Biodiversitätskonvention
Verbände fordern Ächtung gentechnisch veränderten Saatguts
Die Terminator-Technologie sei ein "Kopierschutz für Saatgut". Damit solle verhindert werden, dass weiterhin die überwiegende Mehrheit der Bauern das Saatgut aus der eigenen Ernte gewinnt, kritisiert Oliver Moldenhauer, bei Attac zuständig für geistige Eigentumsrechte.
Rudolf Buntzel vom Evangelischen Entwicklungsdienst sieht Gefahren gerade für kleine Landwirte im Süden: "1,4 Milliarden Menschen hängen direkt in ihrem Lebensunterhalt vom eigenen Saatgutnachbau ab. Terminator-Technologie ist lebensvernichtend, denn sie bringt diese Menschen um ihre Ernährungssicherheit."
Georg Janssen von der Arbeitsgemeinschaftliche Landwirtschaft fordert, dass weiterhin Bäuerinnen und Bauern darüber bestimmen können, was sie säen. Sie würden damit auch über die Vielfalt auf den Äckern entscheiden. Jetzt drohe jedoch, dass "eine Handvoll multinationaler Saatgut-Unternehmen" vom Acker bis zum Teller des Verbrauchers bestimmen könnten, was angebaut und gegessen werde.
Heike Moldenhauer vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland sieht auch ökologische Risiken: Die genetische Eigenschaft der Samensterilität könne über Pollenflug auf Nachbarfelder oder in Wildpflanzen übertragen werden, meint sie. "Die Folge wären wirtschaftliche Einbußen bei Nutzpflanzen und die Gefährdung von Wildpflanzenpopulationen."
Nachdem eine Expertengruppe im Rahmen der Biodiversitätskonvention zu der Einschätzung gekommen sei, dass die Terminator-Technologie nicht nur eine ökologische Katastrophe, sondern auch eine Bedrohung für die Ernährungssicherheit bedeuten könne, sei ein weltweites Moratorium verhängt worden. Dieses Moratorium stehe nun "in der Gefahr, auf Druck der Regierungen, Neuseelands, Kanadas und Australiens auf der kommenden Vertragsstaatenkonferenz der Biodiversitätskonvention im März dieses Jahres gekippt zu werden".
Die Organisationen fordern die deutsche Bundesregierung dazu auf, das Verbot der Terminator-Technologie im deutschen Gentechnik-Gesetz zu verankern. Zudem solle sich die Regierung dem Vorstoß, das internationale Moratorium zu beenden, entgegenstellen und sich stattdessen für eine Stärkung des weltweiten Verbots einsetzen.
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Am 10. Jan. 2006 unter:
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