Straße & Schiene
2006 fast 7 Prozent mehr Güterverkehr
Bemerkenswert ist, dass der Güterverkehr sogar noch stärker wuchs als die Wirtschaft insgesamt. Während die Statistiker für das Jahr 2006 in Deutschland offenbar ein Wirtschaftswachstum in der Größenordnung von 2,6 Prozent kalkulieren, nahm die Güterverkehrsleistung nach Angaben des Statistischen Bundesamtes vom 16. Januar mit 6,6 Prozent deutlich überproportional zu.
Was von der Transportwirtschaft als Erfolg gefeiert werden dürfte, weil das Geschäft brummt, wird von Umweltschützern seit langem kritisiert. Sie fordern zwar eine Verlagerung des Güterverkehrs auf die Bahn dort entsprechende Steigerungsraten. Allerdings fordern sie zugleich eine Verringerung des Güterverkehrs und eine Abkopplung der Güterverkehrsentwicklung vom Wirtschaftswachstum.
Vergleichsmaßstab hierbei ist die Energiewirtschaft. Gerade verwies der Verband der Elektrizitätswirtschaft (VDEW) darauf, dass das Wachstum des Stromverbrauchs geringer sei als das Wirtschaftswachstum, wobei auch der Stromverbrauch in absoluten Zahlen wächst (ngo-online berichtete).
Der von Verkehrsminister Tiefensee vorgelegten Prognose für den Güterverkehr zufolge soll das Wachstum des Güterverkehrs in den nächsten Jahren weitergehen. Bis 2010 soll die Güterverkehrsleistung von heute 619 Milliarden auf 688 Milliarden Tonnenkilometern zunehmen. Eine weitere Steigerung um 11 Prozent in wenigen Jahren. Überdurchschnittlich ansteigen soll hierbei der "grenzüberschreitende Verkehr", also der berühmte Joghurtbecher, der quer durch Europa gefahren wird.
Ursache für das künftige Wachstum ist offenbar die Aufnahme neuer Mitgliedstaaten in die EU und die EU-Güterverkehrspolitik: "Wachstumskräfte im grenzüberschreitenden Landverkehr sind immer noch die wirtschaftliche Integration der EU-Staaten, verstärkt durch die Erweiterungen 2004 und 2007, die Öffnung des grenzüberschreitenden Eisenbahnverkehrs 2006/2007, die stufenweise Freigabe der Kabotage in der erweiterten EU, und auch der Überseehandel mit seinen Rückwirkungen auf Hinterlandverkehre", heißt es in der Studie.
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