Grüne Gentechnik
Brandenburger Standortregister für Genfelder enthält falsche Angaben
Bereits im März 2005 deckte das Aktionsbündnis auf, dass ein Teil der Angaben im Standortregister des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) fehlerhaft waren. Ein Teil der Flächen, die von brandenburgischen Landwirten zum Anbau gentechnisch veränderter Maissorten angemeldet wurden, existierten nicht. Ein Viertel der für den Landkreis Märkisch Oderland gemeldeten Flurstücke - das heißt etwa 75 der insgesamt etwa 300 Hektar - waren im zuständigen Liegenschaftsamt nicht registriert.
Nach dem neuen Gentechnikgesetz müssen Anbauflächen transgener Sorten drei Monate vor der Aussaat in ein allgemein zugängliches Standortregister eingetragen werden. Das Register wird vom Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) verwaltet. Im Standortregister finden sich Postleitzahl, Ort, Gemarkung, Flur, Flurstück, Schlag und Flächengröße der geplanten Gen-Maisfelder. Die Daten dienen der Überwachung etwaiger Auswirkungen des Gentech-Anbaus sowie der Information der Öffentlichkeit. Bauern können sich hier informieren, ob in ihrer Nähe gentechnisch veränderte Sorten angebaut werden.
Das Aktionsbündnis gentechnikfreie Landwirtschaft Berlin-Brandenburg fordert die Brandenburger Landesregierung auf, endlich ihrer Kontrollpflicht nachzukommen und alle gemeldeten Genfelder in Brandenburg zu kontrollieren. Gegen die TIBO Landwirtschafts GmbH solle ein entsprechendes Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet werden.
In Neutrebbin wird unbemerkt von der Öffentlichkeit bereits seit 1999 genmanipulierter Mais angebaut. Dieser sogennante Bt-Mais produziert ein Insektengift, das gegen den Schädling Maiszünsler, aber auch gegen viele Nutzinsekten und so genannte nicht-Zielorganismen, wie das Tagpfauenauge und die Trauermücke, wirkt.
Das Aktionsbündnis für eine gentechnikfreie Landwirtschaft in Berlin und Brandenburg (aglbb) setzt sich für den Schutz der gentechnikfreien Landwirtschaft ein. Es unterstützt Bäuerinnen und Bauern bei der Gründung gentechnikfreier Regionen.
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