Nach Entschuldigung
Oettinger nimmt Teile seiner Filbinger-Rede zurück
Einen Tag zuvor, am 15. April hatte Oettinger zunächst noch in Stuttgart gesagt: "Ich glaube, dass Filbinger ein Gegner der Diktatur gewesen ist."
Doch am selben Tag entschloss er sich dann zu einer Entschuldigung. Oettinger sagte der "Bild"-Zeitung: "Es war nie meine Absicht, die Verfolgten und die Opfer zu verletzen. Sollte das geschehen sein, tut es mir leid. Und dafür entschuldige ich mich auch."
Oettinger hatte in seiner Trauerrede das ehemalige NSDAP-Mitglied Filbinger als Gegner des Nationalsozialismus bezeichnet. Filbinger wird vorgeworfen, an Todesurteilen gegen Wehrmachtsdeserteure mitgewirkt zu haben. Der Zentralrat der Juden in Deutschland forderte Oettingers Rücktritt.
Die Öffentlichkeit habe seine Rede anders wahrgenommen, als er sie vor den versammelten Trauernden gemeint habe, sagte Oettinger. "Dies bedaure ich und würde heute eine andere Formulierung wählen." Es sei nie seine Absicht gewesen sei, die Gräuel des Nationalsozialismus zu relativieren. Dass dies in der Öffentlichkeit so interpretiert wurde, bedauere er sehr.
"Betroffen macht mich, wie mir unterstellt wird, ich hätte Hans Filbinger zum Widerstandskämpfer erklärt. Er war es nicht und ich habe das nie behauptet", sagte Oettinger. Filbinger habe sich wie Millionen andere dem nationalsozialistischen Regime angepasst. Daran bestehe kein Zweifel. Er habe Filbinger aber als zutiefst christlichen und konservativen Menschen mit einer belegbaren inneren Distanz zum Nazi-Regime kennen gelernt. "Ich glaube übrigens, man sollte einen Menschen nicht sein Leben lang für Fehler verurteilen, die er möglicherweise als junger Mensch in diesem grausamen System gemacht hat", sagte Oettinger.
Zu den Vorwürfen des SPD-Vorsitzenden Kurt Beck, er habe mit seinen Äußerungen am rechten Rand fischen wollte, sagte Oettinger: "Das war und ist nicht meine Absicht. Wer mich kennt, weiß, dass ich aufgrund meiner politischen Grundhaltung und meiner Werte vom rechten Rand weit entfernt bin." Er finde es aber enttäuschend, dass inzwischen "eine differenzierte Betrachtung" kaum noch möglich sei.
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Am 16. Apr. 2007 unter:
politikStichworte:
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