Atommüll
Castor rollt durch Deutschland
Der Bundesgrenzschutz hatte am Montagvormittag einen Betonblock für Ankettungsaktionen unter der Castorbahnstrecke zwischen Lüneburg und Dannenberg unbrauchbar gemacht, wie der Leitende Polizeidirektor Joachim Franklin sagte. Bei einer Protestaktion wurden nach Polizeiangaben im niedersächsischen Harlingen neun Greenpeace-Aktivisten vorübergehend in Gewahrsam genommen. Vier Aktivisten hatten sich über Gleisen an Bäumen angekettet, weitere fünf Mitglieder unterstützten die Aktion am Boden. Ein Greenpeace-Sprecher sagte, die Aktion sei nicht so verlaufen wie geplant. Absicht sei gewesen, ein Transparent über die Bahnstrecke zu spannen. In Eichdorf wurden elf Atomkraftgegner festgenommen, die mit Fässern, Kreuzen und Fackeln an den Gleisen demonstriert hatten.
Trotz geringerer Beteiligung an Demonstrationen und Blockadeaktionen ist die Bürgerinitiative Lüchow-Dannenberg mit den Protesten bisher zufrieden. Auch in Zeiten des Krieges habe die Bewegung gezeigt, dass sie zahlreiche Menschen für den Protest mobilisieren könne, sagte der Sprecher der Bürgerinitiative, Wolfgang Ehmke. Er kritisierte den massiven Einsatz der Polizei und die Demonstrationsverbote der Bezirksregierung Lüneburg.
Der Vorsitzende der Gewerkschaft der Polizei, Konrad Freiberg, wies erneut auf die enorme Belastung der Polizei durch den Castortransport hin. Die Polizei müsse nun mit 15.000 Beamten den Transport sichern, obwohl durch die Terrorismusgefahr schon eine personell angespannte Situation da sei, sagte Freiberg.
Der Zug mit den sechs Castoren hatte nach Angaben der Umweltschutzorganisation Greenpeace seine Fahrt am Sonntagabend unter Protesten von Atomkraftgegnern am Verladebahnhof Valognes in Frankreich aufgenommen. Die Abfahrt sei zunächst durch eine Ankettungsaktion zweier Anti-Atom-Aktivisten um eine halbe Stunde verzögert worden, berichteten die Südwestdeutschen Anti-Atom-Initiativen. Am Montagvormittag musste der Castortransport zwischen den französischen Ortschaften Reding und Mommenheim zeitweise anhalten.
Bereits am Wochenende hatten im Wendland und in Karlsruhe mehrere tausend Atomkraftgegner für einen Stopp der Transporte demonstriert. Der Transport soll bis ins niedersächsische Dannenberg fahren, wo die Behälter dann auf Lastwagen umgeladen und in das Zwischenlager nach Gorleben gebracht werden sollen.
Zeige Deinen Kontakten bei Google und Facebook, dass Dir dieser Beitrag gefällt!
Am 12. Nov. 2001 unter:
politikStichworte:
« Castor-Transport rollt nach Deutschland
Asylbewerber sollen mehr Geld erhalten »
Unterstützen Sie uns, damit wir ohne störende Werbung gelesen werden können. Ihre freie kostenlose Internetzeitung!
Setzen Sie Banner und Links auf Ihre Seite. Bookmarken Sie uns, und helfen Sie so mit der Verbreitung der wichtigen Inhalte.
Wir suchen Journalisten bzw. Autoren, die Lust haben, die Internet-Zeitung ngo-online gemeinsam zu einer starken Alternative zu den Mainstream-Medien aufzubauen. Machen Sie mit ..MITMACHEN
Platzieren Sie
Ihre Werbung hier
- Nachhaltige Geldanlage - Grünes Geld Berlin
- Griechenlands Insolvenz
- Burnout Symptome erkennen - Checkliste als Hilfe
- NRW Justiz: Die Landesregierung ist gefordert
- Senioren: Alt ist, wenn man Seniorenresidenz googelt
- Christian Wulff - Wenn Machtmenschen menscheln
- Diskurs der Rechtspopulisten über Israel
- Photovoltaik-Zubau in Deutschland
- Versammlungsfreiheit - ausschlaggebende Grundlage der Verfassung
- „Cottbus Nazifrei!“ - DASS ist ein MUSS
