Kanarische Inseln
Fütterung durch Touristen gefährdet Delfine
Seit einiger Zeit haben die kanarischen Fischer die Fischzucht für sich entdeckt. Immer mehr Aufzuchtskäfige werden im Meer installiert, teilweise in unmittelbarer Nähe der Tourismushochburgen, berichtet die Gesellschaft zur Rettung der Delphine (GRD). In den küstennahen Gewässern lebt auch der Große Tümmler, eine charismatische Delfinart. Die Delfine hätten schnell herausgefunden, dass es rund um die Fischfarmen "billigen" Fisch zu ergattern gebe, zumal die Fischer begonnen hätten, aktiv Fische zu verteilen. Dieses Fehlverhalten haben nach Beobachtungen der Delfinschützer mittlerweile Touristen übernommen. Immer öfter versuchten sie, sich auf eigene Faust und mit eigens mitgebrachtem Fisch den zahm gewordenen Delfinen zu nähern. Es wurde sogar schon von "Wettrennen" zwischen Jetskis und Delfinen berichtet.
M.E.E.R. e.V., GRD und die Deutsche Umwelthilfe warnen jetzt vor diesen Fütterungen, da sie eine ernste Gefahr für Tier und Mensch darstellten. Fabian Ritter, Biologe des M.E.E.R. e.V., betont: "Die Fütterung von wilden Tieren birgt stets die Gefahr, dass eine Abhängigkeit von der neuen Futterquelle entsteht." Delfine verhielten sich opportunistisch, vor Teneriffa könne man sie inzwischen sogar streicheln. "Dies ist eine ernstzunehmende Gefahr für die Integrität der natürlichen Populationen", meint der Biologe. Auch brächten sich die Touristen in Gefahr, selbst verletzt zu werden - Große Tümmler können etwa mehrere Hundert Kilo schwer werden.
So hat eine Studie der Universität von La Laguna (Teneriffa) ergeben, dass die gefütterten Delfine verstärkt zu aggressivem Verhalten neigen. "Kein Wunder, denn zwischen den Delfinen entsteht eine Konkurrenz um den angebotenen Fisch. An anderen Orten hat man auch schon aggressive Übergriffe auf Touristen dokumentiert", berichtet Ritter. Da die Fütterung wild lebender Wale und Delfine auf den Kanarischen Inseln verboten sei, machten sich die Beteiligten zusätzlich strafbar.
Die Kanarische Umweltbehörde habe bereits Kontrollmaßnahmen eingeleitet. Jedoch bleiben diese nach Ansicht der Tierschützer nur der berühmte Tropfen auf den heißen Stein. Die Organisationen haben zusätzlich große Touristik-Unternehmen aufgefordert, ihre Kunden auf das Problem aufmerksam zu machen. Gemeinsam wollen die drei Organisationen dem Problem vorbeugend begegnen und dafür sorgen, dass vermeintliche Tierliebe sich nicht ins Gegenteil verkehrt und es zu Unglücksfällen kommt.
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Am 18. Dez. 2003 unter:
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