Benefizkonzerte für Obdachlose
Musik gegen soziale Kälte
Mittlerweile ist das Hilfsnetz über 32 Städte in der ganzen Republik gespannt. Beckmann und Kayoko geben während der Tournee Konzerte in den beteiligten Städten, und der Erlös der stets ausverkauften Konzerte kommt über den Verein wieder der jeweiligen Stadt mit ihren Förderprojekten zu Gute. So einfach die Formel ist, der Verwaltungsapparat dahinter ist immens. Seitdem drei ABM-Kräfte von der Stadt, die das Projekt fördert, gestrichen wurden, kämpft Beckmann daher ums Fortbestehen des Vereins.
"Ich habe Angst, dass eines Tages alles zusammenbricht", sagt Beckmann. "Womöglich werde ich noch mehr Konzerte geben müssen, doch im Prinzip ist dies zu anstrengend - für mich und für meine Frau auch." Die nächste Benefiztournee ist für den nächsten Winter geplant, derweil versucht Beckmann bei ihm gut gesonnenen Menschen anzuklopfen und hofft auf erfolgreiche Vereinsaktionen wie "Spenden statt Schenken".
Im Büro deutet außer ein paar Kartons mit CDs nichts auf die Leistung des Musikers hin. Kein Cello, auch sonst keine Instrumente, noch nicht einmal Notenblätter liegen herum. Dafür stapeln sich Papier und Ordner vor, hinter und über dem Computer. "Gesponserte Computer versteht sich, ohne die wir aufgeschmissen wären", sagt Beckmann. Denn die wenigen noch übrig gebliebenen Helfer sind nicht nur für die Korrespondenz zuständig, sondern funktionieren auch als Konzertagentur.
Seit der Vereinsgründung 1996 hat Beckmann unzählige Male zum Instrument gegriffen, um Obdachlose vor dem Erfrieren zu schützen. "Ich fühle mich zwar nicht als der Sozialdezernent der Nation, aber der Staat darf nicht mit dem Problem allein gelassen werden", sagt Beckmann. Als 1993 zwei Frauen vor seiner Haustür erfroren sind, wollte er handeln. Auf dem kurzen Dienstweg fragte er Freunde, Künstler, Sponsoren und hatte zwei Wochen später 15 000 Euro beisammen, die ohne jeden Abzug in Schlafsäcke getauscht wurden. Mittlerweile sind Projekte wie Armenküchen und Obdachlosenheime dazugekommen.
Sein Ziel sei es, ein anderes Bewusstsein in der Bevölkerung herzustellen. Wohnungslosigkeit und sozialer Abstieg könne jeden treffen. Reichtum bewahre nicht davor, in diesen Zeiten schon gar nicht.
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Am 08. Jan. 2003 unter:
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