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Autos nach Umweltfreundlichkeit getestet

Filter fehlen

Der Verkehrsclub Deutschland (VCD) hat am heutigen Mittwoch in Berlin seine aktuelle Auto-Umweltliste vorgestellt. In dem deutschlandweiten Umwelt-Check wurden 364 aktuelle Auto-Modelle auf ihre Umweltverträglichkeit hin überprüft. Entscheidende Kriterien waren die Menge des ausgestoßenen Treibhausgases CO2 sowie Lärm- und Schadstoffwerte. Wie im Vorjahr lande der VW Lupo 1,4 FSI, ein direkteinspritzender Benziner, auf dem ersten Platz der Top Ten. Auf dem zweiten Platz, knapp dahinter, folge der Daihatsu Cuore 1.0 Plus, der fast die gleiche Punktzahl erreiche, und dabei schon für den halben Preis zu haben sei. Auf Platz drei schließt sich der Toyota Yaris 1.0 linea eco an.

"Die Stars der VCD Auto-Umweltliste sind in diesem Jahr nicht die kleinen Pkw, die drei Liter Diesel oder fünf Liter Benzin verbrauchen.? so Gerd Lottsiepen, VCD-Autoexperte. Bei diesen Fahrzeugen habe sich nicht viel getan. Die Stars seien innovative Familienautos, denn hier gebe es im Vergleich zum Vorjahr die größten Qualitätssprünge. Die beiden Newcomer, der Opel Astra 1.6 Caravan mit Erdgasantrieb und der Ford Focus C-MAX 1.6 TDCI mit Partikelfilter, gewännen mit Abstand und setzten daher Maßstäbe.

Beide Fahrzeuge überzeugten durch vergleichsweise geringen Spritverbrauch und wenig gesundheitsschädigende Abgase. Opel nutze bei Abgas und Lärm konsequent die Vorteile des Erdgasantriebs, Ford setze dagegen neue Maßstäbe in der Dieseltechnik. So sei der Focus C-MAX, der im Oktober auf den Markt kommt, als einer der ersten Diesel weltweit mit einem Partikelfilter ausgerüstet und halte gleichzeitig den Abgasgrenzwert Euro 4 ein. Die Drei-Liter-Autos, mit denen VW und Audi 1999 bis 2001 den Wettbewerb um das umweltschonendste Fahrzeug gewannen, seien beim Kraftstoffverbrauch zwar immer noch einsame Spitze, doch fehle den beiden Dieselmodellen der Partikelfilter.

Die langjährige Blockade der deutschen Autoindustrie gegen diese gesundheitsschützende Technik löse sich nun langsam auf und zunehmend würden Fahrzeuge mit Rußfilter angekündigt. Doch von der notwendigen Serienausstattung aller Dieselfahrzeuge mit dem Filter seien die Autohersteller noch weit entfernt. Technischen Schnickschnack gebe es dagegen zuhauf. "Ist es nicht zynisch, dass VW zwar ein Multifunktions-Lederlenkrad für 430 Euro anbietet, aber selbst für die IAA im September immer noch keinen Serien-Golf mit Partikelfilter produziert?", fragt Lottsiepen. Bei einer solchen Geschäftspolitik müsse sich die Industrie die Frage gefallen lassen, wie viel Euro ihr ein paar Monate Menschenleben eigentlich wert seien.

Nach Ansicht des VCD muss auch bei der Reduzierung des Kraftstoffverbrauchs viel mehr passieren. Denn der Treibhauseffekt mache sich zunehmend bemerkbar und der Verkehr verursache immer noch viel zu viele Treibhausgase. René Waßmer, VCD-Bundesgeschäftsführer: "Die Wetterextreme der letzten Jahre Unwetter, Überschwemmungen, Hitzewellen zeigen, dass der Klimawandel längst begonnen hat.? Um die dramatischen Folgen für Mensch und Natur in Grenzen zu halten, müssten die Anstrengungen für den Klimaschutz erheblich forciert werden. Gerade im Verkehrsbereich gebe es dafür erheblichen Nachholbedarf.

Das Klimaschutzziel der Bundesregierung sieht vor, den CO2-Ausstoß bis zum Jahr 2005 im Vergleich zu 1990 insgesamt um ein Viertel zu senken. Statt dessen habe es im Verkehrsbereich die gegenteilige Entwicklung gegeben. Hier liege die jährlich produzierte Kohlendioxidmenge derzeit rund zehn Prozent über dem Wert von 1990. "Die Politik der Bundesregierung ist in diesem Punkt ganz klar gescheitert", resümiert Waßmer.

Nur mit Hilfe eines ganzen Maßnahmenpakets könne die Fehlentwicklung beim Verkehr umgekehrt werden. Dazu gehörten nach Ansicht des VCD im wesentlichen die Fortführung der Ökosteuer auf nationaler Ebene, die Einführung eines europaweiten CO2-Grenzwertes für alle Fahrzeuge, eine stärkere Verlagerung des Gütertransports von der Straße auf die Schiene sowie die gezielte Förderung des Umweltverbundes aus Bus, Bahn, Fahrrad und Zu-Fuß-Gehen. Die Politik solle sich zudem auf die Erfolgsgeschichte der Schadstoffgrenzwerte besinnen und schnell einen verbindlichen CO2-Grenzwert einführen."

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