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Castor rollt durch Deutschland

Atommüll

Zum zweiten Mal in diesem Jahr ist ein Atommülltransport unterwegs in das niedersächsische Zwischenlager Gorleben. Ein Zug mit sechs Castorbehältern aus der französischen Wiederaufbereitungsanlage La Hague erreichte den südpfälzischen Grenzort Wörth. Nach Angaben des Aktionsbündnisses Castor-Widerstand Neckarwestheim solle der Zug anschließend über Karlsruhe, Bietigheim-Bissingen und Heilbronn weiterfahren. Wann der Zug in Gorleben eintreffen sollte, war zunächst nicht abzusehen. Bis Montagvormittag wurden nach Angaben des Polizeieinsatzleiters in Lüneburg, Hans Reime, 106 Castorgegner in Gewahrsam genommen.

Der Bundesgrenzschutz hatte am Montagvormittag einen Betonblock für Ankettungsaktionen unter der Castorbahnstrecke zwischen Lüneburg und Dannenberg unbrauchbar gemacht, wie der Leitende Polizeidirektor Joachim Franklin sagte. Bei einer Protestaktion wurden nach Polizeiangaben im niedersächsischen Harlingen neun Greenpeace-Aktivisten vorübergehend in Gewahrsam genommen. Vier Aktivisten hatten sich über Gleisen an Bäumen angekettet, weitere fünf Mitglieder unterstützten die Aktion am Boden. Ein Greenpeace-Sprecher sagte, die Aktion sei nicht so verlaufen wie geplant. Absicht sei gewesen, ein Transparent über die Bahnstrecke zu spannen. In Eichdorf wurden elf Atomkraftgegner festgenommen, die mit Fässern, Kreuzen und Fackeln an den Gleisen demonstriert hatten.

Trotz geringerer Beteiligung an Demonstrationen und Blockadeaktionen ist die Bürgerinitiative Lüchow-Dannenberg mit den Protesten bisher zufrieden. Auch in Zeiten des Krieges habe die Bewegung gezeigt, dass sie zahlreiche Menschen für den Protest mobilisieren könne, sagte der Sprecher der Bürgerinitiative, Wolfgang Ehmke. Er kritisierte den massiven Einsatz der Polizei und die Demonstrationsverbote der Bezirksregierung Lüneburg.

Der Vorsitzende der Gewerkschaft der Polizei, Konrad Freiberg, wies erneut auf die enorme Belastung der Polizei durch den Castortransport hin. Die Polizei müsse nun mit 15.000 Beamten den Transport sichern, obwohl durch die Terrorismusgefahr schon eine personell angespannte Situation da sei, sagte Freiberg.

Der Zug mit den sechs Castoren hatte nach Angaben der Umweltschutzorganisation Greenpeace seine Fahrt am Sonntagabend unter Protesten von Atomkraftgegnern am Verladebahnhof Valognes in Frankreich aufgenommen. Die Abfahrt sei zunächst durch eine Ankettungsaktion zweier Anti-Atom-Aktivisten um eine halbe Stunde verzögert worden, berichteten die Südwestdeutschen Anti-Atom-Initiativen. Am Montagvormittag musste der Castortransport zwischen den französischen Ortschaften Reding und Mommenheim zeitweise anhalten.

Bereits am Wochenende hatten im Wendland und in Karlsruhe mehrere tausend Atomkraftgegner für einen Stopp der Transporte demonstriert. Der Transport soll bis ins niedersächsische Dannenberg fahren, wo die Behälter dann auf Lastwagen umgeladen und in das Zwischenlager nach Gorleben gebracht werden sollen.

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