Gefährdung für Radfahrer und Fußgänger
Verkehrsclub kritisiert Einführung von Tagesfahrlicht in Österreich
"Dieses Gesetz erhöht das Unfallrisiko für Fußgänger, Radfahrer, Moped- und Motorradfahrer", kritisierte Wolfgang Rauh vom VCÖ-Forschungsinstitut. Das menschliche Auge orientiere sich nach der stärksten Lichtquelle. "Fußgänger werden dadurch später gesehen", warnte Rauh, "sie gehen im Lichtermeer regelrecht unter."
Der Verkehrsclub wies auf Erfahrungen aus Dänemark hin. Dort sei die Zahl der Fußgängerunfälle nach Einführung von Licht am Tag um fünf Prozent gestiegen. 70 Prozent der tödlichen Fußgängerunfälle passierten im Ortsgebiet, so VCÖ-Experte Rauh. "Fußgänger brauchen mehr Schutz, Licht am Tag bringt das Gegenteil und erhöht noch zusätzlich die Unfallgefahren."
Den Autofahrern entstehen nach VCÖ-Berechnungen durch Licht am Tag erhebliche Mehrkosten: Durch generelles Licht am Tag steige der Spritverbrauch bei Tagfahrlicht um rund 0,5 Prozent, mit herkömmlichen Scheinwerfern um bis zu 1,5 Prozent. "Insgesamt kostet das Licht am Tag Gesetz den Autofahrern rund 70 Millionen Euro im Jahr", kritisiert Rauh - "Und das für eine Maßnahme, die für einen großen Teil der Verkehrsteilnehmer das Unfallrisiko erhöht."
Der VCÖ forderte eine rasche Überprüfung des Gesetzes. Diese Evaluierung müsse durchgeführt werden, bevor Strafen kassiert werden, was für April 2006 vorgesehen ist. "Wenn die Evaluierung zeigt, dass die Fußgängerunfälle zunehmen, sollte die Pflicht zu Licht am Tag aufgehoben werden", forderte VCÖ-Experte Rauh.
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