 2003.

Abgaskennzeichnung

Verbraucherverband erzielt Teilerfolg bei Autowerbung

Im Streit mit BMW, Mercedes und VW wegen irreführender Abgaskennzeichnungen der Diesel-Modelle X5, ML und Touareg hat der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) nach eigenen Angaben Teilerfolge erzielt. BMW habe nach der mündlichen Verhandlung auf dringendes Anraten des Landgerichts München erklärt, das beanstandete X5-Modell nicht weiter vergleichend zu anderen PKW mit einem "niedrigen Schadstoffausstoß" zu bewerben. Mercedes verzichte bei der Werbung für ein Modell der M-Klasse auf eine irreführende Abgastabelle mit zu niedrigen Abgaswerten. Zudem hätten BMW und Mercedes ungeachtet der noch ausstehenden Urteile in der Werbung die beanstandeten Angaben zur Abgasnorm verbraucherfreundlicher nachgebessert.