Krebs-Häufung um Atomkraftwerke wird weiter untersucht

BfS und IPPNW

Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS), die Internationalen Ärzten gegen den Atomkrieg (IPPNW), das Umweltinstitut München und die Gesellschaft für Strahlenschutz in Kassel haben bei einem Arbeitstreffen weitere Studien vereinbart, die den Krebserkrankungen in der Umgebung der deutschen Atomkraftwerke nachgehen. Hintergrund sind Untersuchungsergebnisse des Umweltinstituts München, das in der Nahumgebung von Atomkraftwerken deutlich erhöhte Krebsraten bei Kindern feststellte.

Die spezielle Beobachtung in der Umgebung von Atomkraftwerken in 5-Jahres-Abständen soll fortgesetzt und auf alle deutschen Standorte ausgedehnt werden. Im nächsten Jahr sollen Ergebniss vorliegen. Zusätzlich sollen die Ursachen für das gehäufte Auftreten von Tumoren bei Kindern durch eine Fallkontrollstudie erforscht werden. Für die in den neuen Studien anzuwendende Methodik wird das Bundesamt für Strahlenschutz zwei Arbeitsgruppen unter Beteiligung des Umweltinstituts München und anderer externer Wissenschaftler einrichten.

Die IPPNW-Vorsitzende Angelika Claußen zeigte sich erfreut über die "konstruktive Gesprächsatmosphäre". Es habe sich gezeigt, dass kontinuierlicher öffentlicher Druck zu einem positiven Ergebnis führen könne.

Die IPPNW forder von der Politik, die Beweislast für den Zusammenhang zwischen Strahlung und Krebs umzukehren. Atomkraftwerksbetreiber müssten dann nachweisen, dass die erhöhten Kinderkrebsraten nicht auf die Emissionen der Atomkraftwerke zurückzuführen sind.

Zudem ist die IPPNW der Auffassung, dass angesichts der nachgewiesenen Krebserkrankungen in der Nahumgebung der Atomkraftwerke nach dem Atomrecht eine Aussetzung der Betriebsgenehmigung möglich ist.