Milliardengrab
BUND und VCD fordern Prüfung von Alternativen zu Transrapid-Strecken
Es sei ein gravierender Fehler der Bundesregierung, Zuschüsse in Milliardenhöhe für die beiden Metrorapidstrecken auszugeben, so der BUND. Mit den für beide Projekte vorgesehenen Geldern aus dem Bundeshaushalt, die noch einmal um 375 Millionen auf insgesamt rund 2,7 Milliarden Euro aufgestockt werden sollen, sollten stattdessen Bahnstrecken saniert werden. Durch Ausbau von Gleisen und dichtere Takte könnten damit bei deutlich geringerem Finanzaufwand höhere Fahrgastzuwächse bei ähnlicher Reisezeit erreicht werden, argumentiert der VCD. Der Metrorapid sei dagegen nach vorliegenden Erkenntnissen weder wirtschaftlich noch bringe er ausreichenden Fahrgastnutzen.
"Die geplanten Strecken in Bayern und Nordrhein-Westfalen sind verkehrspolitischer Unsinn", meint Gerhard Timm, BUND-Bundesgeschäftsführer. Sie machten den bestehenden Nahverkehrsmitteln Konkurrenz und hielten keiner Kosten-Nutzen-Rechnung stand.
"Alternativen zur sündhaft teuren Magnetschwebebahn sind bis heute noch nicht im Detail untersucht und berechnet worden", kritisiert Michael Gehrmann, VCD-Bundesvorsitzender. Der VCD fordert deshalb eine Machbarkeitsstudie für den Metro-Express und ähnliche Konzepte mit entsprechenden Verbesserungen bei der Schieneninfrastruktur. "Nur auf Grundlage eines solchen Vergleichs kann eine seriöse und fundierte Entscheidung über den Einsatz des Transrapid in Deutschland fallen, wie sie von der Bundesregierung für 2004 gewünscht wird", so Gehrmann.
Nach Einschätzung des nordrhein-westfälischen VCD-Landesverbands würden etwa 10 Millionen Euro ausreichen, um detailliert zu untersuchen, wie Infrastruktur und Takt auf der Schiene im Rhein-Ruhr-Raum wesentlich verbessert werden könnten. Dabei sollten laut VCD mehrere Varianten zur Diskussion stehen. "Möglicherweise ist es gar nicht notwendig, eine komplette neue Trasse zwischen Dortmund und Düsseldorf zu bauen", erklärt Jürgen Eichel, Sprecher des VCD NRW. Auf einzelnen Abschnitten seien aber auf jeden Fall neue Gleise erforderlich, damit Nah-, Fernverkehrszüge und S-Bahn in dichterem Takt verkehren könnten.
Als weitere wichtige Maßnahmen nennt der VCD die Erhöhung der Leistungsfähigkeit auf der Strecke, damit die Züge schneller fahren könnten. Mehr als eine Höchstgeschwindigkeit von 200 km/h sei angesichts der geringen Halteabstände allerdings nicht sinnvoll. Eichel: "Nach kaum 20 Kilometern kommt im Ruhrgebiet eben die nächste Großstadt, wo wieder gehalten werden muss." Auch der Metrorapid würde Tempo 300 nur an einer Stelle auf der knapp 80 Kilometer langen Strecke zwischen Dortmund und Düsseldorf erreichen. Der geringe Zeitgewinn würde zudem mit deutlich höherem Energieverbrauch erkauft.
Der VCD kritisiert, dass die nordrhein-westfälische Landesregierung eine Prüfung von Alternativen zwar mehrfach zugesagt, aber bis heute nicht durchgeführt habe. Stattdessen soll nach VCD-Informationen nun mit den zur Diskussion stehenden Bundesmitteln unter anderem eine weitere Werbekampagne für das Projekt Metrorapid durchgeführt werden - Kosten rund 3 Millionen Euro.
In München könne die Fahrzeit zwischen Hauptbahnhof und Flughafen statt mit dem mindestens 1,6 Milliarden Euro teuren Transrapid auch mit einer nur rund 250 Millionen Euro kostenden Express-S-Bahn halbiert werden, rechnet der BUND vor. Auch in Nordrhein-Westfalen würden zusätzliche Regionalexpresslinien, schnellere Züge und höhere Taktdichten erheblich mehr Nutzen bringen. Von Fortschritten bei Bahn und Nahverkehr würden dann alle Verkehrsteilnehmer profitieren.
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Am 19. Feb. 2003 unter:
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