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Stings Deutschland-Tournee bringt Musik statt Effekte

Open-Air-Konzert

Sting mag es schlicht. Er investiere lieber Geld zu sparen in gute Musiker als in Spezialeffekte, sagte der britische Popstar Sting vor seiner großen Europa-Tournee. Die rund 20.000 Fans, die am Freitagabend zum Deutschland-Auftakt auf den Münchner Königsplatz gekommen waren, konnten sich davon überzeugen. Außer einer unspektakulären Lichtshow und fünf langen Stoffschals, die hinter den Musikern aufgespannt waren, präsentierte sich der Ex-Police-Sänger auf einer schlichten Bühne. Um so großartiger dagegen war seine Musik. Eineinhalb Stunden lang begeisterten der 49-jährige Superstar und seine fünf Musiker die Fans mit einer musikalischen Mischung aus Rock, Pop, Ethno und Country.

Als Sting am Ende der Show alleine auf die Bühne trat und leise den Police-Klassiker "Message in a Bottle" anstimmte, glich die Stimmung auf dem großen Platz zwischen den imposanten Bauten der Glyptothek und der Antikensammlung einer entspannten Lagerfeuer-Atmosphäre. Tausende von Feuerzeugen flackerten im klaren Nachthimmel, leise summten die Fans immer wieder den Refrain "I'll send an S.O.S to the world" mit. Nachdem Sting die ersten alten Lieder angestimmt hatte, lag Nostalgie in der Luft.

Die ruhige, ausgeglichene Atmosphäre des Konzerts hatte sich schon Stunden vor Stings Auftritt breit gemacht. Die Fans lagen gemütlich auf Decken auf dem großen Rasen, tranken ein Glas Rotwein und genossen das schöne Wetter. Erst als Sting kurz nach 21.00 Uhr mit seinem lässigen Outfit und einem bunten Blümchen-Shirt auf der Bühne erschien und mit "If you love somebody set them free" das Publikum begrüßte, rappelten sich viele Fans gemächlich von ihren Decken auf und drängelten langsam nach vorne.

Nachdem Sting, der mit richtigem Namen Gordon Matthew Sumner heißt und vor seiner Sänger-Karriere als Englisch- und Sportlehrer gearbeitet hat, sein Publikum mit einigen eher neueren Liedern auf den Abend eingestimmt hatte, begann er seine Fans nach gut einer halben Stunde mit den älteren Songs mitzureißen. Bei "Fields of Gold" brannten die ersten Wunderkerzen in der Abenddämmerung und bei "Every little thing she does it magic" beendeten auch die letzten scheinbar unbeteiligten Gäste ihren Plausch an den beiden Prosecco-Bars, die am Ende des Platzes aufgebaut waren. Bei den Songs "Roxanne" und "Englishman in New York" tanzte und feierte das Publikum ausgelassen.

Begeistert waren die eingefleischten Sting-Fans vor allem von der Experimentierfreude ihres Stars. Viel freier als früher sei Sting in den Interpretationen seiner Songs, freute sich der 34-jährige Jörg aus Düsseldorf, der extra für das Konzert nach München gekommen war. Insgesamt präsentierte Sting in der bayerischen Landeshauptstadt einen gelungenen Auftakt seiner Deutschland-Tour. Sting setzte seine Konzertreise am Samstag in Wiesbaden und am Sonntag im oberfränkischen Coburg fort. Nach weiteren Auftritten in Hamburg (26./27. Juni) und Dresden (29. Juni) wird der Ex-Police-Sänger seine Deutschland-Tour am 3. Juli in Berlin beenden. Sting reist mit seinen Musikern seit Ende April durch Europa. Das Abschlusskonzert seiner diesjährigen Tour gibt der Popstar am 29. Juli im Londoner Hyde Park.

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