Erneuter Eingriff des Präsidenten
Köhler stoppt Verbraucherinformationsgesetz
Entsprechende Bedenken hätten die Länder Berlin, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein bereits im Bundesrat geäußert. Die Länderkammer hatte dem Gesetz dennoch am 22. September zugestimmt. Der Bundestag hatte das Gesetz am 29. Juni beschlossen.
Das Gesetz soll Verbrauchern besseren Zugang zu Informationen verschaffen und somit indirekt auch Lebensmittelskandalen vorbeugen. Auch sollte das Gesetz den Behörden unter bestimmten Voraussetzungen vorschreiben, die Namen von Firmen zu veröffentlichen.
Die Sprecherin des Verbraucherschutzministeriums, Ulrike Hinrichs, sagte, die Bundesregierung respektiere die Entscheidung von Köhler. Es bestehe aber kein Zweifel an der Notwendigkeit eines solchen Gesetzes. Die Regierung werde das Gesetz erneut auf den Weg bringen und dabei die Einwände des Bundespräsidenten berücksichtigen. Die Sprecherin verwies zugleich darauf, dass das Gesetz vor Verabschiedung von den betreffenden Ressorts auf Verfassungskonformität geprüft worden sei.
Die Opposition warf der Koalition mangelnde Sorgfalt bei der Gesetzesarbeit vor. FDP-Fraktionsgeschäftsführer Jörg van Essen erklärte: "Nie war das Wächteramt des Bundespräsidenten so wichtig wie bei dieser Bundesregierung, die der Arroganz der Macht einen höheren Stellenwert einräumt als dem Grundgesetz." Der Parlamentarische Geschäftsführer der Links-Fraktion, Ulrich Maurer, sagte: "Kanzlerin Merkel wollte 'durchregieren', herausgekommen ist ein einziges Durchpfuschen." Auch der Berliner Staatsrechtler Ulrich Battis bemängelte, dass die Gesetzgebung "immer hektischer" werde.
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Am 08. Dez. 2006 unter:
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