headerquote

Seite 1 bei Google kann so einfach sein.

unabhängige Autoren mit eigener Meinung

Siemens weist Vorwürfe des "Wall Street Journal" zurück

Illegale Kassen

Der wegen üppiger Schwarzgeld-Konten ins Visier der Staatsanwaltschaft geratene Siemens-Konzern wehrt sich gegen Medienberichte über eine Verwicklung der Vorstände Joe Kaeser und Rudi Lamprecht in das System illegaler Kassen. Sowohl Finanzvorstand Kaeser als auch Vorstandsmitglied Lamprecht "weisen diese verleumderischen Beschuldigungen mit aller Entschiedenheit zurück", teilte das Unternehmen am Dienstag in München mit. Beide Vorstände seien bislang nicht von der Staatsanwaltschaft kontaktiert worden. Zudem gebe es nach ihren Erkenntnissen auch keine Ermittlungen der Staatsanwaltschaft gegen sie. Beide Manager hätten dem Konzern gegenüber deutlich gemacht, dass sie nicht in diesen Fall involviert gewesen seien, hieß es weiter.

Das US-Magazin "Wall Street Journal" hatte am Dienstag unter Berufung auf Zeugenaussagen berichtet, dass im Siemens-Schmiergeldskandal Kaeser seit Jahren von dem System von Bestechungszahlungen wusste. Mit diesem seien im Ausland Verträge im Telekomgeschäft angebahnt worden.

Einer der Verdächtigen soll demnach der Staatsanwaltschaft erklärt haben, dass Siemens-Vorstand Lamprecht und der bis Ende 2005 für die Siemens-Sparte Com zuständige Lothar Pauly wenigstens seit Anfang 2005 von dem System der schwarzen Kassen gewusst hätten. Pauly ist inzwischen Konzernvorstand bei der Deutschen Telekom. Die Aussagen stammen nach Darstellung der Zeitung von den früheren langjährigen Siemens-Managern Michael Kutschenreuter und Reinhard Siekaczek, die Ende vergangenen Jahres im Zuge der Ermittlungen vorübergehend festgenommen worden waren.

Bei Siemens sind nach Konzernangaben in den vergangenen Jahren etwa 420 Millionen Euro auf Schwarzgeld-Konten ins Ausland geflossen. Unter den von der Polizei verhafteten verdächtigen Siemens-Mitarbeitern waren auch Kutschenreuter und Siekaczek. Beide wurden laut Presseberichten auf freien Fuß gesetzt, weil sie der Staatsanwaltschaft München ihre Bereitschaft zur Zusammenarbeit zugesichert hatten.

Zeige Deinen Kontakten bei Google und Facebook, dass Dir dieser Beitrag gefällt!